Archiv für März 2020

Reiselied

Heute Pause mit dem Coronabalkon. Der Kopfstand muss schließlich geschrieben werden. Dafür ein Lied, das sich grade etwas unwirklich anfühlt. Aufgenommen in desperater Stimmung vor etwas über einem Jahr für das Poesie-Album von „Früchte des Zorns“

THE GREAT ADVENTURES OF SLAGERPUNK

Ich muss an dieser Stelle noch mal betonen, wie großartig es ist, dass die „missratenen Töchter“ aus Hamburg beim kommenden Kopfstand ihre Vorabrelease machen. Sie schreiben auf ihrem Blog:

Kurz vorm großen Durchbruch kam der große Ausbruch…

Aber: Wir haben es gerade noch so geschafft unser erstes Album fertigzustellen. Punktlandung. We are ready to drop: THE GREAT ADVENTURES OF SLAGERPUNK Juhuu und Buhuu. Wir hatten eine große Dirndl-Tour geplant, wir wollten euch alle besuchen, auf Festivals spielen und touren. Alles dahin? Nein! Wir touren natürlich trotzdem. So wie alle anderen auch, jetzt durchs Internetz. Die neuen Aufnahmen werden im Livestream beim 47. Kopfstand das erste mal zu hören sein! Also schnappt euch ein Bier und feiert mit uns und den wunderbaren Menschen von Kopfstand aus Berlin das CD Vorabrelease beim virtuellen Quarantäne Kneipenabend! Klickt euch rein: am 02.04. um 20:30 Den Link zum Stream findet ihr unter: http://kopfstand.blogsport.de/2020/03/25/kopfstand-47″>Kurz vorm großen Durchbruch kam der große Ausbruch… Aber: Wir haben es gerade noch so geschafft unser erstes Album fertigzustellen. Punktlandung.

We are ready to drop: THE GREAT ADVENTURES OF SLAGERPUNK

Juhuu und Buhuu. Wir hatten eine große Dirndl-Tour geplant, wir wollten euch alle besuchen, auf Festivals spielen und touren. Alles dahin?
Nein! Wir touren natürlich trotzdem. So wie alle anderen auch, jetzt durchs Internetz.

Die neuen Aufnahmen werden im Livestream beim 47. Kopfstand das erste mal zu hören sein! Also schnappt euch ein Bier und feiert mit uns und den wunderbaren Menschen von Kopfstand aus Berlin das CD Vorabrelease beim virtuellen Quarantäne Kneipenabend!

Wie gesagt. Am Donnerstag um 20:30 auf http://funk.supamolly.de/

Vielleicht gibt es am Mittwoch schon einen Testlauf mit einem alten Kopfstand.

Kopfstand in physischer Distanz

Social Lesebühning: In diesen besonderen Zeiten kommt der 47. Kopfstand digital per Livestream zu euch in die Quarantäne. Bitte hört den Stream höchstens zu zweit und haltet dabei einen Abstand von mindestens 1.5 Metern. Bitte haltet außerdem euren Personalausweis bereit, denn wir brauchen eine Liste mit allen Teilnehmenden, falls sich jemand ansteckt und außerdem gibt es jetzt ja die Mitführpflicht.
Leider können wir nicht mit Mundschutz lesen, weil uns dann niemand mehr versteht. Wir werden aber trotzdem versuchen, nicht ins Mikrofon zu husten.

Klickt euch also am 2.4. um 20:30 auf http://funk.supamolly.de/

Gäste: Die missratenen Töcher aus Hamburg mit der Vorabrelease ihres neuen Albums „The great adventures of slagerpunk“

Weitere Infos und eine Vorab-Einführung in das Kopfstand-Universum folgen in Kürze.
Bleibt gesund (oder werdet es wieder)!

Bis dahin gibt es schon mal den 40. Kopfstand zum Nachhören.

Teil 1 mit Benny Baupunq, Chemtrailfabrik, Wunstra & Jacke Schwarz.

Zweiter Teil mit: Annie, Kopfstand – Trio, Liebig 34, #Besetzen

La vie s‘écoule

Das Leben rauscht an uns vorbei,
Es flieht im trüben Einerlei.
Jede Partei und jeder Staat
Macht Revolution zum Verrat.

Arbeit bringt Lohn,
Arbeit bringt Tod.
Zeit gibts im Sonderangebot.
Verlorn die Zeit, die man erwirbt,
Sie ists, an der die Jugend stirbt.

Das Aug, um wahres Glück geprellt,
Spiegelt den Schein der Warenwelt,
Wo Traum und Wirklichkeit vergehn
Sind es nur Bilder, die wir sehn.

