Archiv der Kategorie 'Gewerkschaft und Politik'

#Unteilbar

Es müssen schon ganz schön beschissene Zeiten sein, wenn man auf eine Demo gehen muss, zu der auch Heiko Maas (ja der, der so schöne Panzer nach Saudi-Arabien schicken lässt) aufruft. Eine Demo, wo man neben Jungliberalen laufen muss, ohne ihnen aufs Maul zu hauen. Das Schlimme ist: Die Zeiten sind so. Ein kleines Lied:

Geteilt ist die Welt in Klassen
durch Besitz und Zäune schön definiert
geteilt ist die Klasse durchs Hassen
auf den, der ein bisschen mehr friert

Geteilt ist die Welt in Geschlechter
Unterwerfung und Oben-Sein
vielleicht wurde es manchmal gerechter
doch das ist oft auch nur Schein

Geteilt ist die Welt durch Mauern
und Zäune unüberwindlich groß
dahinter Grenztruppen lauern
und schiessen in eine Richtung blos

Geteilt ist die Welt durch Meere
Ein großer Friedhof und so still
düster rauscht es und so schwere
das man gar nicht hinschaun will

Doch die Welt ist gar nicht zu teilen
bricht sie auseinander – dann sind wir halt tot
und das Weltall nimmt von diesen Zeilen
keine Notiz und das tut auch nicht not

Unteilbar ist aber die Hoffnung
blickt nach vorne, nicht zurück
unteilbar ist auch das Streiten
für Freiheit, Gleichheit und Glück

Was die Demo betrifft: Viele Redebeiträge waren angemessen radikal und kapitalismuskritisch. Und das kann weder Heiko Maas noch den Jungliberalen gefallen haben. Und die vielen, vielen Leute vor der Bühne haben den RednerInnen lautstark applaudiert. Das lässt hoffen.

Demo und Mucke

Morgen spiele ich mal wieder ein paar Lieder auf einer Demo. und zwar 16:00 am Senefelder Platz. Vielleicht kommt Ihr ja auch vorbei:

Der Prenzlauer Berg steht wie kaum ein anderer Sozialraum in Europa exemplarisch für einen Prozess, der mittlerweile unter dem Namen „Gentrifizierung“ allgemein bekannt ist. Konkret heißt das für uns, die wir hier zuhause sind, dass wir unsere liebgewonnenen Nachbar*innen, Freund*innen, Kneipen und Läden verlieren, Mietkostensteigerungen unsere Existenz bedrohen und neue Eigentümer*innen uns das Dach über dem Kopf wegnehmen.

Das können wir nicht länger hinnehmen und gehen deshalb am Freitag, 28.09.2018 auf die Straße!

Laut, bunt, fantasievoll und zahlreich wollen wir ein Zeichen setzen für eine soziale und ökologische Wohnungspolitik, für echten Milieuschutz und gegen den Ausverkauf der Stadt. Wohnraum ist ein Menschenrecht. Privateigentum an Boden ist genauso absurd wie die Privatisierung von Luft, Licht und Wasser. Dem kapitalistischen Profitmaximierungsinteresse begegnen wir mit Solidarität und der Überzeugung, dass eine bessere Welt möglich ist, wenn wir sie alle aktiv mitgestalten.

Mobilisiert in Euren Häusern, organisiert solidarische Nachbarschaften, meldet Leerstand und Zweckentfremdung, bildet Genossenschaften und Banden!

Wir sind viele, wir sind laut und bunt, wir haben die Schnauze voll! Keine Rendite mit der Miete! Die Häuser denen, die drin wohnen! Wir lassen uns nicht vertreiben. WIR BLEIBEN ALLE !

2x Drugstore und Subkultur & Styles & Beats

Nachdem es bei Twitter so schön live veröffentlicht ist, werfe ich doch auch mal eine ganz neue Aufnahme eines alten Liedes in den Ring. Ein Schnippsel meiner demnächst erscheinenden neuen CD. Aufgenommen von Smail SHocK.

Das passt ganz gut, weil ich übermorgen und etwas mehr als eine Woche später gleich zweimal in meinem alten Lieblingsjugendzentrum DRUGSTORE spiele, einem der ältesten selbstverwalteteten Jugendzentren (West)Deutschland. In die Mauern des nicht zum ersten Mal akut bedrohten Ladens sind die Geschichten von SUBKULTUR & SYLES & BEATS eingeschrieben.

Und dass das Archiv der Jugendkulturen dort feiert passt auch ganz gut:

Die Fragen „Was bleibt von den alten Rebellionen?“ und „Was machen wir denn jetzt?“ – lasse ich ersteinmal stehen. Vielleicht beantworten wir sie ja mal gemeinsam?

