Archiv der Kategorie 'Kopfstand'

Kopfstand 20

Kopfstand Tour

Leider ohne Hanz, den wir aber am 2. 2. in der Baiz wiedertreffen.

Apropos Kopfstand: Sahara hat einen schönen Text über die Kopfstandproduktion geschrieben:

DREI BESCHEUERTE KLEINKÜNSTLER


Vor langer, langer Zeit in einem fernen, fernen Stadtteil von Berlin saßen drei bescheuerte, bescheuerte Kleinkünstler an einem runden, runden Tisch und diskutierten.
Sie waren auf der Suche nach neuen Ideen, denn das war ihr Handwerk. Hände hatten sie schon. Musste nur noch das Werk her…

Weiter auf der Kopfstand-Seite

Kopfstand, Export und Atze Wellblech

Schönes Neues!

Den 19. Kopfstand haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Schön isses gewesen. Nicht zuletzt wegen A thousand yellow daisies, die uns mit ihren traurigen Liedern bezauberte. Beim Wortanteil sind zu Saharas Texten Tränen geflossen. Lachtränen. Ein Beispiel: „Drei bescheuerte Kleinkünstler“ (die anderen Teile folgen demnächst). Hanz und ich haben auch was geschrieben: „Es wird hell“ (ein bekiffter Jürgen denkt über die Welt nach). Und ja, ich auch: „Zum Glück kein Nafri“.

Demnächst fahren wir ein bisschen in der Gegend herum. Leider ohne den Papst, denn der hat terminliche Schwierigkeiten. Die Tour fängt in Halle an. Auf der Website der VL steht in bisher kürzester Form, was der Kopfstand eigentlich ist:

Ein Sammelsurium trashiger Geschichten aus den Trümmern der Hausbesetzerszene. Zwischen Kneipensumpf und Gesellschaftskritik, zwischen Dreiecksbeziehung und Knast, zwischen Hausbesetzung und Hackerangriff treiben die Figuren durch das wirre Leben. Es geht um einen vor die Hunde gekommener ehemaliger IT-Pionier, eine pleite gegangene Esoterik-Unternehmerin, ein gerade geboren werdendes Baby und 2 der menschlichen Sprache mächtige Elche (Aufzählung unvollständig). In den Nebenrollen u.a. eine mafiöse Organisation, die eine der Hauptfiguren auf dem Kieker hat, eine Psychosekte, die über mysteriöse Einflussmöglichkeiten verfügt, und der nordkoreanische Geheimdienst.

21. 1. Halle VL

22. 1. Saalfeld – Schlossberg

24. 1. Regensburg

25. 1. Davos Box

28. 1. Basel OFF

1. 2. Kassel im „ColorLabor“ (das ist der KulturWerkstattLaden vom Hausprojekt Agathe, Tannenheckerweg 3

Dann fahren wir für den regulären Kopfstand mal kurz nach Berlin…

2. 2. Berlin Prenzlauer Berg – KOPFSTAND Nr. 20 um 8 Uhr abends in der BAIZ mit ALARM aud Dresden und endlich gaaaaanz offizieller Sollbruchstellen CD-Release. Außerdem Wiedersehen mit Hanz.

…und schließen das Ganze im guten Sachsen ab.

3. 2. Meissen – Kopfstand – Export

Als Nachschlag gibt es kurz darauf den ersten Kopfstand-Export in Berlin.

9. 2. Berlin Friedrichshain Kopfstand Export im Schein der Leselampe in der Zukunft (am Ostkreuz)

Jenseits des Kopfstands spiele ich dann am 19. 2 zur Abwechslung mal wieder Solo als Gast der Reformbühne in der friedrichshainer Jägerklause. Und am 18. 3. kommt tatsächlich, wirklich und in echt das erste Atze Wellblech – Konzert seit eineinhalb Jahren. Diesmal in den Heiligen Hallen.

