Archiv der Kategorie 'geigerzaehler'

Ein Leben ohne Chefs und Miete…

…das wäre schön.

Heute 18:00 spiele ich ein paar Songs auf der Kundgebung der „Radikalen Linken“ auf dem Reuterplatz. Bis dann.

(Der Beitrag ist kurz, denn jetzt muss ich erstmal arbeiten.)

Neulich im Tunnel…

…tief und ziemlich j.w,d. unter Ostberlin. Mit dem Kollegen E. an der Gitarre.

KTS, LINKSUNTEN und zurück in die Zukunft

KTS und LINKSUNTEN

Zurück in Berlin. Tour sehr gemischt. Beeindruckt hat mich Freiburg. Wir haben das erste Konzert in der KTS gespielt, nachdem die Polizei da wegen LINKSUNTEN 5 Stunden lang alleine im Haus gewütet und Computer, Technik und Geld mitgenommen hat. Zum Glück war die Ausgleichskasse für schiefgegangene Konzerte in Freiburg nicht nötig. Es war ein angenehmer Abend mit einem wundervollem Publikum.

Vorher hatten wir noch die Gelegenheit uns auf der Straße mit LINKSUNTEN zu solidarisieren. Davon gibts ein Tondokument.

Ganz allgemein bin ich etwas erschrocken, wie schmal die Solidaritätswelle angesichts des krassen Angriffs auf die Pressefreiheit ist. Zumal es wirklich Unsinn ist, die AdministratorInnen von LINKSUNTEN für alles verantwortlich machen, was dort je geschrieben wurde. Da muss man sich nur Gleiches bei Facebook vorstellen.
Nun ja. Vielleicht dann doch erstmal de.indymedia.org, die auch ein gutes Solistatement geschrieben haben. Und sie sind zum Glück nicht die Einzigen.

Zurück in die Zukunft

Ich bin eigentlich etwas zu jung dafür. Trotzdem interessiere ich mich für DDR-Geschichte – grade auch für die Geschichte von Gegenkultur und Opposition. Weshalb ich mich sehr freue, bei folgender Veranstaltung zu spielen:

Remember 1987

Eine Veranstaltung zur Erinnerung an den Neonaziüberfall auf das Punkkonzert in der Zionskirche vor 30 Jahren

Am 17. Oktober 1987 fand in der, damals weitgehend ungenutzten, Zionskirche ein Punkkonzert mit der Ostberliner Band „Die Firma“ und der Westberliner Band „Element of Crime“ statt.Organisiert wurde es von einigen Leuten aus dem Kreis der Umweltbibliothek (ansässig im alten Gemeindehaus der Zionskirche) und der KvU (Kirche von Unten – damals noch obdachlos, später Villa Elisabeth).
Überregionale Bekanntheit erlangte es allerdings durch einen Überfall von Neonazis auf die Besucher gegen Ende des Konzertes. Da es damals schon gute Kontakte nach Westberlin gab, wurde in den dortigen Medien darüber berichtet und die DDR konnte das Ereignis nicht mehr stillschweigend übergehen. Zum ersten Mal musste die DDR zugeben eine neonazistische Subkultur zu haben.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis und zur Bewusstmachung, dass das Problem Neonazis (wieder) sehr aktuell ist, haben sich die KvU und der Schokoladen Mitte in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zionskirche entschlossen, diese Veranstaltung zu organisieren. An 2 Tagen (13./14.10.) werden Dokumentationen, Diskussionen und musikalische Beiträge das Thema aufgreifen.

Am Freitag,13.10., öffnet die Zionskirche ihre Türen um 18 Uhr. Auf der Empore unter dem Blauen Fenster wird ab 18.30 Uhr die Dokumentation „Nazis in der DDR: Der Fall Zionskirche“ gezeigt. Um 20 Uhr beginnt dann eine Diskussionsrunde mit Mitgliedern der Band „Element of Crime“, Organisatoren des damaligen Konzertes und Vertretern der Zionskirchgemeinde. Zum Abschluss des Abends wird „Geigerzähler“ ein unplugged Konzert geben. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

Kopfstand #24

Donnerstag, 5.10. 2017
20:00 Uhr
Supamolly (Jessnerstraße 41, Planet Erde)

Oktober. Herbst. Draußen sterben die Wespen. Drinnen wird es Zeit für den Kopfstand. Alle Kopfstand-Charaktere haben den Sommer überlebt, soviel sei schon mal verraten. Doch werden sie auch den Oktober überleben?

