Archiv der Kategorie 'Kolleg_innen'

Gundermann am Alexanderplatz

Letztens beim Strassenmusikmachen auf dem berliner Alexanderplatz: Ein Fotograf und Filmer bot mir an Bilder zu machen. Ich sagte gerne, zog unter die Bahnbrücke um und spielte den wunderbaren Gundermann – Titel „Gras“.
Das Fimchen wurde vielleicht etwas zu sehr zwischen Tür und Angel gedreht und ich trotzdem (oder vielleicht grade deswegen) ein schönes Strassenmusik-Schlaglicht.

zum Original: https://www.youtube.com/watch?v=k_mI13fm6Bg

Termine und so…

26. 4. Dresden – Ausstellungseröffnung von Steffen Fischer

1. 5. Berlin Grunewald – Zum Kampftag der ArbeiterInnenklasse im berliner Problembezirk. Zusammen mit super KollegInnen…

3. 5. Berlin – Der 31. Kopfstand im Supamolly (der Letzte vor der Sommerpause)

10. -12. 5. Antifa-Kaffeefahrt der Rotzfrechen Asphaltkultur:

Do/ 10.5. – Zittau, Emil – Konzert
Fr/ 11.5. – Sächsiche Schweiz – Straßenaktionen
Sa/ 12.5. – Plauen – Straßenaktionen

19. 5. Zittau Früher Abend: 2 Songs von Berlinska Droha auf der Filmpremiere des Kurzfilms „friedenkriegen“

Später Abend: Berlin – Solo im Mensch Meier

30. 5. Münster

Samples in Friedrichshain und Kopfstand in Chóśebuz

Irgendwie ganz schön, seinen eigenen Song in der Aufnahme von Anderen zu hören. Selbst dann, wenn er etwas zu schnell läuft und man erst ein Jahr später davon erfährt. Ich freue mich jedenfalls, dass grade Pilskills mein Gefahrengebiet verbastelt haben. Schließlich teile ich mit denen die längste Zeit meines Lebens einen Stadtbezirk, über den sie schon vor einer Weile hymnischen Hip-Hop gemacht haben, den sie auf Youtube mit noch älteren Bildern unterlegt haben. Ein wunderbarer Flashback in eine Zeit, als die Straßenbahnen noch rot waren.

Aber zurück zum Ausgang:

Ansonsten passiert auch noch dies und das im Bezirk. Zum Beispiel der nächste Kopfstand am 4. Mai im Supamolly. Wir freuen uns auf Esels Alptraum. die dann bei uns zu Gast sein werden.

Apropos Kiez und Anarchie. Die Polizei nervt weiter in der Rigaer Str. herum – speziell bei der Rigaer 94. Deren Umfeld setzt „Chaos und Diskussionstage“ dagegen. Wir dürfen gespannt sein. Darüber hinaus hört man, daß die OrganisatorInnen sich durchaus noch über Beteiligung freuen.

Hin und wieder muss ich den Kiez jedoch auch verlassen. Letztens z.B. mit dem Kopfstand auf „Tour de Zone“. Einen kleinen Text (über Cottbus/Chóśebuz) dazu hab fürs Lower Class Magazin geschrieben. Die Tage wird der nächte Teil folgen. Diesmal über die Oberlausitz und das Elbsandsteingebirge. Über die rechte Mobilisierung in Cottbus/Chóśebuz hat derweil auch sehr fundiert und einige Sachen vertiefend, die ich nur angetippt habe, das Antifaschistische Infoblatt berichtet. Sehr lesenswert!

Kopfstände, Gäste und Filmchen:

Der Kommende Kopfstand…

…kommt am 1. März. Wir haben einen Gast und der heißt Jacke Schwarz.

