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Atze Wellblech prähistorisch

Das ist lange her. Die Liebig 14 stand noch und die Brunnen 183 wurde gerade geräumt. Und an den Kopfstand haben wir noch gar nicht gedacht. Da waren Hanz und ich in Moabit und haben ein paar schöne Aufnahmen gemacht.

Der Papst schreibt:

Lange war es eine Legende. Ein Flüstern. Ein Raunen im Wind. Ein Sagenstoff, an dem sich die Fantasien entzünden, wie das Necronomicon, der Slenderman oder Area51. Offiziell wurde seine Existenz niemals zugegeben.
Letzte Woche Mittwoch fanden Bauarbeiter bei Aushubarbeiten in Berlin-Moabit dieses Tondokument, das von Experten als echt eingestuft wird.

Terminetermine…

Mal wieder meine Termine zusammengetragen. Es gibt ein paar schöne Konzertchen…

9. 6. Berlin Friedrichshain – Supamolly Strassenfest

15. 6. Leipzig – Mit/Als Atze Wellblech in der Gieszerstr.

16 6. LietzenSeaside-Festival

21. 6. Berlin Weissensee Freilichtbühne

29. 6. Berlin Lichtenberg – Fusion? Nein! Süsser kleiner Gig in einem Lichtenberger Hausprojekt (genaueres folgt).

13. 7. Reutlingen – Zelle

4. 8. WolmerschiedTropentango – Festival

15. 9. Berlin Schöneberg – Potse/Drugstore

16. 9. Berlin Friedrichshain – Gast auf der Reformbühne Heim und Welt

4. 10. Berlin Friedrichshain – KOPFSTAND im SUPAMOLLY

Unter Anderem spiele ich ja mal wieder mit/als Atze Wellblech. Da das letzte Konzert anderthalb Jahre her ist, hier eine kleine Erinnerung:

Mit dem Kopfstand durchs Sommerloch

Gleich gehts los: Zwischen den festen Terminen machen wir Strassenmusik und sind offen für weitere Konzerte in der einen oder anderen Kombination.

16. 8. Rügen – Kopfstand Export

17. 8. Anklam – 20:00 Demokratiebahnhof – Kopfstand Export – Facebook-Event

19. 8. Brandenburg/Havel – Kopfstand Export

25. 8. Hamburg Kopfstand – Export auf dem Gängeviertel – Geburtstag

2. 9. Davos – Box – Kopfstand Export

3. 9. Zürich Cafe Zähringer – Kopfstand Export

6. 9. Freiburg KTS – Solifür die FAU – Kopfstand Export – Ein schöner Werbetext

7. 9. München – Olga

8. 9. Regensburg

10. 9. Budyšin/Bautzen Zum ersten mal seit langem solo in BZ. Zusammen mit „FRÜCHTE DES ZORNS“ und Sahara B.

5. 10. Berlin der erste KOPFSTAND nach der Sommerpause

Kommt ein Happy End in Bitterfeld?

Es gibt so Tage wo der Wurm drin ist. Das hab ich schon gemerkt, bevor der Papst uns angerufen hat. Warum wusste ich nicht. Schliesslich ist die VL in Halle ein absolut unterstützenswertes Projekt, das zudem noch einen absolut coolen und geschichtsträchtigen Namen hat. Dann hat Hanz angerufen. Sein Bass ist geklaut… WAS! DER BASS IST GEKLAUT! IN BITTERFELD!

Einen Tag später schrieb Hanz auf facebook:

Shit happens…
Mein legendärer Plattenbau-Bass ist mir am Bitterfelder Bahnhof geklaut worden. Hab mich im Bahnhofsbuchhandel festgelesen. Nachher war der Bass weg. Samstag so gegen 16 Uhr.
So sah der aus:

(übrigens ein altes Foto meiner verflossenen Formation Jazzbanane)
War in Bitterfeld eingepackt in eine Tasche aus dunkelblauer Plane, aber von dem verpackten Bass habe ich kein Foto.