Kopfstand Plakat

Ja.

Aber… trotzdem. Es wird natürlich spannend. Und vielleicht… lügen wir ja auch. Apropos lügen: Beim nächsten Kopfstand bekommt jede Person eine Lügenfresse geschenkt!

Lügenfresse

Ein paar Schnippsel Kopfstand als Zine!


Der Papst mit Heft auf dem Weg nach Cottbus.

Inhalt:

03 – Kopfstand – Register
05 – Wie alles anfing
08 – Svantevit in Budyšin
10 – Lyrik aktuell
12 – Tom und der Whiskey
14 – Kopfstand – Organigramm
16 – Gernot
19 – Wussten Sie schon?
20 – Brandrede bei der HIGEDAK
21 – Wussten Sie schon?
22 – Baustellen
23 – Jürgen und Fliese in Moabit
27 – Wussten Sie schon?
--ENDE--

Zu haben ist das Heftchen bei unseren/meinen Auftritten – so lange der Vorrat reicht.

Mit dem Kopfstand durchs Sommerloch

Gleich gehts los: Zwischen den festen Terminen machen wir Strassenmusik und sind offen für weitere Konzerte in der einen oder anderen Kombination.

16. 8. Rügen – Kopfstand Export

17. 8. Anklam – 20:00 Demokratiebahnhof – Kopfstand Export – Facebook-Event

19. 8. Brandenburg/Havel – Kopfstand Export

25. 8. Hamburg Kopfstand – Export auf dem Gängeviertel – Geburtstag

2. 9. Davos – Box – Kopfstand Export

3. 9. Zürich Cafe Zähringer – Kopfstand Export

6. 9. Freiburg KTS – Solifür die FAU – Kopfstand Export – Ein schöner Werbetext

7. 9. München – Olga

8. 9. Regensburg

10. 9. Budyšin/Bautzen Zum ersten mal seit langem solo in BZ. Zusammen mit „FRÜCHTE DES ZORNS“ und Sahara B.

5. 10. Berlin der erste KOPFSTAND nach der Sommerpause

Fäden und Schlaglichter

Alles Gute, KvU!

Der Blues – unangepasste rotweintrinkende Langhaarige als Gegenentwurf zum grauen Fordismus realsozialistischer Prägung. Die große Gegenkultur in der DDR vor Punk. Mittendrin Freygang: DER BLUES MUSS BEWAFFNET SEIN! Ist er das? Anscheinend schon. Die DDR ist jedenfalls Geschichte.

Der bewaffnete Blues

Langhaarige auch im Westen. Lehrlinge in Westberlin und anderswo. Der BLUES besorgt sich Knarren und wird zum 2. JUNI. Aus kulturellem Gegenentwurf zum Fordismus westdeutscher Prägung wird Stadtguerilla. Gegen Kapitalismus, gegen Imperialismus und immer etwas mehr auf dem Teppich als die RAF. Erschreckend für die Behörden: Die breite Unterstützung.

Ein paar Jahre später:

In die schon bröselnde DDR fällt die KvU vom Himmel der Offenen Arbeit (mit großem O). Sanft schwebt sie über den Kirchentag mit Veranstaltungen zu wichtigen Themen wie „War Jesus ein Anarchist?“ – in feinster Kombination mit Blues- und Punkkonzerten. Und sie erzwingt eine Art autonomes Zentrum mitten im zerfallenden Postspätstalinismus, vereint Solidaritätsveranstaltungen für die Gefangenen aus der RAF (BRD) mit Mahnwachen gegen das Massaker am „Platz des himmlischen Friedens“ (China) und der Aufdeckung der Wahlfälschung (DDR). In der KvU wird die erste Antifagruppe Ostberlins gegründet, während der „erste sozialistische Staat auf deutschem Boden“ noch so tut als wäre nichts.

Noch ein paar Jahre später:

Die Wendeanarchie ist längst vorüber. Der Traum ist aus, die besetzten Häuser geräumt, legalisiert und zerstritten. Nur manchmal rumort es – wenn trotz Legalisierung geräumt wird. Die KvU macht solidarisch Punkkonzerte und manchmal mehr. In ihren Anfang der 90er bezogenen Räumen hat sie sich zu diesem Zweck einen hübschen Keller gebastelt. Das könnte alles seinen Gang gehen, wenn nicht so ein Immobilienheini finden würde, dass er in Mitte mehr Geld verdienen kann, wenn er statt der KvU ein paar Lofts verkauft. Anschließend gibt es Demos, Gerichtsprozesse, Strategiedebatten und Beharrlichkeit gegen Räumungsdrohungen. Irgendwann möchte der Eigentümer den Strom abdrehen. Ein kleiner Freundeskreis am Rande der KvU denkt: Das müssen wir ausprobieren! Tausend Bands im Kerzenschein! Es werden nur etwas weniger als 20 Bands und SolokünstlerInnen.