#Besetzen! Heute Konzert in der Großbeerenstr. 17A

Ich freue mich schon länger über die #besetzen-Kampagne. Sie ist – soweit ich das beurteilen kann – seit sehr langer Zeit der erste ernstzunehmende Versuch, Hausbesetzungen in Berlin wieder möglich zu machen. Ernstzunehmend deshalb, weil es ihr in erster Linie um Wohnungsnot, um soziale Verhältnisse geht und nicht so sehr um ein subkulturelles Szeneding (was ja nicht immer falsch ist, aber auf keinen Fall genug). Zudem ist die Kampagne strategisch recht gut aufgestellt – im Gegensatz zu vielen Besetzungsversuchen in der Vergangenheit – und hat es deshalb geschafft, nach sehr langer Zeit ein wenig an der Berliner Linie zu knabbern. Glückwunsch!

Ich freue mich deshalb sehr, dass ich #besetzen konkret unterstützen kann und heute um 17:00 in der Großbeerenstrass 17A spielen werde. Anschliessend ist Kiezversammlung, dann spielen noch meine wunderbaren rappenden Kolleg*innen „Lady Lazy“ und „Torkel T.“

Noch ein Lied zu Einstimmung und bis gleich!

Thiembuktu, Magdeburg

Kurz vor Sommerende noch mal ein Sommerfest. Und das im Magdeburger Thiembuktu, dass ich schon vor längerer Zeit mal bespielen durfte, seither aber etwas aus den Augen verloren habe.

1. 9. Thiembuktu Magdeburg Sommerfest-Poster

Ich freue mich aufs Wiedersehen, nicht zuletzt wegen der interessanten KollegInnen.

Das Thiembuktu schreibt auf seiner FB-Seite:

35°C, du sitzt zu Hause, der Schweiß läuft über deine Stirn. Eigentlich würdest du gerne rausgehen, dich ein wenig bewegen, Leute treffen, Musik hören, unter einer Palme chillen…

Aber wo kann mensch das bitte in Magdeburg tun? Alles hat ‚Sommerpause‘. Das Theater ist zu. Palmen wachsen nirgendwo.
Mensch, sogar die Uni geht erst im Oktober wieder los!!
- Also was machen?

WIR GEBEN DIR EINEN GRUND ZUM RAUSGEHEN!

Am 01.09. ist es wieder soweit! Auch in diesem Jahr laden wir dich herzlich zu unserem Sommerfest ins Thiembuktu ein!
Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Solidarität“ werden wir einerseits den Spätsommer bei einem kulturellen Programm zusammen genießen und dabei noch viele wichtige Projekte aus Magdeburg unterstützen.

Dich erwartet an diesem Tag, ein abwechslungsreiches, vielfältiges Programm:

14:00 – 17:00 Uhr: Antira-Fußballturnier HOT – Alte Bude
15:00 – 18:00 Uhr: Workshops im Garten des Thiembuktus
18:00 – 19:30 Uhr: Vortrag Sören Kohlhuber – Journalist
19:30 – 21:00 Uhr: Küche für Alle
21:00 – 22:00 Uhr: NOCH GEHEIM
~22:00 – ? Uhr: NOCH GEHEIM

Kommt vorbei! Kommt zahlreich! Wir freuen uns auf euch!

_______________
*Diskriminierendes Verhalten und Personen aus dem rechten Spektrum werden nicht geduldet.
**Veranstaltung nur für Freund*innen.

Lauschgift

Donnerstag vor einer Woche hatte ich die Gelegeheit in der Kreutziger Straße herumzulungern und ein paar Worte mit Gigi und den anderen zu wechseln und ein paar Liedern zu spielen, die auch gleich auf Pi Radio in die weite Welt geschickt wurden. Ein bisher unveröffentlichtes Lied, habe ich herausgeschnippelt und auf Soundcloud gestellt:

Propaganda auf allen Kanälen
ich schau mir alles an und muss doch wählen
zwischen RT Deutsch und Spiegel TV
Und BILD mir meine Meinung, wenn ich mich trau

Propaganda auf tausend Twitterkanälen
ich versuche mich durch das Gestrüpp zu quälen
wer war das denn alles mit dem ganzen Morden
und ist Assad jetzt ein guter Kerl geworden?

Sind es Revolutionäre oder Terroristen
Schiitische Sektierer oder Sekularisten
ist es Befreiung oder Massenmord
ich glaube alles – und ich glaub kein Wort!

