Drei ältere Herren

„…drum will ich mit offenem Herzen und immer fragend vorwärts gehen.
Ob das reicht, kann ich nicht sagen – nun ja, wir werden sehen!“

Aus „Sollbruchstellen“. Aufgenommen von Smail Shock.

Überbleibsel aus den Heiligen Hallen

Großartig, wenn von einem schönen Konzert etwas übrigbleibt. Vor allem, wenn es gut gefilmt und geschnitten ist, der Ton stimmt und auch wir ganz gut gespielt haben. Wundervoll! Danke an EINDUTZEND!

Kopfstand, Export und Atze Wellblech

Schönes Neues!

Den 19. Kopfstand haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Schön isses gewesen. Nicht zuletzt wegen A thousand yellow daisies, die uns mit ihren traurigen Liedern bezauberte. Beim Wortanteil sind zu Saharas Texten Tränen geflossen. Lachtränen. Ein Beispiel: „Drei bescheuerte Kleinkünstler“ (die anderen Teile folgen demnächst). Hanz und ich haben auch was geschrieben: „Es wird hell“ (ein bekiffter Jürgen denkt über die Welt nach). Und ja, ich auch: „Zum Glück kein Nafri“.

Demnächst fahren wir ein bisschen in der Gegend herum. Leider ohne den Papst, denn der hat terminliche Schwierigkeiten. Die Tour fängt in Halle an. Auf der Website der VL steht in bisher kürzester Form, was der Kopfstand eigentlich ist:

Ein Sammelsurium trashiger Geschichten aus den Trümmern der Hausbesetzerszene. Zwischen Kneipensumpf und Gesellschaftskritik, zwischen Dreiecksbeziehung und Knast, zwischen Hausbesetzung und Hackerangriff treiben die Figuren durch das wirre Leben. Es geht um einen vor die Hunde gekommener ehemaliger IT-Pionier, eine pleite gegangene Esoterik-Unternehmerin, ein gerade geboren werdendes Baby und 2 der menschlichen Sprache mächtige Elche (Aufzählung unvollständig). In den Nebenrollen u.a. eine mafiöse Organisation, die eine der Hauptfiguren auf dem Kieker hat, eine Psychosekte, die über mysteriöse Einflussmöglichkeiten verfügt, und der nordkoreanische Geheimdienst.

21. 1. Halle VL

22. 1. Saalfeld – Schlossberg

24. 1. Regensburg

25. 1. Davos Box

28. 1. Basel OFF

1. 2. Kassel im „ColorLabor“ (das ist der KulturWerkstattLaden vom Hausprojekt Agathe, Tannenheckerweg 3

Dann fahren wir für den regulären Kopfstand mal kurz nach Berlin…

2. 2. Berlin Prenzlauer Berg – KOPFSTAND Nr. 20 um 8 Uhr abends in der BAIZ mit ALARM aud Dresden und endlich gaaaaanz offizieller Sollbruchstellen CD-Release. Außerdem Wiedersehen mit Hanz.

…und schließen das Ganze im guten Sachsen ab.

3. 2. Meissen – Kopfstand – Export

Als Nachschlag gibt es kurz darauf den ersten Kopfstand-Export in Berlin.

9. 2. Berlin Friedrichshain Kopfstand Export im Schein der Leselampe in der Zukunft (am Ostkreuz)

Jenseits des Kopfstands spiele ich dann am 19. 2 zur Abwechslung mal wieder Solo als Gast der Reformbühne in der friedrichshainer Jägerklause. Und am 18. 3. kommt tatsächlich, wirklich und in echt das erste Atze Wellblech – Konzert seit eineinhalb Jahren. Diesmal in den Heiligen Hallen.

Zur Erinnerung:

Zum Glück kein Nafri

Zwischen U-Bahn und S-Bahn sitzt ein dicker bärtiger Mann auf einem Stück Pappe. Über ihm ein Vordach eines Geschäftes, vor ihm Schneeregen. Der Mann sieht aus wie Sigmar Gabriel mit etwa einem Monat alten Bart. Neben ihm ein Hund – ein zottliger Schäferhund oder etwas ähnliches. Vor den beiden steht ein Pappbecher mit Kupfermünzen.
Hund: „Fliese…“
Fliese: „Psst…“
Hund: Ich hab Jürgen gesehen. Jürgen Kadeweit.
Fliese: Was?
Hund: Da hinten. Der mit den roten Plakaten.
Fliese: (zischt und zieht sich seinen Schal ins Gesicht): Du sollst nicht immer reden. Was sollen denn die Leute denken, wenn der Hund plötzlich quatscht. Dann denken die doch gleich, dass du der Wolf bist, der aus dem Tierpark ausgebrochen und als mein Hund durch die Razzia durchgeschlüpft ist. Und jetzt still! Wenn wir erkannt werden, sind wir geliefert!
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Der 19. Kopfstand

Ein Gnu steht auf dem Breitscheidplatz und erzählt von unterirdischen Eisbärenfarmen, die Schuld am Auseinanderbrechen der Sowjetunion waren. Ein Elch legt Bierdeckeltarotkarten und deckt Becks Lemon auf. Jürgen findet einen prekären Job beim Off-Theater „das zuckende Auge“. Martina fährt nach Bautzen. Anja wartet auf Martina. Das Ultimatum des BTTR-Movement ist abgelaufen. Wie ist mit der Verweigerungshaltung der Bundesregierung umzugehen? Wie wird Berlin trotzdem noch ein riesiger Wald? Wird Geisel Fliese aka Sigmar Gabriel den nächsten Tag noch erleben? Wird Willi, das Schaf im Wolfspelz, mit seinen unorthodoxen Ansichten Gehör finden? Was passiert mit dem Hausprojekt XYZ123, das bald geräumt werden soll? Und vor allem: Wo bleiben die Snacks?

