Archiv der Kategorie 'Konzerte und Termine'

Kopfstand 26

Ein Elch feiert sich als Teil der Berliner Techno-Szene. Der Chef ihn als billige Arbeitskraft. Kleinkünstler essen Steine, Auftragskiller wandern durchs Watt gen Sylt. Ameise 2458 wird von der Ameisengewerkschaft durch den Tagebau gejagt. Ein ehemaliger Hausbesitzer bewohnt die einzige Sozialwohnung der Rigaer Straße. Zwei Menschen sind schwer verliebt. Wie ätzend für alle anderen. Eine in Vergessenheit geratene Kopfstand-Figur taucht wieder auf, eine andere taucht ab und eine Dritte arbeitet als Wachhund auf einer 3000Hektar großen Baustelle.

Zu viel des Guten! Das Ministerium für Schafs-Sicherheit (Schasi) schaltet sich ein. Verspätet, aber besser als nie.

Und zu allem Überfluss ist auch noch Weihnachten.

07.12.17
Einlass 20 Uhr – Beginn 20:30
Supamolly

Konzerte und wichtigere Dinge…

Schön wars gestern mit „Dzieciuki“. Ein kleines Konzert mit vielen lieben Leuten, eine gerissene Saite bei einem Abschlusssong mit Uta als Gast. Trotz der Saite irgendwie das Lied weitergespielt. Eigentlich hätte es so klingen sollen:

Dann die Kollegen, die auch ein sehr schickes Konzert gespielt haben. Und schließlich noch mal alle zusammen: Revolutionsmusik.
Jaja, schön wars! Fast wie an einem mährischen Stausee.

Es muss ja weitergehn! Zum Beispiel heute Abend im Urban Spree auf dem RAW – Gelände:

Auf ihrer irregulären Flugbahn durch den alltäglichen Wahnsinn gelang es den PrunX 2017 nun bereits zum zweiten Mal, bei German Shepherd Records anzudocken, um ihre künstlerische Verarbeitung der Realität in Umlauf zu bringen: vol. III im Juni und Mind Trajectory am 3. November!
Im Rendezvous mit ihren LieblingsSpaceCowboys ohne Stiefel, kurz Dirty Feetz und mit wissenschaftlicher Betreuung durch den Geigerzähler https://soundcloud.com/geigerzaehler samt blinder Passagiere kreuzen sie nun am 9. November auf der Ost-West-Achse Friedrichshains, das Landemanöver ist eingeleitet, Koordinaten Urban Spree, voraussichtliche Ankunftszeit gleich nach der Tagesschau. Ihr seid zur Begrüßung herzlich eingeladen, raumfähige Kleidung, lebenserhaltende Maßnahmen in Form von zustimmenden (Hand-)Bewegungen und Spenden bei Verlassen der Lokalität sind schwer erwünscht

…schreiben die PRUNX auf der Facebook – Veranstaltungsseite. Ich mache den Opener – also kommt nicht zu spät, wenn Ihr mich hören wollt.

Vorher gehe ich aber noch demonstrieren. Ich hoffe wir sehen uns um 17 Uhr an der Levetzowstr: Aus dem lesenswerten Aufruf:

„Erinnern heisst handeln” (Esther Bejarano, Auschwitz-Komitee) Wenn wir heute an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, heisst das, dass wir ihrer Opfer gedenken, ihnen Namen und Geschichte geben. Es heisst auch, dass wir antifaschistisch wachsam sind gegenueber einer Gesellschaft, deren autoritaere und ressentimentgeladende Tendenzen wieder offener zu Tage treten. Die Novemberpogrome stellten einen ersten Hoehepunkt der antisemitischen Verfolgung dar, aber passierten nicht aus dem Nichts heraus. Die deutsche Gesellschaft stimmte in die Vernichtungspolitik ein. „Aus der Erfahrung unseres Lebens sagen wir: Nie mehr schweigen, wegsehen, wie und wo auch immer Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Auslaenderfeindlichkeit hervortreten!“
Dies haben uns die ueberlebenden Opfer des Nationalsozialismus und lebenslange Kaempfer*innen immer wieder aufgetragen, sie haben uns begleitet, unterstuetzt und ermutigt. Sie haben uns erklaert, was es bedeutet, als Gefluechtete*r leben zu muessen, was es bedeutet, nicht mehr als Mensch betrachtet zu werden. Wir werden unsere Kaempfe bald ohne sie fuehren und eigene Worte und Wege finden muessen. Dem Gedenken an die deutschen NS-Verbrechen auch weiterhin Gehoer zu verschaffen sowie Konsequenzen daraus einzufordern, bleibt einer der wichtigsten Aufgabe fuer alle Antifaschist*innen.