Zur Erinnerung:

Zum Glück kein Nafri

Zwischen U-Bahn und S-Bahn sitzt ein dicker bärtiger Mann auf einem Stück Pappe. Über ihm ein Vordach eines Geschäftes, vor ihm Schneeregen. Der Mann sieht aus wie Sigmar Gabriel mit etwa einem Monat alten Bart. Neben ihm ein Hund – ein zottliger Schäferhund oder etwas ähnliches. Vor den beiden steht ein Pappbecher mit Kupfermünzen.
Hund: „Fliese…“
Fliese: „Psst…“
Hund: Ich hab Jürgen gesehen. Jürgen Kadeweit.
Fliese: Was?
Hund: Da hinten. Der mit den roten Plakaten.
Fliese: (zischt und zieht sich seinen Schal ins Gesicht): Du sollst nicht immer reden. Was sollen denn die Leute denken, wenn der Hund plötzlich quatscht. Dann denken die doch gleich, dass du der Wolf bist, der aus dem Tierpark ausgebrochen und als mein Hund durch die Razzia durchgeschlüpft ist. Und jetzt still! Wenn wir erkannt werden, sind wir geliefert!
(mehr…)

Der 19. Kopfstand

Ein Gnu steht auf dem Breitscheidplatz und erzählt von unterirdischen Eisbärenfarmen, die Schuld am Auseinanderbrechen der Sowjetunion waren. Ein Elch legt Bierdeckeltarotkarten und deckt Becks Lemon auf. Jürgen findet einen prekären Job beim Off-Theater „das zuckende Auge“. Martina fährt nach Bautzen. Anja wartet auf Martina. Das Ultimatum des BTTR-Movement ist abgelaufen. Wie ist mit der Verweigerungshaltung der Bundesregierung umzugehen? Wie wird Berlin trotzdem noch ein riesiger Wald? Wird Geisel Fliese aka Sigmar Gabriel den nächsten Tag noch erleben? Wird Willi, das Schaf im Wolfspelz, mit seinen unorthodoxen Ansichten Gehör finden? Was passiert mit dem Hausprojekt XYZ123, das bald geräumt werden soll? Und vor allem: Wo bleiben die Snacks?

Als Gast: A thousand yellow daisies (grungy soulful mid western emo folk)

Und mit:

Geigerzähler

Der Papst, seine Frau und sein Porsche

Sahara b

Der 18. Kopfstand

Am ersten Dezember wird die weltbekannte Waschbrett-Geige-Kontrabass-Lesebühnen-Soap wird volljährig.

Der*die*das Kopfstand kann jetzt wählen gehen und Waschmaschinen kaufen. Aber wird er*sie*es das auch tun? Elche beschließen unterdessen, nach einer halben Flasche Whisky, straight edge zu werden. Die FAE (Föderation Anarchistischer Elche) wird wiederbelebt. Gangstarapper Jürgen und Gangstarapperin Martina haben sich getrennt, Anja hat davon noch nichts mitbekommen und schreibt weiter Briefe aus Budyšin/Bautzen. Die aus dem Zoo ausgebrochenen Tiere, das Sigmar Gabriel Truth Movement, HIGEDAK (Hipster gegen die Animalisierung des Kiezes) und die Back to the roots-Bewegung für die Wiederbewaldung Berlins (BTTR) führen politische Debatten, die von der Wahrheits-Rap-Combo „Chemtrailfabrik“ begleitet werden. Zwischendurch spielt eine ko(s)mische Esoterik-Oi-Band namens „Die Erloi!chtung“ (ohm ohm ohm). Und so weiter und so fort. Wie so oft mit:
Geigerzähler (Geige, Texte, Arien), Sahara b. (Waschbrett, Texte, Gangstarap) Der Papst, seine Frau und sein Porsche (Coverband, Kontrabass, Mega-Hits, Texte). Special Guest: Wayne Lost Soul! Eintritt: Spende.

Schöne Lausitz – Rjana Łužica – Rědna Łužyca

Das Wočiń woči rückt näher. Ich freu mich drauf. Auf Pisse und die anderen Bands und vor allem darauf, den Faschos wenigstens kulturell etwas entgegen setzen zu können. Zwischenzeitlich hat die Sache auch etwas Presseöffentlichkeit bekommen. z.B. in einer Reportage in der Jungle World.
Vielleicht geht in dieser Stadt aber auch mehr als nur kulturelle Gegnerschaft. Wers schafft, sollte auf jeden Fall schon einen Tag früher nach Budyšin fahren und demonstrieren. Die Linksjugend schreibt auf Facebook:

Es ist nun schon so weit, dass Rechtspopulist_innen und Nationalist_innen in Bautzen sich bewaffnen. Zu all dem kommt dazu, dass die sächsische Polizei den abgefeuerten Schuss anfangs noch versucht zu vertuschen. Es wird an der Zeit den Nazis und der Polizei zu zeigen was wir davon halten! Die Verhältnisse werden immer schlimmer und wenn nicht etwas dagegen getan wird, trifft der nächste Schuss womöglich noch einen Menschen.
Treff ist 18:30 Uhr am Bahnhof in Bautzen
Start: 19 Uhr
Wir freuen uns auf euch!