Die Toten der Vergangenheit
Geben uns Lebenden Geleit.
Im Alten bricht das Neue an
Und tritt gewaltsam auf den Plan.

Weg mit der Macht der Religion,
des Kapitals und der Nation,
Die Stürme, die der Wind entlässt,
entladen sich als Freudenfest.

Womit man uns an Waffen droht,
Es bringt den Bossen selbst den Tod.
Niemand soll uns je mehr regiern,
von unsern Kämpfen profitiern.

Raoul Vaneigem

Übertragung ins Deutsche: M. Halfbrodt und
Gianni Med

Hab das vor sehr langer Zeit mal von französischen Anarchist*innen gelernt. Eben die Version, die sie am Lagerfeuer gesungen haben. Dabei hat sich der Takt geändert. Ich habe es einfach so gelassen. Hab mir etwas Mühe gegeben mit der Sprache, obwohl ich keinerlei französisch kann. Ich hoffe, man versteht mich trotzdem. Dann hab ich das Lied über Jahre immer wieder gespielt. Aber nie wirklich aufgenommen. Es wurde mal Zeit.

Zum Original: www.youtube.com/watch?v=utNyayqDzpQ
Schöne Version von René Binamé: www.youtube.com/watch?v=hhW6-ZZmWp8

SubSubSub vom Balkon

Hintergrund: https://berlin.fau.org/kaempfe/mall-of-shame

Hintergrund der Ansage:

„Der Rohstoff Fleisch wird knapp.“ Die Schlachthöfe arbeiten überwiegend mit ausländischen Kolonnen aus Rumänien, Bulgarien oder Polen. „Die sind Hals über Kopf in ihre Länder zurück“
https://www.bz-berlin.de/berlin/corona-krise-auch-bei-fleischereien-berliner-metzger-rohstoff-fleisch-wird-knapp

Link des Tages: Die FAU Berlin zu Klasse und Krise.

Sound der Rigaer: Dystopia

Jedes Wort von dir wird verstanden
jede Bewegung wird registriert
ist das nötige Kleingeld vorhanden
wird automatisch ein Frühstück serviert
ob vegan, mit Fleisch, vegetarisch
die Maschiner weiß Bescheid
sie verursacht keine weiteren Kosten
und steht immer für Dich bereit!

Welcome to Dystopia -
Dystopia ist wunderbar!

Die Maschine, die wird dir sagen
wenn du aßest genug Kalorien
sie weiß auch was ist von Bedeutung
und was ist nur ein sinnloser Spleen
die Maschine sagt, du musst dich bewegen
die Maschine weiß auch wohin
jetzt zu Fuß uns später in deinem Leben
die Maschine gibt dir erst Sinn!

Welcome…

Die Maschine nimmt dir jede Entscheidung
du lebst wie ein kleines Kind
so wie alle, Menschen, um dich herum
auch Kinder der Maschine sind
und die Maschine kann auch strafen
nimmst du ihre Entscheidung nicht an
dann fällst du aus der Gesellschaft
und kommst nie mehr irgendwo an!

Welcome…

Und bist du einmal gestorben
lebst du in der Maschine fort
denn die Maschine trägt deine Daten
zu jedem beliebigen Ort
so wie auch die Daten der Andern
so wichtig bist du auch wieder nicht
du bist einfach eine Nummer
die Maschine ist das Licht!

Welcome to Dystopia –
Dystopia ist wunderbar!
Welcome to Dystopia -
Dystopia ist jetzt schon da.

Coronaparty in physischer Distanz: DIE LEERE

Mit ausgedehner Eingangsinfo. Bei der Überbrückung der Leere hilft Krach. Vielleicht auch infernalischer Lärm. Vor allem am kommenden Sonnabend um 18.00.

Unteilbar auf dem Coronabalkon

Kalt wars. Aber schön, ein bisschen in der Öffentlichkeit zu spielen. Danke liebe Nachbar*innen.

Ich widme dieses Lied all denen, die festhängen. In zu kleiner Wohnung, ohne Wohnung und – am schlimmsten! – auf einer griechischen Insel ohne Pass und Papiere.

Anbei eine Leseempfehlung: Einige „Delfine aus der Havel“ haben die Schockstarre überwunden und einen Text geschrieben, der – nüchtern und kämpferisch zugleich – ein paar Handlungsoptionen aufzeigt. Titel: „Radikale Kritik jetzt! Raus aus der Angststarre!“

Wir wollen dazu ermutigen, jetzt erst recht aktiv zu werden und die Mahnung „Stay at home“ nicht mit dem Rückzug ins Private oder gar mit der Aufgabe kritischen Bewusstseins zu verwechseln. Daneben darf Kritik an autoritären Maßnahmen nicht zur Verharmlosung der Viruspandemie führen.