Wasted in Dahlem

Wann komme ich schon mal in den fernen Westen von Berlin? Höchstens wenn ich in den Osten fahre – z.B. nach Potsdam, Brandenburg, Magdeburg…
Nun ja. Morgen bleibe ich mal hängen und spiele für die Studis. Is ja auch mal schick!

Für einen Abend verwandeln wir das Studi-Cafe Pi zum Kulturwohnzimmer. Es gibt akustische Live-Musik, Improtheater, kleine Lesungen und noch manches anders. Kommt vorbei und bringt Neugier und Entdeckungsfreunde mit. Lasst uns gemeinsam einen Abend in Dahlem verschwenden.

Line Up Paul Geigerzähler (Punk mit Geige und Gesang) https://soundcloud.com/geigerzaehler Merle* (Songwriterin) https://soundcloud.com/merlecello die impro.fabrik (Theater) http://improfabrik.berlin/ A und B (Lagerfeuerpop) https://soundcloud.com/aundb – mehr Überraschungen möglich.

Kopfstand 25

Heute Nacht hatte ich einen komischen Traum. Ich sitze im Supamolly auf der Bühne, habe aber keinen Text. Während die KollegInnen vorlesen stammle ich vor mich hin. Zum Glück sind es ja noch ein paar Tage bis zu einer ganz bestimmt außergewöhnlich tollen 25. Ausgabe des KOPFSTANDS:

Jetzt auch mit Ankündigung:

Die Welt steht Kopf und der Kopfstand stolpert vorwärts. Zum 25. Mal präsentieren SAHARA B, DER PAPST, SEINE FRAU UND EIN PORSCHE und GEIGERZÄHLER eine Seifenoper mit Menschen, Elchen und Meer-schweinchen in unübersichtlichem Hand-gemenge.
Während Jürgen sich vom getretenen Hund zu einem respektablen Mitbürger entwickelt, Anja über Antifa in Ostdeutschland nach-denkt, wendet sich Shadia einem insurrek-tionalistischem Wald und Wiesen – Anarchis-mus zu. Was Tom der Elch dazu denkt und wie das alles mit Meerschweinen, Outdoorläden und der der Schasi bei Bautzen zusammen-hängt, erfahrt ihr am kommenden
Donnerstag um 20:00 im SUPAMOLLY.

Jessener Str. 41, Friedrichshain, S-Bahn Frankfurter Allee

Mittwochsmugge

Nach längerer Zeit mal wieder ein richtiges Solokonzert im Friedrichshain. Und das noch mit den geschätzten Kollegen aus Belarus.

MACHT KAPUTT, WAS EUCH KAPUTT MACHT!

