Archiv der Kategorie 'Kolleg_innen'

Kopfstand Tour

Leider ohne Hanz, den wir aber am 2. 2. in der Baiz wiedertreffen.

Apropos Kopfstand: Sahara hat einen schönen Text über die Kopfstandproduktion geschrieben:

DREI BESCHEUERTE KLEINKÜNSTLER


Vor langer, langer Zeit in einem fernen, fernen Stadtteil von Berlin saßen drei bescheuerte, bescheuerte Kleinkünstler an einem runden, runden Tisch und diskutierten.
Sie waren auf der Suche nach neuen Ideen, denn das war ihr Handwerk. Hände hatten sie schon. Musste nur noch das Werk her…

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Schlechtes Wetter, Elbflorenz! Geburtstagsgrüße und Kaltfront

Dresden wie immer. Pegida wird umarmt, Gegenprotest kriminalisiert. Es ist eben Dresden. Zum zweiten Pegida-Geburtstag möchte ich da nicht abseits stehen, sondern mit einem kurzen und prägnanten Titel gratulieren.

Soweit so schlecht. Alles ziemlich düster. Von den Zahlenverhältnissen bis zu den Bullen. Insofern wundert es nicht, dass aus dem schönen Elbflorenz auch düstere Musik kommt und das schon seit den tiefsten DDR – Zeiten.

Gestern gabs das live im Supamolly. KALTFRONT kenne ich aus den 90ern. Damals interessierte ich mich für Musik aus der DDR. Ich wollte eben kein Wessi werden. Ich habe aber schnell herausgefunden, dass der alte Ostrock zu großen Teilen langweilig, schnulzig und – für mich als 14-15 – jährigen wichtiger – bei meinen Mitpubertierenden sozial inkomatibel war. Punk hingtegen hörten viele. Ostpunk war ein Kompromiss. Und so hörte ich das ganze Zeug von FIRMA bis SCHLEIMKEIM, von ERNÄHRUNGSFEHLER bis ICHFUNKTION. Und eben KALTFRONT, deren Tapes ich in einem dresdner Plattenladen fand. Zu diesem Zeitpunkt gab es KALTFRONT auch nur noch auf Kassetten, was ich bedauerte, weil dieser Abgesang auf die DDR irgendwie auch mein Lebensgefühl als Postwende-Jugendlicher traf.

Vor ein paar Jahren konnte ich sie live in der Groove-Station in Dresden sehen und fand es so halb gut. Wie das eben so ist mit den alten Helden, die die Songs ihrer Jugend spielen. Gestern hab ichs im SUPAMOLLY noch mal probiert. Dieses war gut Gefüllt und das Publikum war eine Generralversammlung der alten Punks. Beinahe jedenfalls – es fehlten auch ein paar. Für EUGENE RIPPER, der davor spielte kam ich zu spät. Dafür konnte ich KALTFRONT in voller länge betrachten und ers hat mir besser gefallen als 2005 Dresden. Druckvoll und aufgeräumt spielten sie etwa zur Hälfte alte und neue Sachen. Und obwohl mich /(wie den Großteil des Publikums) die alten Songs mehr mitgenommen haben, freue ich mich, dass KALTFRONT nicht einfach stehengeblieben sind. Dann könnte ich ja auch einfach die alten Tapes hören. Ich hatte im Anschluss noch die Gelegenheit bei der Gardarobe ein wenig mit Jörg herumzulungern und ein paar Worte zu wechseln. Ich habe versucht, in meinem Notitzbuch einigermassen mitzuschreiben.

Da das Konzert mit einem Lied von PARANOIA aufhörte, das ich als Jugendlicher gehasst habe, musste ich auch gleich danach fragen:

Jörg: Mit Kaltfront hat das wenig zu tun. Es ist punkkritisch aufgrund der Erlebnisse, die wir hatten. Die kreative Phase war schnell vorbei. Bald war es nur noch Abklatsch. Wir hatten noch mehr songs wie den. Das ist auch nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Auch jetzt noch. Beim Ostpunk Open Air in Rochlitz hat einer gepfiffen und gerufen: „Spaltersong!“ und „Kidpunks sind auch wichtig“ oder so.

Wie kam dass eigentlich, dass Ihr nach so langer Zeit wieder zusammen gespielt habt?

Jörg: 2005 in der Grove-Station war inoffiziell. Obwohl es sich ganz gut herumgesprochen hatte. Das war auch so ein Test. Zwei Monate später spielten wir dann im Kurländer Palais, früher der Jazzklub Tonne. Eigentlich kam die Idee weniger von uns, sondern von Freunden. Zuerst wollten wir für einen Geburtstag von einem von uns spielen, das hat aber noch nicht geklappt. Daß wir wieder zusammenspielen war weder logisch noch vorhersehbar. Wir hatten uns auseinandergelebt und auch zum Teil mit der Musik nichts mehr zu tun gehabt. Das war dann eine… eine günstige Strömung, dass das zusammengekommen ist.