ALLES GUTE ZUM DREISSIGSTEN, KvU!

So viele Leute in den HEILIGEN HALLEN. So viel gefeiert, gesoffen und rebelliert. Soviele Leute in diesen Räumen und den Räumen davor. Zuviele auch, die nicht mehr mitfeiern können. Die Erde ist ihnen hoffentlich leicht. Was ist übrig vom BLUES, was vom 2. JUNI? Käme BENNO OHNESORG mit der Ringbahn zur Feier – er wäre 76 Jahre alt. Von Maden zerfressen auch KURRAS, diese Verkörperung des hässlichen Deutschlands – Mörder, Bulle, Autoritätsfetischist, Waffenfreak und bei der Stasi im Nebenberuf.

Was bleibt von den Revolten? Haben sie nicht ungewollt auch geholfen, den Fordismus in Ost und West gegen eine noch beschissenere Variante kapitalistischer Vergesellschaftung zu ersetzen? Den Kapitalismus modernisiert, statt ihn abzuschaffen? Statt Aufruhr und Rebellion die Angst, von der Gesellschaft ausgespuckt zu werden? Allein, atomisiert, zurückgeblieben – im Rattenrennen der Selbstvermarktung im individuellen Arbeitskraftunternehmertum. Keine Solidarität nirgends?

Wohin mit den alten Träumen im postfordistischen Allerlei? Wohin mit der kulturellen Rebellion im neoliberalen Vermarktungszwang?

Was ist jetzt mit den Versprechen aus den alten Revolten?

Wo ist denn jetzt die Freiheit?

Nehmen wir die Fäden auf. Spinnen wir sie neu und anders. Spinnen wir sie heute!

DER BLUS MUSS BEWAFFNET SEIN!


PS: Der Autor war bei den ersten beiden Schlaglichtern nicht dabei, ein paar Jahre später konnte er mit kindlichen Ohnen schon ein entferntes Echo vernehmen. Den Rest hat er selbst miterlebt – eher als Randfigur der heiligen Hallen.

30 Jahre KvU wollen auch gefeiert werden. Das wird mit einem ganzen Stapel Veranstaltungen passieren. Auftakt ist das KvU – Unplugged am 2. Juni. Ganz im Sinne des Weiterspinnens Soli für die Prozesskosten gegen die KAUFHALLE DER SCHANDE. Sehr interessant dürfte auch die Buchvorstellung „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“ werden

KvU Unplugged IV

02. 06. 19:00
in den Heiligen Hallen

Musik und Texte unter anderem von Ahne, Avi von Bukahara, Benny Baupunk, Dampf in allen Gassen, Eva Supertramp, Glittasphyxia, Geigerzähler, Konny, Juppiescheuche, Motz Art Berlin, Paula, Potter, Prunx, Sahara B., Wayne Lost Soul, Yok


Überschüsse gehen an die FAU Berlin zur Deckung der Prozesskosten gegen die verdammte KAUFHALLE DER SCHANDE, die seit zweieinhalb Jahren immer noch nicht die Bauarbeiter bezahlt hat. http://berlin.fau.org

Facebook-Veranstaltung.

Vor zweieinhalb Jahren gab es schon mal ein „KvU Unplugged Spezial“ mitten im Winter – direkt vor der „Mall of Shame“. Damals schrieben wir:

„KvU Unplugged“ solidarisiert sich mit den Bauarbeitern, die den Einkaufstempel „Mall of Berlin“ gebaut, dafür immer noch keinen Lohn bekommen haben und sich zusammen mit der Basisgewerkschaft FAU dagegen wehren.
Zu diesem Zweck organisieren wir eine Kulturkundgebung vor der Mall of Shame. Am Dienstag, den 16. Dezember wird zwischen 18:00 und 20:00 neben Redebeiträgen ein für „KvU – Unplugged“ typisches Kulturprogramm mit Bands, Lesungen und Theater stattfinden.