„RAW & DIRTY“ VIERTER TEIL:

Als ich letztens in der beim Verbot von Indymedia Linksunten von der Polizei heimgesuchten KTS in Freiburg gespielt habe, musste ich einfach dieses Lied covern.
Zum Hintergrund: https://netzpolitik.org/2017/wahlkampfmanoever-innenminister-verbietet-linksunten-indymedia-org/

Das Original (1970): https://www.youtube.com/watch?v=UwE8dlRnsio

Vierter Teil der Reihe „RAW & Dirty“.
Geschrieben für dem Kopfstand Nr. 24
http://kopfstand.blogsport.de/
Aufgenommen von Tom in der Traumstation im RAW in Berlin Friedrichshain. DANKE! http://www.traumstation.net/

Und jetzt hätte ich beinahe den dritten Teil vergessen:

Kommse ran! – The Incredible Herrengedeck lädt ein

Die Welt steht Kopf – der Kulturbetrieb geht weiter. Aber nicht ganz so wie sonst:

Nazis im Bundestag, Polizeigewalt von Hamburg bis Barcelona, Linksunten verboten und die Mieten steigen ins unbezahlbare? Was kann man da gegen machen? Richtig: auf die Straße gehen!
- Aber demonstrieren…? Ist das nicht nicht gefährlich und irre kompliziert?
- Nein, wir zeigen wie man es richtig macht! Kommt alle zum großen The Incredible Herrengedeck Demoworkshop Von A wie Anticapitalista bis Z wie … Zapatista Soli-Kaffee!
Transpimalen, Parolen üben, Ketten bilden, da ist für jeden was dabei! Und zwischendurch gibt es natürlich auch zahlreiche Kulturbeiträge.
Als Gastreferent*innen und ausgewiesene Expert*innen sind dabei: Esels Alptraum, Paul Geigerzähler, Lena Stoehrfaktor & Punkrock MC!

Mal in Berliner Mundart pöbelnd, mal rappend und mal accapella, manchmal trashig, meistens lustig, oft politisch: seit über zehn Jahren spielen sich The Incredible Herrengedeck mit ihren Chanson-Punk durch die Kneipen und Clubs der Stadt. Ein roter Faden ist dabei die Auseinandersetzung mit Berlin, ob als ganzes oder in einzelnen Bezirken und Szenen – immer wieder besingen die drei Herren ihre Heimatstadt die Menschen, die Kieze, die Gentrifizierung…

Um Berlin im weitesten Sinne geht es auch in der Mixed Show „Kommse ran!“ doch stehen hier die Künstlerinnen und Künstler, die der Berliner Underground in großer Zahl hervorbringt im Mittelpunkt. Viele von ihnen bleiben Geheimtipp und nur wenige von ihnen schaffen den Sprung auf die großen Bühnen. Zu Unrecht finden die Herrengedecke und präsentieren einige besonders geschätzte Kolleginnen und Kollegen in einer bunten Show aus Musik, Poetry, Kabarett, Theater und mehr. Also: Kommse ran!

Eintritt: 12,-€ erm. 8,-€

Ich bin gespannt!

„RAW & DIRTY“ (Teil 2)

Ticket to lose

Red in einer Sprache, die sonst niemand versteht
außer deinen Kumpels von der Universität
Mach Welterklärungen aus Moralin dir zu eigen
Dann kannst du mit dem Finger auf die Anderen zeigen
Rede über Privilegien, außer denen von Dir
Dann kannst du allen zeigen, du bist der Schlauste im Revier
Hast die Regeln begriffen, die Mechanismen verstanden
Vielleicht kannst du dann sogar auf ’nem Dozentensessel landen

Das ist das Ticket to lose…
… das Ticket to lose!

Dort bleibst du dann sitzen und erklärst den andern die Welt
Du bist ganz gut ausgestattet, mit Zeit und mit Geld
Dann baust du neue Codes, für die nächste Diskussion
Und der eingeweihte Zirkel folgt dir dann schon
Schau herunter auf die Prolls, die nicht auf dich hören wollen
Wenn du sie pädagogisch aufklärst, wie sie quatschen sollen
Versuch nie mit den zu reden, begib dich nicht auf das Niveau
Hör nicht darauf was sie sagen, denn Recht haste sowieso

Das ist das Ticket to lose…
… das Ticket to lose!