Ich twitterte zeitgleich ein wenig und über 300 Leute retweeteten meine kleine Suchanzeige. Und das gibt Hoffnung. Denn der Bass von Hanz ist wirklich unverwechselbar! Irgendwer von diesen 300 Leuten wird den doch bemerken, wenn er nicht (was wirklich das mieseste wäre) in einem Keller verschimmelt.

Was mich betrifft, spiele ich am Pfingstmontag nachmittags solo zum Grillen gleich hinterm bitterfelder Bahnhof im AKW. Falls der Bass noch in Bitterfeld ist, könnte der Finder/die Finderin ihn ja dort vorbeibringen. Ich würde ihn dann höchstpersönlich zum Papst schleppen. Der sollte jetzt aber auch noch mal zu Wort kommen – mit einen wunderbaren Lied:

Ps: Danke an den Bassisten in der VL, der uns ohne zu zögern seinen Bass geliehen hat, danke AKW, danke allen RetweeterInnen…

Atze Wellblech am 18. März

Zum Tag der politischen Gefangenen spiele ich mal wieder mit Atze Wellblech in den schönen neuen Heiligen Hallen soli für die Rote Hilfe. Vorher proben morgen ab halb vier wir mal öffentlich in der Spandauer Fußgängerzone. Geld muss ja auch noch reinkommen für die Schrippen und so. Eingegroovt und abgehärtet durch den rauhen spandauer Märzwind spielen wir bestimmt ein tolles Konzert. Die Bühne teilen wir uns mit Konny und Wunstra.

Kopfstand 20 in Bild und Ton

Ein Clip von Robert Eckstein:

KOPFSTAND#20 – musikalische Chaos-Kulturbühne aus Berlin from R.E. on Vimeo.

Kopfstand, Export und Atze Wellblech

Schönes Neues!

Den 19. Kopfstand haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Schön isses gewesen. Nicht zuletzt wegen A thousand yellow daisies, die uns mit ihren traurigen Liedern bezauberte. Beim Wortanteil sind zu Saharas Texten Tränen geflossen. Lachtränen. Ein Beispiel: „Drei bescheuerte Kleinkünstler“ (die anderen Teile folgen demnächst). Hanz und ich haben auch was geschrieben: „Es wird hell“ (ein bekiffter Jürgen denkt über die Welt nach). Und ja, ich auch: „Zum Glück kein Nafri“.

Demnächst fahren wir ein bisschen in der Gegend herum. Leider ohne den Papst, denn der hat terminliche Schwierigkeiten. Die Tour fängt in Halle an. Auf der Website der VL steht in bisher kürzester Form, was der Kopfstand eigentlich ist:

Ein Sammelsurium trashiger Geschichten aus den Trümmern der Hausbesetzerszene. Zwischen Kneipensumpf und Gesellschaftskritik, zwischen Dreiecksbeziehung und Knast, zwischen Hausbesetzung und Hackerangriff treiben die Figuren durch das wirre Leben. Es geht um einen vor die Hunde gekommener ehemaliger IT-Pionier, eine pleite gegangene Esoterik-Unternehmerin, ein gerade geboren werdendes Baby und 2 der menschlichen Sprache mächtige Elche (Aufzählung unvollständig). In den Nebenrollen u.a. eine mafiöse Organisation, die eine der Hauptfiguren auf dem Kieker hat, eine Psychosekte, die über mysteriöse Einflussmöglichkeiten verfügt, und der nordkoreanische Geheimdienst.

21. 1. Halle VL

22. 1. Saalfeld – Schlossberg

24. 1. Regensburg

25. 1. Davos Box

28. 1. Basel OFF

1. 2. Kassel im „ColorLabor“ (das ist der KulturWerkstattLaden vom Hausprojekt Agathe, Tannenheckerweg 3

Dann fahren wir für den regulären Kopfstand mal kurz nach Berlin…

2. 2. Berlin Prenzlauer Berg – KOPFSTAND Nr. 20 um 8 Uhr abends in der BAIZ mit ALARM aud Dresden und endlich gaaaaanz offizieller Sollbruchstellen CD-Release. Außerdem Wiedersehen mit Hanz.