Ich zieh‘ mir die blutigen Bilder rein
ich soll immer auf irgend’ner Seite sein
Doch ob Putin, Assad, Trump und Erdogan…
ihr könnt von mir aus alle zur Hölle fahr‘n

Weil auf den Videos keine Schauspieler waren!
WEIL AUF DEN VIDEOS KEINE SCHAUSPIELER WAREN!

Sowas kommt raus, wenn man versucht, sich bei Twitter oder so über den Syrienkrieg zu informieren.

Die Sendung auch noch mal als Ganzes aus Mixcloud:

Kopfstand Export: „Tour de Zone“

Eine Übernahme vom Kopfstand:

15. 3. Chóśebuz/Cottbus – Galerie Fango

17. 3. Budyšin/Bautzen – Bautzen rollt

Wegen schlechtem Wetter VERLEGT NACH NUCKNITZ! 20:00 in der Barakka.

18. 3. Pirna

20. 3. Chemnitz – Zukunft

21. 3. Plauen – Schuldenberg

[Achtet auf updates]

Ein Text von uns zur Motivation::

KOPFSTAND EXPORT
Tour de Zone

Dunkeldeutschland nennen sie es im Westen. Und tatsächlich sieht es auch ganz schön düster aus. Ein paar Schlaglichter reichen zur Verdeutlichung aus:
(mehr…)

Jahreswechsel, Kopfstände, Revolution

Schönes Neues allerseits

Hoffentlich ein Jahr, in dem die antiautoritäre Linke, die anarchistische und syndikalistische Bewegung Terrain zurückgewinnt! Lasst uns daran arbeiten.

Ein kleines Stückchen mag der Kulturscheiß, in dem ich so aktiv bin, beitragen. Nicht nur in der Kultur- und Mediensektion der FAU Berlin, die sich jetzt reaktiviert hat, was ich sehr schön finde und in der ich mich gerne mit vielen KollegInnen organisieren täte, mit denen ich bisher vor allem Bühnen geteilt habe. Kommt vorbei.
https://berlin.fau.org/strukturen/medien

Aber eben auch mit der Kultur selbst – zum Beispiel mit dem KOPFSTAND Nr. 27, der morgen – wie immer am 1. Donnerstag im Monat – 20:00 im SUPAMOLLY stattfinden wird.
Wir haben auch einen Gast: Merle*, die ganz toll Cello spielt und dazu traurige Lieder singt.
https://soundcloud.com/merlecello

Ansonsten noch empfehlenswert: Falls Ihr Euch für linke und ArbeiterInnenbewegungsgeschichte interessiert, solltet Ihr am 6. um 13:00 zur Straßenbahnhaltestelle am Friedrichshain kommen. Dort startet ein Rundgang dazu, auf dem ich auch ein paar Lieder von Brecht, Tucholsky, Mühsam und anderen spielen werde. http://fightandremember.blogsport.eu/76/sa-06-01-rundgang-das-rote-berlin/

Tags drauf wäre es dann schön, wenn wir alle nach Dessau fahren.
http://antifa-nordost.org/6809/7-januar-2018-berlin-faehrt-zur-oury-jalloh-gedenkdemo-nach-dessau/

Bis die Tage!

MACHT KAPUTT, WAS EUCH KAPUTT MACHT!

„RAW & DIRTY“ VIERTER TEIL:

Als ich letztens in der beim Verbot von Indymedia Linksunten von der Polizei heimgesuchten KTS in Freiburg gespielt habe, musste ich einfach dieses Lied covern.
Zum Hintergrund: https://netzpolitik.org/2017/wahlkampfmanoever-innenminister-verbietet-linksunten-indymedia-org/

Das Original (1970): https://www.youtube.com/watch?v=UwE8dlRnsio

Vierter Teil der Reihe „RAW & Dirty“.
Geschrieben für dem Kopfstand Nr. 24
http://kopfstand.blogsport.de/
Aufgenommen von Tom in der Traumstation im RAW in Berlin Friedrichshain. DANKE! http://www.traumstation.net/

Und jetzt hätte ich beinahe den dritten Teil vergessen:

Heini oder Terrorist?