Das ist das Ticket to lose, doch nicht für deine Karriere
Selbst deine Radikalität kommt da nicht wirklich in die Quere
Es ist das Ticket to lose für die Emanzipation
Es ist der grade Weg in die Selbstisolation
In einer Zeit wo dunkle Wolken sich zusammenziehen
Glaubst du denn wirklich, du kannst ins Schneckenhaus entfliehen?
Falls es um Karriere geht ist das vielleicht wirklich einerlei
Doch wenn du jemals etwas ändern wolltest

Das ist das Ticket to lose!

Geschrieben für dem Kopfstand Nr. 24
http://kopfstand.blogsport.de/

Aufgenommen von Tom in der Traumstation im RAW in Berlin Friedrichshain. DANKE! http://www.traumstation.net/

RAW & DIRTY (Teil 1)

Im Vorfeld des letzten Kopfstands sind ein paar Songs entstanden, die ich gerne in die Welt schicken wollte. Dankenswerterweise bot sich Tom aus der Traumstation im RAW – Gelände an, auf die Schnelle ein paar Aufnahmen zu machen:

Kopfstand

Mach den Überbau – zu deinem Fundament
wunder dich dann – wenn alles brennt
Versuch zu löschen – mit deiner Stirn
Ein stechender Schmerz in deinem Gehirn

Kopfstand!

Verlier dich in tausend Partikularidentitäten
den von heute, den von gestern, den neuen und den Späten
du kannst dich träumend im Labyrint verlaufen
ist kein Licht am Horizont – geh doch einfach einen saufen

Kopfstand!

ist das Fundament dann weg, falle einfach in den Keller
Falle immer tiefer immer weiter immer schneller
Und bist du dann verschüttet und kannst dich nicht mehr bewegen
ist es zu spät den Schalter noch mal umzulegen

Kopfstand!

Mach den Überbau – zu deinem Fundament
wunder dich dann – wenn alles brennt
Versuch zu löschen – mit deiner Stirn
Ein stechender Schmerz in deinem Gehirn

Kopfstand!

Überall Schmerz und alles ist aus
Die Welt steht auf dem Kopf und du kommst hier nie mehr raus
Der Rauch hat dir die Atemluft genommen
Und jetzt siehst du nur noch schwarz vorhin wars doch noch verschwommen

Kopfstand!

Heini oder Terrorist?

Ich bin lange nicht mehr so wundervoll beschimpft worden. Is das Punk oder was? Diese kleine Collage ist auf jeden Fall ein gutes Futter für den nächsten Kopfstand:

Wie kann man einem solch selbstgerechten Idioten nur dieses Forum einräumen?. Hat m.E. etwas mit der Links-Verkommenheit von Teilen der Berliner Presse zu tun, was gerne als Liberalität verkauft wird. Dieser Heini schwingt sich zum selbstgerechten Richter der Zündler auf:: Autos von Leiharbeitsfirmen (wenn es die nicht gäbe, wären noch mehr arbeitslos) darf man abfackeln, Autos von Krankenschwestern nicht. Man hat ja vorher immer gefragt, bevor die Autos angezündet wurden. Und dann noch dieser Satz „Aber alles, was du schönmachst, wird sofort enteignet von der Immobilienwirtschaft.“ Enteignet kann man bekanntlich nur etwas, was einem anderen gehört. Und die Wohnungen gehören nun mal nicht den Mietern der Straße, sondern den Eigentümer, die vielleicht verkaufen wollen, weil sie keinen Bock mehr auf diese Stadt haben. Kauf bricht bekanntlich nicht Miete. Diese ständigen Begriffsumdeutungen ist einer der übelsten sprachliche Verrohungen in Berlin: Man braucht sich darüber allerdings nicht zu wundern, wenn selbst angeblich im Grundgesetz verankerte Parteien wie die Grünen mit Schildern wie „Die Häuser denen die drin wohnen“ offen für Enteignung werben. Investoren werden in Berlin durch die Bank als Spekulanten, Miethaie usw. verunglimpft. Wenn es diese Investoren nicht gegeben hätte bzw. noch geben würde, würde ein Großteil der (Ost-) Berliner noch heute in ihren abgefuckten, abgewohnten Häuser der Nachwendezeit hausen. Ich habe sie gesehen. In dieser Stadt gibt es offenbar keinen „common sence“ mehr, sondern nur noch links-grünes Allmachtsgeschwurbel, dass von Eigentum noch nie etwas gehört hat, es sei denn, es handelt sich um das eigene. Der ist aber mutig, dass der sich sogar mit Foto und seinen arg zweifelhaften Bekenntnissen pro Autobrandstiftung in der Presse veröffentlichen lässt. Polizei und Staatsanwaltschaft liest doch hier sicher auch mit? Einerseits finde ich es bedenklich, wenn der Tagesspiegel solchen Terroristen ein öffentliches Forum bietet; das hätte ich schlechtestenfalls von der taz erwartet, deren Tabubrüche man gewöhnt ist. Andererseits bietet dieser Artikel Einblick in die krude Gedankenwelt solcher Subjekte, und man versteht, dass fehlende, bzw. Noch nicht abgeschlossene Erkenntnisprozesse der Grund für asoziale Handlungen sind. Man möchte, dass alles so bleibt, wie es nie war. Deshalb darf auch nie etwas aufgehübscht werden. Es wäre daher wohl das beste, man macht einen großen Zaun um dieses Gebiet und konserviert es als Freilichtmuseum. Haben sich diese Trottel, ja ich bezeichne diese ‚ethnische Volksgruppe‘ als solche, jemals Gedanken darüber gemacht, wie es die Menschheit bis hierher geschafft hat? Wenn Eigentum genauso schlecht ist wie Erneuerung? Berlin wäre mit Sicherheit immer noch eine verträumte Sumpflandschaft. Ich verstehe den TS nicht. Eine Straftat ist eine Straftat und dafür gibt es keine politische oder ideologische Rechtfertigung. Es gibt keinen „guten“ Vandalismus. Jede Brandstiftung birgt zudem die Gefahr von Verletzten oder Toten weil Feuer unberechenbar ist und schnell außer Kontrolle geraten kann. Wie könnt ihr vom TS so jemanden eine Plattform bieten und damit allen Brüllen von „Systempresse“, “ Lügenpresse“ und anderem in der Richtung ihre Vorurteile bestätigen? Persönlich finde ich dieses Verharmlosen unverantwortlich. Ihr hab euch gerade selbst ins Knie geschossen. Da hilft es auch nicht, dass dieser Artikel nur noch schwer zu finden ist. Schon spannend das zu beobachten, wenn manche Leute aus ihren Kiezen durch bloße Mitgliedschaft in einer bestimmten Partei rausgeeckelt werden, und Personen, die solche zweifelhafte Ansichten propagieren, ruhig durch die Stadt spazieren, ohne was zu befürchten. Weder von der Polizei, noch von dem Mob, der z.B. eine Hetzjagd gegen Zahnartzt in Weißensee gemacht hat. Dieser Artikel ist natürlich noch ein Zeugniss davon, dass der Linksextremimsus mittlerweile Publikations- und Salonfähig sowie Mainstreambestimmend geworden ist. Es wird natürlich auch zu einer Gegenreaktion kommen, die man bereits mit 12,6% AfD im Bundestag sehen kann. Keiner soll sich aber später darüber überrascht zeigen, es ist alles logisch und liegt auf der Hand. Vielleicht sollte mal (zur Abwechslung) der Tagesspiegel auch mal Erfahrungen von Vermietern mit Mietern (bzw. sogenannten „Mietnomaden“) berichten. Somal zur Abwechslung. Achtung, bin selbst kein Eigentümer von vermieteten Immobilien, falls Antworten/Angriffe in die Richtung gedacht werden. „Paul“ lebt also zuweilen auch von HartzIV. Seltsam, dass diese Leute keine Hemmungen haben, sich vom „Schweinesystem“ und den es finanzierenden Frühaufstehern durchfüttern zu lassen. Aber wir wissen ja: erst das Fressen, dann die Moral. Ich war wirklich verblüfft, dass der Protagonist schon 39 ist. Ich hätte das dümmliche Gesülze höchstens einem 14 jährigen zugetraut. Schleichende Verblödung allenthalben … Wieso wird hier eigentlich einem offensichtlich Kriminellen Menschen (bzw. mit zumindest fragwürdigem Unrechtsbewußtsein) ein Forum geboten? Unterirdisch… Das ist längst noch nicht alles. Wobei es auch noch ein paar andere Kommentare gibt.Quelle – Kommentare des Tagesspiegel – Artikels „Das Für und Wider von Autobränden“