…und schließen das Ganze im guten Sachsen ab.

3. 2. Meissen – Kopfstand – Export

Als Nachschlag gibt es kurz darauf den ersten Kopfstand-Export in Berlin.

9. 2. Berlin Friedrichshain Kopfstand Export im Schein der Leselampe in der Zukunft (am Ostkreuz)

Jenseits des Kopfstands spiele ich dann am 19. 2 zur Abwechslung mal wieder Solo als Gast der Reformbühne in der friedrichshainer Jägerklause. Und am 18. 3. kommt tatsächlich, wirklich und in echt das erste Atze Wellblech – Konzert seit eineinhalb Jahren. Diesmal in den Heiligen Hallen.

Zur Erinnerung:

Der 18. Kopfstand

Am ersten Dezember wird die weltbekannte Waschbrett-Geige-Kontrabass-Lesebühnen-Soap wird volljährig.

Der*die*das Kopfstand kann jetzt wählen gehen und Waschmaschinen kaufen. Aber wird er*sie*es das auch tun? Elche beschließen unterdessen, nach einer halben Flasche Whisky, straight edge zu werden. Die FAE (Föderation Anarchistischer Elche) wird wiederbelebt. Gangstarapper Jürgen und Gangstarapperin Martina haben sich getrennt, Anja hat davon noch nichts mitbekommen und schreibt weiter Briefe aus Budyšin/Bautzen. Die aus dem Zoo ausgebrochenen Tiere, das Sigmar Gabriel Truth Movement, HIGEDAK (Hipster gegen die Animalisierung des Kiezes) und die Back to the roots-Bewegung für die Wiederbewaldung Berlins (BTTR) führen politische Debatten, die von der Wahrheits-Rap-Combo „Chemtrailfabrik“ begleitet werden. Zwischendurch spielt eine ko(s)mische Esoterik-Oi-Band namens „Die Erloi!chtung“ (ohm ohm ohm). Und so weiter und so fort. Wie so oft mit:
Geigerzähler (Geige, Texte, Arien), Sahara b. (Waschbrett, Texte, Gangstarap) Der Papst, seine Frau und sein Porsche (Coverband, Kontrabass, Mega-Hits, Texte). Special Guest: Wayne Lost Soul! Eintritt: Spende.

Putacion/Paraguay, 17.5.2039

Es war schon früher Nachmittag, als Lukas die Treppen zu Antonios Kellerwohnung herunterstieg. Viel Zeit hatten sie nicht, vielleicht 3 oder 4 Stunden, dann würde für ihn die allabendliche Ausgangssperre in Kraft treten. Bis 19 Uhr musste er zurück in der Unterkunft sein, das hatten die Behörden von Putacion so verfügt, nachdem es vor ein paar Wochen massiven Ärger gegeben hatte. Natürlich konnte er nichts dafür, und die allermeisten Europäer, die in seinem Containerlager wohnten, auch nicht; höchstens vielleicht diese paar Bekloppten aus Block 4, die gerne durch die Stadt zogen und ihre paar Pesos in Zuckerrohrschnaps umsetzten. Idioten hast du halt überall. Lukas sah zu, dass er sich von denen fernhielt, aber für die Einheimischen waren sie halt alle nur „die Europäer“…

Ein Text vom Papst. Weiter gehts beim Kopfstand-Blog, auf dem ab jetzt jeden Tag Auszüge aus den vergangenen 16 Kopfständen veröffentlicht werden.