Wenn Du die Punkszene von heute und damals vergleichst. Was hat sich verändert und was is gleich geblieben?

Jörg: Schwierige Frage. Das „Früher“ kannte ich ja nur aus der Ostpunkperspektive. Da war im Westen ja schon mal Einiges anders. Mich würde ja mal interessieren, wie es jetzt wäre, wenn noch Osten wäre… Eigentlich hat sich äußerlich nicht viel verändert. Es gibt viel Abklatsch und es gibt diese Aufspaltungen: Hardcore, Gothic… Aber diesen Pioniergeist gibt es nicht mehr. Das ist ja wie mit Elvis. Der galt auch mal als Rebell und war dann nur noch Schlager. So ist es zum Teil auch mit Punk heute.

Was hörst Du eigentlich jetzt für Musik?

Jörg: Ne Zeit lang hab ich so 50er/60er Musik gehört. Schwarzer Blues vor Elvis. Das war im besten Sinn Schock! Ich war positiv überrascht, dass es solche Mucke vor Elvis gab. Oder so Soul, Reggae… viel altes Zeug. Wenn Bands jetzt auf 50er/60er machen ist das eher Klamauk und Kostümierung. Zur Zeit höre ich alles was runter zieht. Lustige Musik nervt mich meistens.

Es gibt ja viele alte Kaltfront – Songs, die Leute berührt haben oder sie berühren und die Ihr nicht mehr spielt. Für mich z.B. war „Karriere“ total wichtig, obwohl das jetzt musikalisch kein Weltwunder war…

Jörg: Manchmal wünsche ich mir, dass wir für manche Texte bessere Musik gemacht hätten. Wobei ich nicht weiß, ob wir das damals überhaupt konnten. Damals waren wir froh, wenn wir aus dem Proberaum kamen und drei neue Songs hatten. Die waren dann aber auch schnell zusammengebastelt. Heute haben wir ein paar alte Songs neu gebaut. Ist aber immer die Frage wieviel Arbeit in man in die alten Songs steckt.
Es gibt auch Leute, die finden, daß das auf den alten Kassetten besser geklungen hat. Ist für mich ganz interessant, was für Eigenschaften die Leute so nennen. Am Ende sollten wir nicht versuchen etwas zu kopieren, sondern einfach unser Ding machen.

Zum Schluss: Ihr kommt ja aus Dresden und da kommt man so schlecht dran vorbei. Pegida hat Geburtstag und dieser Bachmann ist ja in etwa Eure Generation…

Jörg: Wir kennen den nicht! Aber das alles in Dresden verwundert mich nicht. Auch nich wie weit das geht. Manchmal ist es erstaunlich wer da hingeht und darüber zerstreiten sich Freundeskreise und Familien. Manche Leute waren ja sehr Überrascht. Die wohnen in der Neustadt und kommen da nicht raus. Ich wohne eher außerhalb und sehe diese Leute jeden Tag. Auch schon vor Pegida. Ich glaube Dresden ist ziemlich prädestiniert dafür.

Warum?

Jörg: Ich habe keine gute Meinung von Dresden. Es ist schwer, das genau zu beschreiben. Diese konservative nörgelige Grundstimmung gegen alles Fremde, alles Neue. Pegida ist da die logische Folge. In jeder Famlie gibt es Leute, die so drauf sind. Bei Familienfesten oder Kneipengesprächen bist du ganz schnell bei „Ausländer raus“. Die Flüchtlinge sind da nur der Anlass. Hätte es keine Flüchtlinge gegeben, hätten sie was anderes gefunden…

Jetzt kommen Jörgs Kollegen mit der Technik vorbei. Jörg entschuldigt sich und trägt mit. Danke für das Interview! Ich hoffe, ich hab alles halbwegs gut wiedergegeben. Das Supamolly hat sich unterdessen deutlich geleert. Trotzdem treffe ich noch ganz alte Freunde mit denen ich noch langsam durch Friedrichshain schlendere… Schöner Abend! Danke KALTFRONT!