„KvU Unplugged“ entstand in den Protesten gegen die drohende Räumung des aus der linken DDR – Opposition hervorgegangenen Jugend- und Kulturzentrums KvU – Kirche von Unten. Als dieser der Strom abgedreht werden sollte, solidarisierten sich über 30 KünsterInnen mit einem legendären Kulturprogramm im Kerzenschein. Wiederholt wurde die Veranstaltung als Soliabend für den „Refugee – Strike Berlin“.
Am kommenden Dienstag gehen wir erstmals auf die Straße. Wir hoffen, in Zeiten von PEGIDA und HOGESA ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen.

Das kann eigentlich genau so stehenbleiben.

Schliesslich gilt es noch die öfter gestellte Frage zu beantworten, wer da eigentlich auf unserem Cover abgedruckt ist: Der hier!

Kommt ein Happy End in Bitterfeld?

Es gibt so Tage wo der Wurm drin ist. Das hab ich schon gemerkt, bevor der Papst uns angerufen hat. Warum wusste ich nicht. Schliesslich ist die VL in Halle ein absolut unterstützenswertes Projekt, das zudem noch einen absolut coolen und geschichtsträchtigen Namen hat. Dann hat Hanz angerufen. Sein Bass ist geklaut… WAS! DER BASS IST GEKLAUT! IN BITTERFELD!

Einen Tag später schrieb Hanz auf facebook:

Shit happens…
Mein legendärer Plattenbau-Bass ist mir am Bitterfelder Bahnhof geklaut worden. Hab mich im Bahnhofsbuchhandel festgelesen. Nachher war der Bass weg. Samstag so gegen 16 Uhr.
So sah der aus:

(übrigens ein altes Foto meiner verflossenen Formation Jazzbanane)
War in Bitterfeld eingepackt in eine Tasche aus dunkelblauer Plane, aber von dem verpackten Bass habe ich kein Foto.

Ich twitterte zeitgleich ein wenig und über 300 Leute retweeteten meine kleine Suchanzeige. Und das gibt Hoffnung. Denn der Bass von Hanz ist wirklich unverwechselbar! Irgendwer von diesen 300 Leuten wird den doch bemerken, wenn er nicht (was wirklich das mieseste wäre) in einem Keller verschimmelt.

Was mich betrifft, spiele ich am Pfingstmontag nachmittags solo zum Grillen gleich hinterm bitterfelder Bahnhof im AKW. Falls der Bass noch in Bitterfeld ist, könnte der Finder/die Finderin ihn ja dort vorbeibringen. Ich würde ihn dann höchstpersönlich zum Papst schleppen. Der sollte jetzt aber auch noch mal zu Wort kommen – mit einen wunderbaren Lied:

Ps: Danke an den Bassisten in der VL, der uns ohne zu zögern seinen Bass geliehen hat, danke AKW, danke allen RetweeterInnen…

Leipziger Platz und langer Atem

Manche Geschichten dauern einfach zu lange. Zum Beispiel die mit der verdammten KAUFHALLE DER SCHANDE*, die noch immer nicht die rumänischen Bauarbeiter bezahlt hat. Als wir uns da bei eisigen Temperaturen** zu einem Soli KvU-Unplugged-Spezial getroffen, musiziert, Theater gespielt und Parolen gebrüllt haben, hofften wir noch auf schnelle Siege durch Solidarität und öffentlichen Druck.

KvU unplugged 2014 (vor der Mall of Shame) from R.E. on Vimeo.

Wir kommen immer wieder bis die Arbeiter ihr Geld kriegen, tönten wir damals. Gefühlte 100 Gerichtsprozesse, Demos, Kundgebungen, Soliparties und über 2 Jahre später kann ich als Musiker dieser Ansage Taten bzw. Songs folgen lassen, was mich freut. Ebenfalls erfreulich: Am 29. 4. wird es wärmer sein!

Eingebettet ist die Kundgebung in einen Aktionstag anarchosyndikalistischer Gewerkschaften zu Arbeit und Migration.

*Ich habe irgendwie die Hoffnung, dass sich die Besitzer der „Mall of Berlin“ ärgern, wenn ihr mässig beliebtes und besuchtes Shoppingmonster ganz ossimässig als „Kaufhalle“ bezeichnet wird
**Wichtig ist da zu beachten, dass das was die Bauarbeiter gemacht haben, ne ganz andere Liga war. Nicht wie wir MusikerInnen und FlyerverteilerInnen mal für ein paar Stunden in der Kälte – die waren jeden Tag dort!