Ich bin lange nicht mehr so wundervoll beschimpft worden. Is das Punk oder was? Diese kleine Collage ist auf jeden Fall ein gutes Futter für den nächsten Kopfstand:

Wie kann man einem solch selbstgerechten Idioten nur dieses Forum einräumen?. Hat m.E. etwas mit der Links-Verkommenheit von Teilen der Berliner Presse zu tun, was gerne als Liberalität verkauft wird. Dieser Heini schwingt sich zum selbstgerechten Richter der Zündler auf:: Autos von Leiharbeitsfirmen (wenn es die nicht gäbe, wären noch mehr arbeitslos) darf man abfackeln, Autos von Krankenschwestern nicht. Man hat ja vorher immer gefragt, bevor die Autos angezündet wurden. Und dann noch dieser Satz „Aber alles, was du schönmachst, wird sofort enteignet von der Immobilienwirtschaft.“ Enteignet kann man bekanntlich nur etwas, was einem anderen gehört. Und die Wohnungen gehören nun mal nicht den Mietern der Straße, sondern den Eigentümer, die vielleicht verkaufen wollen, weil sie keinen Bock mehr auf diese Stadt haben. Kauf bricht bekanntlich nicht Miete. Diese ständigen Begriffsumdeutungen ist einer der übelsten sprachliche Verrohungen in Berlin: Man braucht sich darüber allerdings nicht zu wundern, wenn selbst angeblich im Grundgesetz verankerte Parteien wie die Grünen mit Schildern wie „Die Häuser denen die drin wohnen“ offen für Enteignung werben. Investoren werden in Berlin durch die Bank als Spekulanten, Miethaie usw. verunglimpft. Wenn es diese Investoren nicht gegeben hätte bzw. noch geben würde, würde ein Großteil der (Ost-) Berliner noch heute in ihren abgefuckten, abgewohnten Häuser der Nachwendezeit hausen. Ich habe sie gesehen. In dieser Stadt gibt es offenbar keinen „common sence“ mehr, sondern nur noch links-grünes Allmachtsgeschwurbel, dass von Eigentum noch nie etwas gehört hat, es sei denn, es handelt sich um das eigene. Der ist aber mutig, dass der sich sogar mit Foto und seinen arg zweifelhaften Bekenntnissen pro Autobrandstiftung in der Presse veröffentlichen lässt. Polizei und Staatsanwaltschaft liest doch hier sicher auch mit? Einerseits finde ich es bedenklich, wenn der Tagesspiegel solchen Terroristen ein öffentliches Forum bietet; das hätte ich schlechtestenfalls von der taz erwartet, deren Tabubrüche man gewöhnt ist. Andererseits bietet dieser Artikel Einblick in die krude Gedankenwelt solcher Subjekte, und man versteht, dass fehlende, bzw. Noch nicht abgeschlossene Erkenntnisprozesse der Grund für asoziale Handlungen sind. Man möchte, dass alles so bleibt, wie es nie war. Deshalb darf auch nie etwas aufgehübscht werden. Es wäre daher wohl das beste, man macht einen großen Zaun um dieses Gebiet und konserviert es als Freilichtmuseum. Haben sich diese Trottel, ja ich bezeichne diese ‚ethnische Volksgruppe‘ als solche, jemals Gedanken darüber gemacht, wie es die Menschheit bis hierher geschafft hat? Wenn Eigentum genauso schlecht ist wie Erneuerung? Berlin wäre mit Sicherheit immer noch eine verträumte Sumpflandschaft. Ich verstehe den TS nicht. Eine Straftat ist eine Straftat und dafür gibt es keine politische oder ideologische Rechtfertigung. Es gibt keinen „guten“ Vandalismus. Jede Brandstiftung birgt zudem die Gefahr von Verletzten oder Toten weil Feuer unberechenbar ist und schnell außer Kontrolle geraten kann. Wie könnt ihr vom TS so jemanden eine Plattform bieten und damit allen Brüllen von „Systempresse“, “ Lügenpresse“ und anderem in der Richtung ihre Vorurteile bestätigen? Persönlich finde ich dieses Verharmlosen unverantwortlich. Ihr hab euch gerade selbst ins Knie geschossen. Da hilft es auch nicht, dass dieser Artikel nur noch schwer zu finden ist. Schon spannend das zu beobachten, wenn manche Leute aus ihren Kiezen durch bloße Mitgliedschaft in einer bestimmten Partei rausgeeckelt werden, und Personen, die solche zweifelhafte Ansichten propagieren, ruhig durch die Stadt spazieren, ohne was zu befürchten. Weder von der Polizei, noch von dem Mob, der z.B. eine Hetzjagd gegen Zahnartzt in Weißensee gemacht hat. Dieser Artikel ist natürlich noch ein Zeugniss davon, dass der Linksextremimsus mittlerweile Publikations- und Salonfähig sowie Mainstreambestimmend geworden ist. Es wird natürlich auch zu einer Gegenreaktion kommen, die man bereits mit 12,6% AfD im Bundestag sehen kann. Keiner soll sich aber später darüber überrascht zeigen, es ist alles logisch und liegt auf der Hand. Vielleicht sollte mal (zur Abwechslung) der Tagesspiegel auch mal Erfahrungen von Vermietern mit Mietern (bzw. sogenannten „Mietnomaden“) berichten. Somal zur Abwechslung. Achtung, bin selbst kein Eigentümer von vermieteten Immobilien, falls Antworten/Angriffe in die Richtung gedacht werden. „Paul“ lebt also zuweilen auch von HartzIV. Seltsam, dass diese Leute keine Hemmungen haben, sich vom „Schweinesystem“ und den es finanzierenden Frühaufstehern durchfüttern zu lassen. Aber wir wissen ja: erst das Fressen, dann die Moral. Ich war wirklich verblüfft, dass der Protagonist schon 39 ist. Ich hätte das dümmliche Gesülze höchstens einem 14 jährigen zugetraut. Schleichende Verblödung allenthalben … Wieso wird hier eigentlich einem offensichtlich Kriminellen Menschen (bzw. mit zumindest fragwürdigem Unrechtsbewußtsein) ein Forum geboten? Unterirdisch… Das ist längst noch nicht alles. Wobei es auch noch ein paar andere Kommentare gibt.Quelle – Kommentare des Tagesspiegel – Artikels „Das Für und Wider von Autobränden“