Eigentlich hätte ich Jörg gern noch ein paar Sachen gefragt. Z.B. wie er die ganzen neu herausgekommene Reflektionsliteratur zur Wende sieht. Gerade 89/90 von Peter Richter, dass ja in Dresden spielt und in dem Kaltfront auch vorkommen. Von Jörg hab ich noch einen Text in der REVOLUTION TIMES (ein verblichenes rätekommunistisches Redskin-Zine aus Lübeck) über frühe Skinheads in der DDR gefunden. Auch da viel Stoff für lange Interviews. Vielleicht besser so – wer soll das am Ende alles lesen. Oder eben ein anderes Mal.

Nun muss noch ein kleiner Abspann ran. die Klarstellung am Anfang ist von KÖTERKACKE und ich habs mit Smail Shock für SOLLBRUCHSTELLEN noch mal aufgenommen.

Post aus Bautzen/Budyšin (Nr. 1)

In unserer monatlichen Seifenoper (immer am ersten Donnerstag in der Baiz) ist Anja grade nach Budyšin/Bautzen gezogen. Von da aus schreibt sie Briefe:

Liebe Martina

Hier in Bautzen ist es schön. Meine Mutter umsorgt uns liebevoll und die Altstadt ist wunderbar zum Spazierengehen mit Carola auf dem Arm. So viele alte Häuser, Türme, die Ortenburg. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber ich vermisse Dich. Was macht Jürgen? Ist er immer noch ein Elch? Komm doch mal 3 Tage nach Bautzen zur Erholung, dann kann ich dich endlich in echt umarmen.
Letztens waren wir in Dresden. Meine Mutter musste dort was einkaufen und ich dachte, daß so ein Tapetenwechsel eigentlich nichts Schlechtes ist. Woran ich nicht gedacht habe: Es war Montag. Ich schlendere also ganz gemütlich über den Neumarkt und da sehe ich ihn. Leibhaftig. Lutz Bachmann auf einem Pritschenwagen. Lutz Bachmann der quatscht, schreit und weiß wo es langgeht! Ich sage Dir, Martina: Das mit der Lügenpresse stimmt! Nicht weil die Presse schlecht über Pegida schreibt, sondern weil sie zu nett schreibt. Ich habe noch nie so abstruse Hetze aus einer derart seltsamen Parallelwelt gesehen. Die Hölle auf Erden. Wenn ich nur dran denke, muss ich fast Kotzen. Ein Glück, dass Carola schläft. Zuerst die Pegida-Hymne. Bombastischer Schwulst mit Kirchenglocken. Dann Debritz mit den Auflagen. Dann Wortfetzen: „Die Arbeitsscheuen Schreikinder“ – Das bin wohl ich. „ABSCHIEBEN!“ – Sprechchöre aus tausend Kehlen. Die Grenze müsse „geschlossen und ein Prozess der Remigration in Gang gesetzt werden“. „Die vergewaltigenden Horden von Nordafrikanern.“ Genau. DIE Nordafrikaner. Alle! Mir bleibt bei soviel unverblümten Rassismus die Spucke weg. Aber auf der Bühne – da gehts weiter. Hitler sei ein Anhänger des Islams gewesen und Pegida eine Art antifaschistische Bewegung. Aha. Frauenrechte werden gepredigt von Leuten, die sich noch nie dafür interessiert haben. Arabischer Antisemitismus wird kritisiert von den Meistern der Weltverschwörungstheorie. „Sie kommen um Europa zu besetzen“ wird ein ungarischer Bischof zitiert. „Wir bleiben um zu siegen und wir werden siegen“. Rufen die Pegidisten. Jetzt kommt Petra. „Die deutschen Männer sind keine Sexmonster“, sagt sie und hat eine interessante Mischung aus Versatzstücken des DDR-Feminismus und Rassismus zu bieten. Das Publikum ruft „Volksverräter!“
Petra: „Wir werden es nicht hinnehmen, das in unserem schönen Sachsen…“ Der Rest geht im Chor der Pegidisten unter. WIDERSTAND! schreien sie. Im schönen Sachsen, denke ich. Wo zwischen Polizei und Pegida kein Blatt passt. Wo sie sich mit Handschlag grüßen und das Problem immer die „Linksextremisten“ sind. Es ist schwer diesem Bachmann zuzuhören. Immer frage ich mich, ob er jetzt nicht langsam mal sagen sollte, dass das nur ein Sozialexperiment der Titanic oder so war. Das er sie alle verarscht hat. Aber nein. Für ihn und die selbstbewußten 1500 sächsischen Bürger, die da auf der Straße stehen, ist das was Bachmann und andere von der Bühne Kotzen die Realtität.
Was soll man da machen? Ich weiß es auch nicht, liebe Martina. Komm mich trotzdem mal in Bautzen besuchen. Da ist es schön mit all den Türmen. Unsere Tochter wächst und gedeiht. Aber ich frage mich manchmal, in was für eine schreckliche Welt wir sie hineingeschickt haben.

tausend Küsse und Umarmungen
Deine Anja

Gefahrengebiet im Weinballon

Es muss hin und wieder Konzerte geben, wo alles stimmt. Im Supamolly fängt das mit dem Bandessen, den Räumlichkeiten und der Technik an und geht mit den KollegInnen weiter. Mit Alarm habe ich schon im dresdner AZ Conni zusammengespielt. Ich bin froh, dass es solche Leute und Bands in der Pegida-Metropole gibt und freue mich sehr, dass sie es mal nach Berlin schaffen.