Will das wirklich jemand lesen? Interessant ist übrigens, dass sich die KommentatorInnen gar nicht die Mühe gemacht zu haben, zu versuchen, meine Sicht zu verstehen. Dann hätten sie vielleicht gemerkt, dass ich eher skeptisch bin, was Nutzen und Schaden von Autobränden für die Antigentrifizierungsbewegung betrifft.

„Die Frage ist: Nützt es Bewegungen gegen Gentrifizierung? Schafft oder blockiert es Verankerung im Kiez? Wie soll man das gewichten?“, sagt er und ruckelt auf dem Gartenstuhl hin und her. Es müsse über den Sinn von Aktionen, die bei den Nachbarn und im Rest der Stadt regelmäßig Verstörung auslösen, geredet werden. „Ob sie legal oder illegal, also kriminell, sind, ist dabei kein Kriterium.“ Denn legal seien ja wohl auch die Opposition in der DDR sowie Hausbesetzungen der Nachwendezeit nicht möglich gewesen. „Dennoch bleibt die Frage nach Sinn und Zweck beziehungsweise politischem Kosten und Nutzen der Autobrände.“

Aber für solche Feinheiten ist eben kein Platz. Ich werde also den Ehrentitel Heini mit Stolz vor mir hertragen. Was allerdings den Terroristen betrifft, muss ich leider ablehnen. Ich lehne Gewalt gegen Menschen – wenn es nicht Selbstverteidigung ist – ab.

Wo wir aber bei der Gewalt sind: Warum redet eigentlich kaum jemand über die Gewalt der Immobilienindustrie? Die Menschen aus ihren Wohnungen verteibt oder ihnen bis zu 2/3 ihres Einkommens für die Miete stiehlt? Und ja! Warum redet kaum jemand über die Gewalt die z.B. das Jobcenter ausübt, wenn es Leute in miserabel bezahlte (Leih)Arbeit presst? Wo ist die Diskussion über die Gewalttätigkeit der kapitalistischen Wirtschaftsweise?

Vielleicht sind die Autobrände ein hilfloser Ausdruck der Verzweiflung angesichts dieser Gewalt. Vielleicht ist dieser Ausdruck sogar kontraproduktiv, weil wir uns damit auf ein Terrain begeben, auf dem wir nur verlieren können, weil brennende Autos die Solidarität in den Kiezen nicht befördern, sondern die linke/anarchistische Bewegung eher isolieren. Aber nachvollziehen (nicht teilen) kann ich diesen Ausdruck (und mich gleichzeitig sehr darüber ärgern, wenn es – wie viel zu oft – die Falschen trifft. Und ich muss es wohl noch mal klar sagen: Jedes abgebrannte Auto von „Krankenschwester Meier“ (also unsern NachbarInnen/Auch-MieterInnen/mit-Prekären/mit-Lohnabhängigen) ist eins zuviel.

Das Terrain auf dem wir etwas gewinnen können ist das der Solidarität in den Auseinandersetzungen um zu hohe Miete, zu wenig Lohn bzw gegen die Schikane auf den Ämtern. Und wenn wir grade nach Barcelona schauen – weniger auf die katalanischen (links)NationalistenInnen als auf den Generalstreik und die sozialen Bewegungen in dieser Stadt – könnten wir Einiges lernen.