Will das wirklich jemand lesen? Interessant ist übrigens, dass sich die KommentatorInnen gar nicht die Mühe gemacht zu haben, zu versuchen, meine Sicht zu verstehen. Dann hätten sie vielleicht gemerkt, dass ich eher skeptisch bin, was Nutzen und Schaden von Autobränden für die Antigentrifizierungsbewegung betrifft.

„Die Frage ist: Nützt es Bewegungen gegen Gentrifizierung? Schafft oder blockiert es Verankerung im Kiez? Wie soll man das gewichten?“, sagt er und ruckelt auf dem Gartenstuhl hin und her. Es müsse über den Sinn von Aktionen, die bei den Nachbarn und im Rest der Stadt regelmäßig Verstörung auslösen, geredet werden. „Ob sie legal oder illegal, also kriminell, sind, ist dabei kein Kriterium.“ Denn legal seien ja wohl auch die Opposition in der DDR sowie Hausbesetzungen der Nachwendezeit nicht möglich gewesen. „Dennoch bleibt die Frage nach Sinn und Zweck beziehungsweise politischem Kosten und Nutzen der Autobrände.“

Aber für solche Feinheiten ist eben kein Platz. Ich werde also den Ehrentitel Heini mit Stolz vor mir hertragen. Was allerdings den Terroristen betrifft, muss ich leider ablehnen. Ich lehne Gewalt gegen Menschen – wenn es nicht Selbstverteidigung ist – ab.

Wo wir aber bei der Gewalt sind: Warum redet eigentlich kaum jemand über die Gewalt der Immobilienindustrie? Die Menschen aus ihren Wohnungen verteibt oder ihnen bis zu 2/3 ihres Einkommens für die Miete stiehlt? Und ja! Warum redet kaum jemand über die Gewalt die z.B. das Jobcenter ausübt, wenn es Leute in miserabel bezahlte (Leih)Arbeit presst? Wo ist die Diskussion über die Gewalttätigkeit der kapitalistischen Wirtschaftsweise?

Vielleicht sind die Autobrände ein hilfloser Ausdruck der Verzweiflung angesichts dieser Gewalt. Vielleicht ist dieser Ausdruck sogar kontraproduktiv, weil wir uns damit auf ein Terrain begeben, auf dem wir nur verlieren können, weil brennende Autos die Solidarität in den Kiezen nicht befördern, sondern die linke/anarchistische Bewegung eher isolieren. Aber nachvollziehen (nicht teilen) kann ich diesen Ausdruck (und mich gleichzeitig sehr darüber ärgern, wenn es – wie viel zu oft – die Falschen trifft. Und ich muss es wohl noch mal klar sagen: Jedes abgebrannte Auto von „Krankenschwester Meier“ (also unsern NachbarInnen/Auch-MieterInnen/mit-Prekären/mit-Lohnabhängigen) ist eins zuviel.

Das Terrain auf dem wir etwas gewinnen können ist das der Solidarität in den Auseinandersetzungen um zu hohe Miete, zu wenig Lohn bzw gegen die Schikane auf den Ämtern. Und wenn wir grade nach Barcelona schauen – weniger auf die katalanischen (links)NationalistenInnen als auf den Generalstreik und die sozialen Bewegungen in dieser Stadt – könnten wir Einiges lernen.