„Die Flammen unserer Wut werden um sich greifen; und sie werden den Funken der Rebellion in die Strohdächer der Verantwortlichen setzen wie eine kleine zarte Pflanze; und diese Pflanze wird wachsen, bis in den Himmel der Chefetagen, wo sich ihre Saat verbreitet, das Virus der Anarchie; das in die Blutbahnen des Systems dringen wird und den Organismus ins Wanken bringt. Und der Organismus wird zusammenbrechen und zu Boden fallen; und auf dem Boden werden wir auf ihm warten; und wir werden ihn begrüßen mit den Flammen unserer Wut, die um sich greifen und den Funken der Rebellion in die Strohdächer der Verantwortlichen setzen wie eine kleine zarte Pflanze; und diese Pflanze wird wachsen, bis in den Himmel der Chefetagen, wo sich ihre Saat verbreitet, das Virus der…“

„Jetzt sag doch einfach, was du tun willst“, murrte die Katze.

„Anzünden!“, rief der Waschbär, „im Müll rumwühlen und anzünden! Rumwühlen. Müll anzünden. Alles!“

Jacke Schwarz könnt ihr hier Gitarre spielen und singen hören. Im SUPAMOLLY steht er aber ohne Bass und Schlagzeug auf der Bühne:

Soweit zum kommenden Donnerstag. Jetzt ein Ausblick (jaja, wir werden immer vorausschauender):

Am 5. April wird der Kopfstand 30. Wir freuen uns sehr, dass The Incredible Herrengedeck unsere Gäste sein werden! Tusch!

Sorge und Kopfstände

Es ist spät nachts und die Seifenoper entwickelt sich langsam aber stetig. Die LÜGENFRESSE ist fast fertig und unsere Plakate hängen sogar in der Sorge – Str.. Nur Indoor, aber immerhin.

Wichtiger ist aber, dass wir einen Gast haben: Konny!

Kommse ran! – The Incredible Herrengedeck lädt ein

Die Welt steht Kopf – der Kulturbetrieb geht weiter. Aber nicht ganz so wie sonst:

Nazis im Bundestag, Polizeigewalt von Hamburg bis Barcelona, Linksunten verboten und die Mieten steigen ins unbezahlbare? Was kann man da gegen machen? Richtig: auf die Straße gehen!
- Aber demonstrieren…? Ist das nicht nicht gefährlich und irre kompliziert?
- Nein, wir zeigen wie man es richtig macht! Kommt alle zum großen The Incredible Herrengedeck Demoworkshop Von A wie Anticapitalista bis Z wie … Zapatista Soli-Kaffee!
Transpimalen, Parolen üben, Ketten bilden, da ist für jeden was dabei! Und zwischendurch gibt es natürlich auch zahlreiche Kulturbeiträge.
Als Gastreferent*innen und ausgewiesene Expert*innen sind dabei: Esels Alptraum, Paul Geigerzähler, Lena Stoehrfaktor & Punkrock MC!

Mal in Berliner Mundart pöbelnd, mal rappend und mal accapella, manchmal trashig, meistens lustig, oft politisch: seit über zehn Jahren spielen sich The Incredible Herrengedeck mit ihren Chanson-Punk durch die Kneipen und Clubs der Stadt. Ein roter Faden ist dabei die Auseinandersetzung mit Berlin, ob als ganzes oder in einzelnen Bezirken und Szenen – immer wieder besingen die drei Herren ihre Heimatstadt die Menschen, die Kieze, die Gentrifizierung…

Um Berlin im weitesten Sinne geht es auch in der Mixed Show „Kommse ran!“ doch stehen hier die Künstlerinnen und Künstler, die der Berliner Underground in großer Zahl hervorbringt im Mittelpunkt. Viele von ihnen bleiben Geheimtipp und nur wenige von ihnen schaffen den Sprung auf die großen Bühnen. Zu Unrecht finden die Herrengedecke und präsentieren einige besonders geschätzte Kolleginnen und Kollegen in einer bunten Show aus Musik, Poetry, Kabarett, Theater und mehr. Also: Kommse ran!

