Archiv der Kategorie 'geigerzaehler'

Kopfstand 25

Heute Nacht hatte ich einen komischen Traum. Ich sitze im Supamolly auf der Bühne, habe aber keinen Text. Während die KollegInnen vorlesen stammle ich vor mich hin. Zum Glück sind es ja noch ein paar Tage bis zu einer ganz bestimmt außergewöhnlich tollen 25. Ausgabe des KOPFSTANDS:

Jetzt auch mit Ankündigung:

Die Welt steht Kopf und der Kopfstand stolpert vorwärts. Zum 25. Mal präsentieren SAHARA B, DER PAPST, SEINE FRAU UND EIN PORSCHE und GEIGERZÄHLER eine Seifenoper mit Menschen, Elchen und Meer-schweinchen in unübersichtlichem Hand-gemenge.
Während Jürgen sich vom getretenen Hund zu einem respektablen Mitbürger entwickelt, Anja über Antifa in Ostdeutschland nach-denkt, wendet sich Shadia einem insurrek-tionalistischem Wald und Wiesen – Anarchis-mus zu. Was Tom der Elch dazu denkt und wie das alles mit Meerschweinen, Outdoorläden und der der Schasi bei Bautzen zusammen-hängt, erfahrt ihr am kommenden
Donnerstag um 20:00 im SUPAMOLLY.

Jessener Str. 41, Friedrichshain, S-Bahn Frankfurter Allee

Mittwochsmugge

Nach längerer Zeit mal wieder ein richtiges Solokonzert im Friedrichshain. Und das noch mit den geschätzten Kollegen aus Belarus.

MACHT KAPUTT, WAS EUCH KAPUTT MACHT!

„RAW & DIRTY“ VIERTER TEIL:

Als ich letztens in der beim Verbot von Indymedia Linksunten von der Polizei heimgesuchten KTS in Freiburg gespielt habe, musste ich einfach dieses Lied covern.
Zum Hintergrund: https://netzpolitik.org/2017/wahlkampfmanoever-innenminister-verbietet-linksunten-indymedia-org/

Das Original (1970): https://www.youtube.com/watch?v=UwE8dlRnsio

Vierter Teil der Reihe „RAW & Dirty“.
Geschrieben für dem Kopfstand Nr. 24
http://kopfstand.blogsport.de/
Aufgenommen von Tom in der Traumstation im RAW in Berlin Friedrichshain. DANKE! http://www.traumstation.net/

Und jetzt hätte ich beinahe den dritten Teil vergessen:

Kommse ran! – The Incredible Herrengedeck lädt ein

Die Welt steht Kopf – der Kulturbetrieb geht weiter. Aber nicht ganz so wie sonst:

Nazis im Bundestag, Polizeigewalt von Hamburg bis Barcelona, Linksunten verboten und die Mieten steigen ins unbezahlbare? Was kann man da gegen machen? Richtig: auf die Straße gehen!
- Aber demonstrieren…? Ist das nicht nicht gefährlich und irre kompliziert?
- Nein, wir zeigen wie man es richtig macht! Kommt alle zum großen The Incredible Herrengedeck Demoworkshop Von A wie Anticapitalista bis Z wie … Zapatista Soli-Kaffee!
Transpimalen, Parolen üben, Ketten bilden, da ist für jeden was dabei! Und zwischendurch gibt es natürlich auch zahlreiche Kulturbeiträge.
Als Gastreferent*innen und ausgewiesene Expert*innen sind dabei: Esels Alptraum, Paul Geigerzähler, Lena Stoehrfaktor & Punkrock MC!

Mal in Berliner Mundart pöbelnd, mal rappend und mal accapella, manchmal trashig, meistens lustig, oft politisch: seit über zehn Jahren spielen sich The Incredible Herrengedeck mit ihren Chanson-Punk durch die Kneipen und Clubs der Stadt. Ein roter Faden ist dabei die Auseinandersetzung mit Berlin, ob als ganzes oder in einzelnen Bezirken und Szenen – immer wieder besingen die drei Herren ihre Heimatstadt die Menschen, die Kieze, die Gentrifizierung…

Um Berlin im weitesten Sinne geht es auch in der Mixed Show „Kommse ran!“ doch stehen hier die Künstlerinnen und Künstler, die der Berliner Underground in großer Zahl hervorbringt im Mittelpunkt. Viele von ihnen bleiben Geheimtipp und nur wenige von ihnen schaffen den Sprung auf die großen Bühnen. Zu Unrecht finden die Herrengedecke und präsentieren einige besonders geschätzte Kolleginnen und Kollegen in einer bunten Show aus Musik, Poetry, Kabarett, Theater und mehr. Also: Kommse ran!

Eintritt: 12,-€ erm. 8,-€

Ich bin gespannt!