Post aus Bautzen/Budyšin (Nr. 1)

In unserer monatlichen Seifenoper (immer am ersten Donnerstag in der Baiz) ist Anja grade nach Budyšin/Bautzen gezogen. Von da aus schreibt sie Briefe:

Liebe Martina

Hier in Bautzen ist es schön. Meine Mutter umsorgt uns liebevoll und die Altstadt ist wunderbar zum Spazierengehen mit Carola auf dem Arm. So viele alte Häuser, Türme, die Ortenburg. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber ich vermisse Dich. Was macht Jürgen? Ist er immer noch ein Elch? Komm doch mal 3 Tage nach Bautzen zur Erholung, dann kann ich dich endlich in echt umarmen.
Letztens waren wir in Dresden. Meine Mutter musste dort was einkaufen und ich dachte, daß so ein Tapetenwechsel eigentlich nichts Schlechtes ist. Woran ich nicht gedacht habe: Es war Montag. Ich schlendere also ganz gemütlich über den Neumarkt und da sehe ich ihn. Leibhaftig. Lutz Bachmann auf einem Pritschenwagen. Lutz Bachmann der quatscht, schreit und weiß wo es langgeht! Ich sage Dir, Martina: Das mit der Lügenpresse stimmt! Nicht weil die Presse schlecht über Pegida schreibt, sondern weil sie zu nett schreibt. Ich habe noch nie so abstruse Hetze aus einer derart seltsamen Parallelwelt gesehen. Die Hölle auf Erden. Wenn ich nur dran denke, muss ich fast Kotzen. Ein Glück, dass Carola schläft. Zuerst die Pegida-Hymne. Bombastischer Schwulst mit Kirchenglocken. Dann Debritz mit den Auflagen. Dann Wortfetzen: „Die Arbeitsscheuen Schreikinder“ – Das bin wohl ich. „ABSCHIEBEN!“ – Sprechchöre aus tausend Kehlen. Die Grenze müsse „geschlossen und ein Prozess der Remigration in Gang gesetzt werden“. „Die vergewaltigenden Horden von Nordafrikanern.“ Genau. DIE Nordafrikaner. Alle! Mir bleibt bei soviel unverblümten Rassismus die Spucke weg. Aber auf der Bühne – da gehts weiter. Hitler sei ein Anhänger des Islams gewesen und Pegida eine Art antifaschistische Bewegung. Aha. Frauenrechte werden gepredigt von Leuten, die sich noch nie dafür interessiert haben. Arabischer Antisemitismus wird kritisiert von den Meistern der Weltverschwörungstheorie. „Sie kommen um Europa zu besetzen“ wird ein ungarischer Bischof zitiert. „Wir bleiben um zu siegen und wir werden siegen“. Rufen die Pegidisten. Jetzt kommt Petra. „Die deutschen Männer sind keine Sexmonster“, sagt sie und hat eine interessante Mischung aus Versatzstücken des DDR-Feminismus und Rassismus zu bieten. Das Publikum ruft „Volksverräter!“
Petra: „Wir werden es nicht hinnehmen, das in unserem schönen Sachsen…“ Der Rest geht im Chor der Pegidisten unter. WIDERSTAND! schreien sie. Im schönen Sachsen, denke ich. Wo zwischen Polizei und Pegida kein Blatt passt. Wo sie sich mit Handschlag grüßen und das Problem immer die „Linksextremisten“ sind. Es ist schwer diesem Bachmann zuzuhören. Immer frage ich mich, ob er jetzt nicht langsam mal sagen sollte, dass das nur ein Sozialexperiment der Titanic oder so war. Das er sie alle verarscht hat. Aber nein. Für ihn und die selbstbewußten 1500 sächsischen Bürger, die da auf der Straße stehen, ist das was Bachmann und andere von der Bühne Kotzen die Realtität.
Was soll man da machen? Ich weiß es auch nicht, liebe Martina. Komm mich trotzdem mal in Bautzen besuchen. Da ist es schön mit all den Türmen. Unsere Tochter wächst und gedeiht. Aber ich frage mich manchmal, in was für eine schreckliche Welt wir sie hineingeschickt haben.

tausend Küsse und Umarmungen
Deine Anja