Über all das hat sich übrigens auch Jürgen aus dem Kopfstand Gedanken gemacht. Wenn man das so nennen will. Jürgen war nämlich unglaublich bekifft und da gehen die Gedanken ja manchmal seltsame Wege:

(mehr…)

Putacion/Paraguay, 17.5.2039

Es war schon früher Nachmittag, als Lukas die Treppen zu Antonios Kellerwohnung herunterstieg. Viel Zeit hatten sie nicht, vielleicht 3 oder 4 Stunden, dann würde für ihn die allabendliche Ausgangssperre in Kraft treten. Bis 19 Uhr musste er zurück in der Unterkunft sein, das hatten die Behörden von Putacion so verfügt, nachdem es vor ein paar Wochen massiven Ärger gegeben hatte. Natürlich konnte er nichts dafür, und die allermeisten Europäer, die in seinem Containerlager wohnten, auch nicht; höchstens vielleicht diese paar Bekloppten aus Block 4, die gerne durch die Stadt zogen und ihre paar Pesos in Zuckerrohrschnaps umsetzten. Idioten hast du halt überall. Lukas sah zu, dass er sich von denen fernhielt, aber für die Einheimischen waren sie halt alle nur „die Europäer“…

Ein Text vom Papst. Weiter gehts beim Kopfstand-Blog, auf dem ab jetzt jeden Tag Auszüge aus den vergangenen 16 Kopfständen veröffentlicht werden.

Kopfstand Nr. 17

Erstaunlicherweise haben wir jetzt schon das Plakat für den Novemberkopfstand fertig:

Kopfstand am 3. November 20:00 in der Baiz

Auch gibt es schon einen Ankündigungstext:

Donnerstag, 3. November 20 Uhr in der Baiz (Schönhauser Allee 26A)

Elche laufen auf MDMA über ein Hippiefestival und treffen auf esoterische Skinheads („ohm ohm ohm“).
Jürgen K. ist nach seiner Haftstrafe im Berliner Zoo (oder war es der Tierpark?) wieder auf freiem Fuß.
Sigmar Gabriel wurde von einem sibirischen Steinbock als Geisel genommen.
Anja schreibt Briefe aus Budyšin/Bautzen, Martina ist auf der Suche nach sich selbst und die Mafia noch immer auf der Suche nach Jürgen.
Und das ist erst der Anfang…

Sphärische Untermalung liefern Geige, Kontrabass, Waschbrett und die zarten Stimmchen von Geigerzähler, Der Papst, seine Frau und sein Porsche und Sahara b.

Eventuelle Gäste sind noch geheim.

Und nicht zuletzt: Der Kopfstand hat jetzt einen eigenen Blog: http://kopfstand.blogsport.de/ Hier gibts ab dem Wochenende jeden Tag neue Texte aus den letzten 16 Nummern.

Soligedicht

Gute Nachrichten. Das kleine Gedicht ist jetzt zum Glück nur noch halb so dringend wie letzten Donnerstag, als ich es beim Kopfstand verlesen hab. Da aber grade die letzten beiden Strophen erst veralten, wenn die ganzen Justizvollzugsanstalten Steinhaufen oder Museen für die Geschichte der Repression sind, schmeiße ich es mal in das Netz:

Moabit und Bastille

In Moabit ist anscheinend noch alles beim Alten
dort wo die Schließer dein Leben verwalten
In Moabit ißt du neben dem Klo
Das Essen schmeckt nicht, doch das ist eben so.

Von weitem riechst du den Herbstwind, siehst ein fallendes Blatt
Merkst erst jetzt was man vom Draußensein hat
Wartest und wartest in Untersuchungshaft
Auf den Prozess, dann ists vielleicht geschafft

Dabei wolltest du draußen nur demonstrieren
wolltest ausnahmsweise mal nicht verlieren
Widerstand haben sie es genannt
jetzt sitzte hier und starrst an die Wand

Die Polizei, wenn sie will, die darf einfach machen
Zum Beispiel prügeln und andere Sachen
Wenn du zurückschlägst und sei’s mit ne‘m Spruch
Hast du ganz schnell mal nen Landfriedensbruch

Verzage nicht und sei niemals still
Es genügt ein Gedanke an die Bastille
Die war dann auch nur ein Trümmerhaufen
woran man sieht – es kann auch andersrum laufen

Verdammt! Wir hier draußen – wir müssen das schaffen!
Egal ob mit Worten oder mit Waffen
Wir müssen laut sein, geben keine Ruh:
FREIHEIT FÜR AARON UND BALU!