Eintritt: 12,-€ erm. 8,-€

Ich bin gespannt!

RAW & DIRTY (Teil 1)

Im Vorfeld des letzten Kopfstands sind ein paar Songs entstanden, die ich gerne in die Welt schicken wollte. Dankenswerterweise bot sich Tom aus der Traumstation im RAW – Gelände an, auf die Schnelle ein paar Aufnahmen zu machen:

Kopfstand

Mach den Überbau – zu deinem Fundament
wunder dich dann – wenn alles brennt
Versuch zu löschen – mit deiner Stirn
Ein stechender Schmerz in deinem Gehirn

Kopfstand!

Verlier dich in tausend Partikularidentitäten
den von heute, den von gestern, den neuen und den Späten
du kannst dich träumend im Labyrint verlaufen
ist kein Licht am Horizont – geh doch einfach einen saufen

Kopfstand!

ist das Fundament dann weg, falle einfach in den Keller
Falle immer tiefer immer weiter immer schneller
Und bist du dann verschüttet und kannst dich nicht mehr bewegen
ist es zu spät den Schalter noch mal umzulegen

Kopfstand!

Mach den Überbau – zu deinem Fundament
wunder dich dann – wenn alles brennt
Versuch zu löschen – mit deiner Stirn
Ein stechender Schmerz in deinem Gehirn

Kopfstand!

Überall Schmerz und alles ist aus
Die Welt steht auf dem Kopf und du kommst hier nie mehr raus
Der Rauch hat dir die Atemluft genommen
Und jetzt siehst du nur noch schwarz vorhin wars doch noch verschwommen

Kopfstand!

Neulich im Tunnel…

…tief und ziemlich j.w,d. unter Ostberlin. Mit dem Kollegen E. an der Gitarre.

Lügenfresse

Ein paar Schnippsel Kopfstand als Zine!


Der Papst mit Heft auf dem Weg nach Cottbus.

Inhalt:

03 – Kopfstand – Register
05 – Wie alles anfing
08 – Svantevit in Budyšin
10 – Lyrik aktuell
12 – Tom und der Whiskey
14 – Kopfstand – Organigramm
16 – Gernot
19 – Wussten Sie schon?
20 – Brandrede bei der HIGEDAK
21 – Wussten Sie schon?
22 – Baustellen
23 – Jürgen und Fliese in Moabit
27 – Wussten Sie schon?
--ENDE--

Zu haben ist das Heftchen bei unseren/meinen Auftritten – so lange der Vorrat reicht.

Fäden und Schlaglichter

Alles Gute, KvU!

Der Blues – unangepasste rotweintrinkende Langhaarige als Gegenentwurf zum grauen Fordismus realsozialistischer Prägung. Die große Gegenkultur in der DDR vor Punk. Mittendrin Freygang: DER BLUES MUSS BEWAFFNET SEIN! Ist er das? Anscheinend schon. Die DDR ist jedenfalls Geschichte.

Der bewaffnete Blues

Langhaarige auch im Westen. Lehrlinge in Westberlin und anderswo. Der BLUES besorgt sich Knarren und wird zum 2. JUNI. Aus kulturellem Gegenentwurf zum Fordismus westdeutscher Prägung wird Stadtguerilla. Gegen Kapitalismus, gegen Imperialismus und immer etwas mehr auf dem Teppich als die RAF. Erschreckend für die Behörden: Die breite Unterstützung.

Ein paar Jahre später:

In die schon bröselnde DDR fällt die KvU vom Himmel der Offenen Arbeit (mit großem O). Sanft schwebt sie über den Kirchentag mit Veranstaltungen zu wichtigen Themen wie „War Jesus ein Anarchist?“ – in feinster Kombination mit Blues- und Punkkonzerten. Und sie erzwingt eine Art autonomes Zentrum mitten im zerfallenden Postspätstalinismus, vereint Solidaritätsveranstaltungen für die Gefangenen aus der RAF (BRD) mit Mahnwachen gegen das Massaker am „Platz des himmlischen Friedens“ (China) und der Aufdeckung der Wahlfälschung (DDR). In der KvU wird die erste Antifagruppe Ostberlins gegründet, während der „erste sozialistische Staat auf deutschem Boden“ noch so tut als wäre nichts.