Mit Nellski aus Nekölln hab ich auch ein bisschen Geschichte. Radiosendungen, Auftritte und z.B. diesen Song:
…oder dieses improvisierte Werbefilmchen mit improvisierter Geige:

Wenn alles gut geht, gibts im Supamolly eine Gefahrengebiet – Remix – Premiere. Schaumwama.

Themenwechsel. Wer Zeit hat, der fahre nach Budyšin/Bautzen. Irgendwer muss den RassistInnen dort Einhalt geben. Das „Wočiń woči“, dass es dieses Jahr am 12. November wieder geben wird ist zwar ne gute Sache, reicht aber ganz offensichtlich nicht aus. Trotzdem ist es wichtig, dass es auch dieses Jahr stattfindet. Ich hoffe es wird wieder so ein Ort, an dem Geflüchtete zusammen mit sorbisch- und deutschsprachigen Jugendlichen moshen und Stagediven und alles andere verschwimmt. Wenigstens ein kleiner Lichtblick an der Spree. Das wäre doch schön.

Ein paar Termine

Ein paar neue Termine und alles Berlin. Bis die Tage.

16. 09. Berlin – Drugstore/Potse auf dem Potse – Festival

17. 09. Berlin – Rigaer Srassenfest – Kundgebung – Wasweißich. So gegen 18:00 oder so

02. 10. Berlin – Supamolly – zusammen mit ALARM aus Dresden und NELLSKI. Remixpremiere für Gefahrengebiet!

6. 10. Berlin – Baiz – Der erste Kopfstand nach der Sommerpause.

Unterwegs in Bayern und Sachsen

Vorgestern habe ich mit Sahara B. einen wirklich schönen Gig in Regensburg gespielt. Gestern haben wir die Fußgängerzone der Stadt erforscht und abends spontan ein paar Kneipen beschallt. So ähnlich gehts dann die nächsten Tage weiter, bis wir am 25. August einen festen Termin bei Dresden haben. Ort wird nicht im Netz stehen – fragt die AnarchistInnen mit Affinitäten zu Sandstein und Seilen. Am Sonnabend, den 27. August spielen/lesen wir gleich zwei Mal. Mittags auf dem Nuckstock – Festival im Teezelt und am frühen Abend in einem lauschigen leipziger Innenhof.

Das Gefahrengebiet, Tapete, das Kundgebungsfestival und ich

Hm. Irgendwie war ich im Stress und schaue so komisch nach oben. Gefahrengebiet spiele ich gemeinsam mit Sahara B. gewissermassen im Schnelldurchlauf. Auch ne interessante Version. Wir hatten Zeitverzug und noch etwa 15 Acts vor uns. Alles in allem aber eine schöne Veranstaltung. Wunderbar, dass so viele MusikerInnen und TexterInnen den Weg ins Gefahrengebiet gefunden haben. Tapete:

In VLOG #8 unterhalten wir uns von Ort mit Geigerzähler über die Machenschaften von Frank Henkel und seinen Vasallen im „Gefahrengebiet“ Rigaer Straße und solidarisieren uns ausdrücklich mit den Bewohner_innen der Rigaer94. Außerdem geht es noch um den täglichen Hustle von TAPETE. *Kommt alle zur Demo für die Rigaer94 – Start: Samstag, den 9.7., 21Uhr am Wismarplatz!*

Mit Tapete hab ich ja vor ner Weile auch mal ne Aufnahme gebastelt:

Anti-EM-Tour 2016

Bahnhof Frankfurt/Main: nach 9 Stunden Zugfahren möchten wir eine rauchen. Dringend! Also raus auf den Bahnhofsvorplatz zwischen die schwarzrotgoldenen Wimpel, die sich mit Betrunkenen mischen, wie wir sie schon lange nicht mehr auf einem Bahnhofsvorplatz gesehen haben. Irgendwie romantisch, diese Betrunkenen, die in FFM anscheinend noch in Ruhe gelassen werden. Dazwischen eine Gruppe muskulöser junger Männer die eingehüllt in polnische Fahnen mit großer Eleganz jungmännerhafte Posen zelebrieren. Daneben wir. Endlich rauchen.