„RAW & DIRTY“ (Teil 2)

Ticket to lose

Red in einer Sprache, die sonst niemand versteht
außer deinen Kumpels von der Universität
Mach Welterklärungen aus Moralin dir zu eigen
Dann kannst du mit dem Finger auf die Anderen zeigen
Rede über Privilegien, außer denen von Dir
Dann kannst du allen zeigen, du bist der Schlauste im Revier
Hast die Regeln begriffen, die Mechanismen verstanden
Vielleicht kannst du dann sogar auf ’nem Dozentensessel landen

Das ist das Ticket to lose…
… das Ticket to lose!

Dort bleibst du dann sitzen und erklärst den andern die Welt
Du bist ganz gut ausgestattet, mit Zeit und mit Geld
Dann baust du neue Codes, für die nächste Diskussion
Und der eingeweihte Zirkel folgt dir dann schon
Schau herunter auf die Prolls, die nicht auf dich hören wollen
Wenn du sie pädagogisch aufklärst, wie sie quatschen sollen
Versuch nie mit den zu reden, begib dich nicht auf das Niveau
Hör nicht darauf was sie sagen, denn Recht haste sowieso

Das ist das Ticket to lose…
… das Ticket to lose!

Das ist das Ticket to lose, doch nicht für deine Karriere
Selbst deine Radikalität kommt da nicht wirklich in die Quere
Es ist das Ticket to lose für die Emanzipation
Es ist der grade Weg in die Selbstisolation
In einer Zeit wo dunkle Wolken sich zusammenziehen
Glaubst du denn wirklich, du kannst ins Schneckenhaus entfliehen?
Falls es um Karriere geht ist das vielleicht wirklich einerlei
Doch wenn du jemals etwas ändern wolltest

Das ist das Ticket to lose!

Geschrieben für dem Kopfstand Nr. 24
http://kopfstand.blogsport.de/

Aufgenommen von Tom in der Traumstation im RAW in Berlin Friedrichshain. DANKE! http://www.traumstation.net/

Autobrände und Kultur

Vor etwa zwei Monaten hab ich einen Kaffee mit Robert Klages vom Tagesspiegel getrunken. Geplaudert haben wir auch. Über Autobrände und Militanz anlässlich des G20 in Hamburg. Ein schwieriges Thema, weil der Grat zwischen notwendiger Kritik an bestimmten Aktionen (abgebrannte Kleinwagen zum Beispiel) und einer Entsolidarisierung gegenüber Leuten, die mit großem persönlichem Risiko versuchen ernsthaft gegen die Gentrifizierung vorzugehen, sehr schmal ist. Und Letzteres unabhängig davon, was ich strategisch sinnvoll finde oder nicht. Dann steht natürlich noch die Frage im Raum, was von solchen Diskussionen eigentlich in die bürgerliche Presse gehört.

Wie auch dem auch sei. Heute ist tatsächlich der Artikel erschienen. Wie immer fällt es mir etwas schwer, den Artikel zu lesen, weil in solchen Artikeln nowendigerweise ein längeres Gespräch heruntergebrochen und Argumentationen stark verkürzt werden. Ich würde dann immer noch gern dies oder jenes anfügen um diesen oder jenen Missverständnissen vorzubeugen. Es ist jedoch sinnlos, allzu viel darüber nachzudenken.

Was mir aber wichtig ist: Autobrände sind eigentlich ein Nebenthema.
Interessanter sind Kampagnen wie Zwangsräumung verhindern oder die diversen lokalen MieterInnen – Inis und dergleichen. Soziale Basisorganisierung eben, die sich den menschenverachtenden Interessen der Immobilienwirtschaft entgegenstellt.

Ansonsten: Auch wenn ich Kopfschmerzen kriege angesichts der widersprüchlichen Rolle der Kultur (auch was davon in den ehemals besetzten Häusern stattfindet) im Gentrifizierungsprozess kriege, ist es auch kleine Lösung, keine Kultur mehr zu machen. Wir haben gestern den ersten Kopfstand in der SUPAMOLLY gemacht. auf dem Kopfstand – Blog steht dazu Folgendes:

Feindliche Stürme! Die S-Bahn hat den Betrieb eingestellt, die U-Bahn ist so voll, daß die Fahrgäste die Sardinen in der Büchse beneiden. Die Feuerwehr empfielt, das Haus nicht zu verlassen. Am selben Abend findet der erste Kopfstand am neuen Ort statt.

Schön wars! Auch wenn wir nicht in voller Besetzung lesen und spielen konnten, weil der Papst im brandenburger Regionalverkehr gestrandet ist und nach einigen Stunden Wartezeit zurück in die brandenburger Pampa gefahren wurde, war es ein schöner Kopfstand. Danke an alle, die die Warnungen der Feuerwehr buchstäblich in den Wind geschlagen haben. Danke ans SUPAMOLLY.

Wir sehen uns dann Anfang November am selben Ort.

Apropos Lesebühne: Am Sonntag spiele ich mal wieder mit Berlinska droha. Und zwar als Gast der Reformbühne Heim & Welt“ in der Jägerklause. Das wird schön.