Noch ein paar Jahre später:

Die Wendeanarchie ist längst vorüber. Der Traum ist aus, die besetzten Häuser geräumt, legalisiert und zerstritten. Nur manchmal rumort es – wenn trotz Legalisierung geräumt wird. Die KvU macht solidarisch Punkkonzerte und manchmal mehr. In ihren Anfang der 90er bezogenen Räumen hat sie sich zu diesem Zweck einen hübschen Keller gebastelt. Das könnte alles seinen Gang gehen, wenn nicht so ein Immobilienheini finden würde, dass er in Mitte mehr Geld verdienen kann, wenn er statt der KvU ein paar Lofts verkauft. Anschließend gibt es Demos, Gerichtsprozesse, Strategiedebatten und Beharrlichkeit gegen Räumungsdrohungen. Irgendwann möchte der Eigentümer den Strom abdrehen. Ein kleiner Freundeskreis am Rande der KvU denkt: Das müssen wir ausprobieren! Tausend Bands im Kerzenschein! Es werden nur etwas weniger als 20 Bands und SolokünstlerInnen.

ALLES GUTE ZUM DREISSIGSTEN, KvU!

So viele Leute in den HEILIGEN HALLEN. So viel gefeiert, gesoffen und rebelliert. Soviele Leute in diesen Räumen und den Räumen davor. Zuviele auch, die nicht mehr mitfeiern können. Die Erde ist ihnen hoffentlich leicht. Was ist übrig vom BLUES, was vom 2. JUNI? Käme BENNO OHNESORG mit der Ringbahn zur Feier – er wäre 76 Jahre alt. Von Maden zerfressen auch KURRAS, diese Verkörperung des hässlichen Deutschlands – Mörder, Bulle, Autoritätsfetischist, Waffenfreak und bei der Stasi im Nebenberuf.

Was bleibt von den Revolten? Haben sie nicht ungewollt auch geholfen, den Fordismus in Ost und West gegen eine noch beschissenere Variante kapitalistischer Vergesellschaftung zu ersetzen? Den Kapitalismus modernisiert, statt ihn abzuschaffen? Statt Aufruhr und Rebellion die Angst, von der Gesellschaft ausgespuckt zu werden? Allein, atomisiert, zurückgeblieben – im Rattenrennen der Selbstvermarktung im individuellen Arbeitskraftunternehmertum. Keine Solidarität nirgends?

Wohin mit den alten Träumen im postfordistischen Allerlei? Wohin mit der kulturellen Rebellion im neoliberalen Vermarktungszwang?

Was ist jetzt mit den Versprechen aus den alten Revolten?

Wo ist denn jetzt die Freiheit?

Nehmen wir die Fäden auf. Spinnen wir sie neu und anders. Spinnen wir sie heute!

DER BLUS MUSS BEWAFFNET SEIN!


PS: Der Autor war bei den ersten beiden Schlaglichtern nicht dabei, ein paar Jahre später konnte er mit kindlichen Ohnen schon ein entferntes Echo vernehmen. Den Rest hat er selbst miterlebt – eher als Randfigur der heiligen Hallen.

30 Jahre KvU wollen auch gefeiert werden. Das wird mit einem ganzen Stapel Veranstaltungen passieren. Auftakt ist das KvU – Unplugged am 2. Juni. Ganz im Sinne des Weiterspinnens Soli für die Prozesskosten gegen die KAUFHALLE DER SCHANDE. Sehr interessant dürfte auch die Buchvorstellung „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“ werden