Zwei U-Bahnstationen weiter: Wir suchen einen Keller in diesem 50er-Jahre Unigebäude und finden ihn nicht, bis uns Holger vom unter_bau abfängt und hineinführt. Der Protestkeller, in dem wir heute auftreten werden, ist eine interessante Mischung aus „subkulturellem Kitsch und antiquarischem Chic“ (Holger). Vor einem ebenfalls antiquarischem roten Vorhang werden wir auftreten. Vorerst ist aber noch eine Infoveranstaltung vom unter_bau und wir müssen leise sein. Wir sind gespannt, was das heute Abend werden soll so als Gegenveranstaltung zum Deutschlandspiel. Die Veranstaltung selbst ist klein aber fein. Etwa 20 Leute lauschen, wir lesen und spielen über 2 Stunden und hängen dann noch eine zweite Runde dran. Anschließend Biertinken. Schön wärs gewesen ohne die letzte Flasche. Aber lassen wir das, denn heute ist ein neuer Tag.

An diesem Tag überrascht uns nicht nur unerwartet gutes Wetter, sondern auch eine unbeschreiblich gute Kombination aus Geige, Folk, politischem Gesang, Punkt und Lesebühne!

Wer könnte politischen Gesang, Folk, Punkt und Geige besser vereinen als: Geigerzähler, eine Hälfte des sorbischen Folk-Punk-Duos „Berlinska Droha“.
Wenn das nicht schon genüg wäre, aber nein!
Sahara B. formt das ganze, mit ihren längeren u. kürzeren (Kurz-)geschichten über die Absurdität des Alltäglichen, erst zu einer gelungenen musikalischen Lesebühne.
https://www.facebook.com/events/1096091640483535/

Morgen gehts dann weiter. Und zwar nach Witzenhausen.

Aus Witzenhausen kommt folgender Text:

Lass Dir keine Geschichten erzählen.

Doch! Sahara B. und Geigerzähler kommen durch unser Städchen und bringen Kunde aus dem fernen Frankfurt am Main, wo sie die Gründung der StudiGewerkschaft unterbau.org mit ihren Gedichten, Geschichten und Liedern über alltägliche Absurditäten begleitet haben werden.

Auf ihrer Heimreise müssen Sie die Werra über unsere Brücke queren. Als Wegzoll haben sie sich bereit erklärt auch uns mit ihren Künsten zu erfreuen und so öffnen sich für Euch am Samstag ab 20:30 die Pforten des Klubs.

Bringt Kind und Kegel, seid den Beutelschneider*innen gewahr und gehabet Euch wohl.

Euer Klub
beurkundeter Verein seit 1977

Wir sind gespannt.

Frankfurt (West)

Lange nicht mehr in Frankfurt gewesen. Nicht an der Oder – da komme ich immer auf dem Weg nach Polen vorbei. An Frankfurt am Main fahre ich auch manchmal vorbei, wenn ich auf dem Weg nach Freiburg oder in die Schweiz bin. Dann sehe ich ein paar Hochhäuser und bin wieder weg. Aber morgen halte ich an! Das ist schön, denn ich habe das Vergnügen, gemeinsam mit Sahara B. für den unter_bau zu spielen. Der unter_bau ist ein hoffnungsvolles gewerkschaftliches Experiment an der Frankfurter Uni.

Die ganze Sache ist recht kurzfristig zustande und ich bin gespannt was passiert. Konzert und Lesung starten gegen 21:00 im Protestkeller in der Mertonstraße 26.

Aus aktuellem Anlass, hänge ich noch einen Link dran, der ein bisschen Offtopic ist, andererseits auch wieder nicht. Denn auch der unter_bau solidarisiert sich mit den Streiks und Protesten in Frankreich: Orgie der Polizeigewalt – Eine Situationsbeschreibung von Bernard Schmidt.

Glücklich und kaputt

Releaseparty vorbei, CD draußen. Sieht gut aus und hört sich noch besser an. Sagt jedenfalls Meas Tintenwolf in seiner Rezension, die gleichzeitig auch Ankündigung war. Eine weiteren Text zu mir, dem Gefahrengebiet und den SOLLBRUCHSTELLEN hat Peter Nowak in der Freitag-Community geschrieben.

Wärenddessen bin ich angenehm kaputt, verpeilt aber gut gelaunt. Schön wars! Danke noch mal an alle beteiligten BarkeeperInnen, MusikerInnen, EinlasserInnen, TechnikerInnen…!
Und weiter gehts! Zun B-Gala im Supamolly!