Als Gast: A thousand yellow daisies (grungy soulful mid western emo folk)

Und mit:

Geigerzähler

Der Papst, seine Frau und sein Porsche

Sahara b

Heilige Hallen und anderer Quatsch

Ich freue mich auf den Freitag, freue mich auf die HEILIGEN HALLEN. Als Berlinska droha haben wir noch nie am neuen Ort des beinahe letzten lebenden Überbleibsels subkultureller/linker DDR-Opposition gespielt. Wird Zeit! Ich freue mich auf die KollegInnen: THE HINKING SINKING LADIES aus Berlin und JUPPIESCHEUCHE aus Chóśebuz. HINKING SINKING LADIES sind uns von der vorletzten Releaseparty in guter Erinnerung, Juppiescheuche kennen wir aus Proschim.

Wie auch immer. Viel Spaß mit den Aufnahmen. Bisher gab es ja schon ein paar Lieder mit bewegten Bildern (Šołta Frank, Happy Control, Schaufensterpuppenmeer) aber da fehlt ja noch was:

Bis dann!

Der 18. Kopfstand

Am ersten Dezember wird die weltbekannte Waschbrett-Geige-Kontrabass-Lesebühnen-Soap wird volljährig.

Der*die*das Kopfstand kann jetzt wählen gehen und Waschmaschinen kaufen. Aber wird er*sie*es das auch tun? Elche beschließen unterdessen, nach einer halben Flasche Whisky, straight edge zu werden. Die FAE (Föderation Anarchistischer Elche) wird wiederbelebt. Gangstarapper Jürgen und Gangstarapperin Martina haben sich getrennt, Anja hat davon noch nichts mitbekommen und schreibt weiter Briefe aus Budyšin/Bautzen. Die aus dem Zoo ausgebrochenen Tiere, das Sigmar Gabriel Truth Movement, HIGEDAK (Hipster gegen die Animalisierung des Kiezes) und die Back to the roots-Bewegung für die Wiederbewaldung Berlins (BTTR) führen politische Debatten, die von der Wahrheits-Rap-Combo „Chemtrailfabrik“ begleitet werden. Zwischendurch spielt eine ko(s)mische Esoterik-Oi-Band namens „Die Erloi!chtung“ (ohm ohm ohm). Und so weiter und so fort. Wie so oft mit:
Geigerzähler (Geige, Texte, Arien), Sahara b. (Waschbrett, Texte, Gangstarap) Der Papst, seine Frau und sein Porsche (Coverband, Kontrabass, Mega-Hits, Texte). Special Guest: Wayne Lost Soul! Eintritt: Spende.

2. 12. in den heiligen Hallen

Schöne Lausitz – Rjana Łužica – Rědna Łužyca

Das Wočiń woči rückt näher. Ich freu mich drauf. Auf Pisse und die anderen Bands und vor allem darauf, den Faschos wenigstens kulturell etwas entgegen setzen zu können. Zwischenzeitlich hat die Sache auch etwas Presseöffentlichkeit bekommen. z.B. in einer Reportage in der Jungle World.
Vielleicht geht in dieser Stadt aber auch mehr als nur kulturelle Gegnerschaft. Wers schafft, sollte auf jeden Fall schon einen Tag früher nach Budyšin fahren und demonstrieren. Die Linksjugend schreibt auf Facebook:

Es ist nun schon so weit, dass Rechtspopulist_innen und Nationalist_innen in Bautzen sich bewaffnen. Zu all dem kommt dazu, dass die sächsische Polizei den abgefeuerten Schuss anfangs noch versucht zu vertuschen. Es wird an der Zeit den Nazis und der Polizei zu zeigen was wir davon halten! Die Verhältnisse werden immer schlimmer und wenn nicht etwas dagegen getan wird, trifft der nächste Schuss womöglich noch einen Menschen.
Treff ist 18:30 Uhr am Bahnhof in Bautzen
Start: 19 Uhr
Wir freuen uns auf euch!

Über all das hat sich übrigens auch Jürgen aus dem Kopfstand Gedanken gemacht. Wenn man das so nennen will. Jürgen war nämlich unglaublich bekifft und da gehen die Gedanken ja manchmal seltsame Wege:

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Putacion/Paraguay, 17.5.2039

Es war schon früher Nachmittag, als Lukas die Treppen zu Antonios Kellerwohnung herunterstieg. Viel Zeit hatten sie nicht, vielleicht 3 oder 4 Stunden, dann würde für ihn die allabendliche Ausgangssperre in Kraft treten. Bis 19 Uhr musste er zurück in der Unterkunft sein, das hatten die Behörden von Putacion so verfügt, nachdem es vor ein paar Wochen massiven Ärger gegeben hatte. Natürlich konnte er nichts dafür, und die allermeisten Europäer, die in seinem Containerlager wohnten, auch nicht; höchstens vielleicht diese paar Bekloppten aus Block 4, die gerne durch die Stadt zogen und ihre paar Pesos in Zuckerrohrschnaps umsetzten. Idioten hast du halt überall. Lukas sah zu, dass er sich von denen fernhielt, aber für die Einheimischen waren sie halt alle nur „die Europäer“…

Ein Text vom Papst. Weiter gehts beim Kopfstand-Blog, auf dem ab jetzt jeden Tag Auszüge aus den vergangenen 16 Kopfständen veröffentlicht werden.