Und weil heute der 7. Oktober ist, noch mal ein Lied über dieses komische untergegangene Land, in dem ich geboren bin (jaja, das mit der Mauer, damit niemand rauskam. Heute baut man ja die Mauern, damit niemand reinkommt. Toll!).

Rigaer 94 Hoffest

In der Volksbühne geht fast alles wieder seinen gewohnten Gang. Dafür macht die Rigaer 94 am Sonntag ein Hoffest. Ich spiele auch dort und zwar gegen 17:30.

Ob ich dieses uralte Lied spielen werde weiß ich noch nicht.

Aber ich verspreche mindestens 2 neue Songs, die noch nie auf ner Bühne waren. Das ist dann ein kleines bisschen Vorschau für den Kopfstand im Supamolly kommenden Donnerstag.

Ein Leben ohne Chefs und Miete…

…das wäre schön.

Heute 18:00 spiele ich ein paar Songs auf der Kundgebung der „Radikalen Linken“ auf dem Reuterplatz. Bis dann.

(Der Beitrag ist kurz, denn jetzt muss ich erstmal arbeiten.)

Neulich im Tunnel…

…tief und ziemlich j.w,d. unter Ostberlin. Mit dem Kollegen E. an der Gitarre.

KTS, LINKSUNTEN und zurück in die Zukunft

KTS und LINKSUNTEN

Zurück in Berlin. Tour sehr gemischt. Beeindruckt hat mich Freiburg. Wir haben das erste Konzert in der KTS gespielt, nachdem die Polizei da wegen LINKSUNTEN 5 Stunden lang alleine im Haus gewütet und Computer, Technik und Geld mitgenommen hat. Zum Glück war die Ausgleichskasse für schiefgegangene Konzerte in Freiburg nicht nötig. Es war ein angenehmer Abend mit einem wundervollem Publikum.

Vorher hatten wir noch die Gelegenheit uns auf der Straße mit LINKSUNTEN zu solidarisieren. Davon gibts ein Tondokument.

Ganz allgemein bin ich etwas erschrocken, wie schmal die Solidaritätswelle angesichts des krassen Angriffs auf die Pressefreiheit ist. Zumal es wirklich Unsinn ist, die AdministratorInnen von LINKSUNTEN für alles verantwortlich machen, was dort je geschrieben wurde. Da muss man sich nur Gleiches bei Facebook vorstellen.
Nun ja. Vielleicht dann doch erstmal de.indymedia.org, die auch ein gutes Solistatement geschrieben haben. Und sie sind zum Glück nicht die Einzigen.

Zurück in die Zukunft

Ich bin eigentlich etwas zu jung dafür. Trotzdem interessiere ich mich für DDR-Geschichte – grade auch für die Geschichte von Gegenkultur und Opposition. Weshalb ich mich sehr freue, bei folgender Veranstaltung zu spielen:

Remember 1987

Eine Veranstaltung zur Erinnerung an den Neonaziüberfall auf das Punkkonzert in der Zionskirche vor 30 Jahren

Am 17. Oktober 1987 fand in der, damals weitgehend ungenutzten, Zionskirche ein Punkkonzert mit der Ostberliner Band „Die Firma“ und der Westberliner Band „Element of Crime“ statt.Organisiert wurde es von einigen Leuten aus dem Kreis der Umweltbibliothek (ansässig im alten Gemeindehaus der Zionskirche) und der KvU (Kirche von Unten – damals noch obdachlos, später Villa Elisabeth).
Überregionale Bekanntheit erlangte es allerdings durch einen Überfall von Neonazis auf die Besucher gegen Ende des Konzertes. Da es damals schon gute Kontakte nach Westberlin gab, wurde in den dortigen Medien darüber berichtet und die DDR konnte das Ereignis nicht mehr stillschweigend übergehen. Zum ersten Mal musste die DDR zugeben eine neonazistische Subkultur zu haben.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis und zur Bewusstmachung, dass das Problem Neonazis (wieder) sehr aktuell ist, haben sich die KvU und der Schokoladen Mitte in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zionskirche entschlossen, diese Veranstaltung zu organisieren. An 2 Tagen (13./14.10.) werden Dokumentationen, Diskussionen und musikalische Beiträge das Thema aufgreifen.

Am Freitag,13.10., öffnet die Zionskirche ihre Türen um 18 Uhr. Auf der Empore unter dem Blauen Fenster wird ab 18.30 Uhr die Dokumentation „Nazis in der DDR: Der Fall Zionskirche“ gezeigt. Um 20 Uhr beginnt dann eine Diskussionsrunde mit Mitgliedern der Band „Element of Crime“, Organisatoren des damaligen Konzertes und Vertretern der Zionskirchgemeinde. Zum Abschluss des Abends wird „Geigerzähler“ ein unplugged Konzert geben. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.