Gleichzeitig rufen wir dazu auf: Organisiert euch, lebt Solidarität und bekämpft das System! Der Kapitalismus und der markthörige Parlamentarismus sind mitschuldig an den verheerenden Auswirkungen der Pandemie und langfristig verschärfen sie die Folgen. Es bringt nichts, sich dem Ausnahmezustand billigend zu unterwerfen.

Danke dafür!

Gras

Wenn das alles vorbei ist, können wir das hören. Vielleicht auch schon jetzt.

Ansonsten: Ich versuche jetzt jeden Tag was aufzunehmen und wenn ichs nicht schaffe, krame ich was aus meinem Archiv. So wie jetzt. War eine Testaufnahme für „Deutscher Wald für deutsche Rehe“. Is ganz schön geworden, hats aber trotzdem nicht aufs Album geschafft weil nicht von mir. Geschrieben hat den Gerhard Gundermann.

Morgen mache ich wieder Balkonmusik.

Was soll schon sein?

„Kontaktverbot“ – was soll schon sein? Wie schnell es geht, einen Großteil der bürgerlichen Freiheiten einfach so per Dekret außer Kraft zu setzen. Ich verstehe schon: Den Zusammenbruch des von neoliberalen Optimierungswellen ohnehin zerrütteteten Gesundheitssystems kann niemand wollen. Auch ich versuche Abstand zu halten, beschränke Kontakt unter 1,50 m auf ein Mindestmaß. Aber es tauchen Fragen auf, die auf Twitter schon ganz gut zusammengefasst wurden:

- Wie hat die Polizei in Berlin eigentlich vor, zu kontrollieren, ob man auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu sonst einer der genannten Ausnahmen? Wie soll hier der Nachweis erfolgen?
- Wie soll unter der Verordnung sichergestellt werden, dass Kontrollen durch die Polizei unter Zeug*innen stattfinden können, ohne in spezifischen Fällen gegen die Verordnung zu verstoßen?
- Wie wird sichergestellt, dass die Formulierung „Sport und Bewegung“ von Polizist*innen nicht willkürlich ausgelegt werden? Welche Möglichkeiten haben Menschen mit Bewegungseinschränkungen im Rahmen der Verordnung, sich an der frischen Luft zu bewegen?
- Welche Daten zu Ort, Zeitpunkt und Gegenstand der Kontrollen sowie zu den von den kontrollierten Menschen geäußerten Gründen für deren Bewegung im öffentlichen Raum, werden wo und wie lange gespeichert und verarbeitet?
- Auf welcher rechtlichen Grundlage führt das Land Berlin für deutsche Staatsangehörige die Pflicht ein, ein Personaldokument mit sich zu führen?
- Wie stellt das Land Berlin sicher, das sich Menschen ohne geklärten Aufenthaltsstatus im Rahmen der Verordnung frei Bewegungen können, ohne dabei polizeiliche Willkürmaßnahmen oder RacialProfiling zu erleben? (Gilt immer, dass Problem wird nun jedoch noch größer)
- Warum räumt die Verordnung Tieren das Recht ein, von ihren Besitzer*innen in ihrem Bewegungsbedürfnis versorgt zu werden, Kindern aber nicht durch deren Eltern?

Und: Was ist eigentlich mit den Leuten, die gar keine Wohnung haben, in der sie sich einschließen können? Was mit denen, deren „Zuhause“ eine Hölle ist? Wo sollen die hin?
Hinzu kommt: Wie lange wird das gehen und was bleibt davon übrig, wenn die konkrete Bedrohung durch das Virus vorbei ist? Der Kapitalismus kann von mir aus jetzt gerne untergehen. Das wird er aber nicht so einfach, selbst wenn jetzt auch positive Dinge passieren, die noch vor ein paar Wochen unmöglich schienen wie ein Stopp von Wohnungsräumungen. Ich fürchte dennoch, am Ende in einer (digitalen) Diktatur aufzuwachen und hoffe, dass das nur ein Alptraum ist. Aber wer weiß das schon? Ich nicht.

Zu den Folgen des Kontaktverbots: Soziale Folgen des „Social Distancing“

Während ich versuche, mir auf alles einen Reim zu machen, renoviere ich mein Bandcamp. Heute habe ich mein vorletztes Soloalbum hochgeladen: Was soll schon sein. Aufgenommen 2014 in Winterthur von Thomas Kurmann. Viel Spaß damit.

Am Ende noch Wünsche: Bleibt (werdet) gesund. Bleibt solidarisch. Bleibt kritisch.

Und ganz am Ende noch ein Link: Die Antwort nicht den Autoritären überlassen!