Autobrände und Kultur

Vor etwa zwei Monaten hab ich einen Kaffee mit Robert Klages vom Tagesspiegel getrunken. Geplaudert haben wir auch. Über Autobrände und Militanz anlässlich des G20 in Hamburg. Ein schwieriges Thema, weil der Grat zwischen notwendiger Kritik an bestimmten Aktionen (abgebrannte Kleinwagen zum Beispiel) und einer Entsolidarisierung gegenüber Leuten, die mit großem persönlichem Risiko versuchen ernsthaft gegen die Gentrifizierung vorzugehen, sehr schmal ist. Und Letzteres unabhängig davon, was ich strategisch sinnvoll finde oder nicht. Dann steht natürlich noch die Frage im Raum, was von solchen Diskussionen eigentlich in die bürgerliche Presse gehört.

Wie auch dem auch sei. Heute ist tatsächlich der Artikel erschienen. Wie immer fällt es mir etwas schwer, den Artikel zu lesen, weil in solchen Artikeln nowendigerweise ein längeres Gespräch heruntergebrochen und Argumentationen stark verkürzt werden. Ich würde dann immer noch gern dies oder jenes anfügen um diesen oder jenen Missverständnissen vorzubeugen. Es ist jedoch sinnlos, allzu viel darüber nachzudenken.

Was mir aber wichtig ist: Autobrände sind eigentlich ein Nebenthema.
Interessanter sind Kampagnen wie Zwangsräumung verhindern oder die diversen lokalen MieterInnen – Inis und dergleichen. Soziale Basisorganisierung eben, die sich den menschenverachtenden Interessen der Immobilienwirtschaft entgegenstellt.

Ansonsten: Auch wenn ich Kopfschmerzen kriege angesichts der widersprüchlichen Rolle der Kultur (auch was davon in den ehemals besetzten Häusern stattfindet) im Gentrifizierungsprozess kriege, ist es auch kleine Lösung, keine Kultur mehr zu machen. Wir haben gestern den ersten Kopfstand in der SUPAMOLLY gemacht. auf dem Kopfstand – Blog steht dazu Folgendes:

Feindliche Stürme! Die S-Bahn hat den Betrieb eingestellt, die U-Bahn ist so voll, daß die Fahrgäste die Sardinen in der Büchse beneiden. Die Feuerwehr empfielt, das Haus nicht zu verlassen. Am selben Abend findet der erste Kopfstand am neuen Ort statt.

Schön wars! Auch wenn wir nicht in voller Besetzung lesen und spielen konnten, weil der Papst im brandenburger Regionalverkehr gestrandet ist und nach einigen Stunden Wartezeit zurück in die brandenburger Pampa gefahren wurde, war es ein schöner Kopfstand. Danke an alle, die die Warnungen der Feuerwehr buchstäblich in den Wind geschlagen haben. Danke ans SUPAMOLLY.

Wir sehen uns dann Anfang November am selben Ort.

Apropos Lesebühne: Am Sonntag spiele ich mal wieder mit Berlinska droha. Und zwar als Gast der Reformbühne Heim & Welt“ in der Jägerklause. Das wird schön.

Und weil heute der 7. Oktober ist, noch mal ein Lied über dieses komische untergegangene Land, in dem ich geboren bin (jaja, das mit der Mauer, damit niemand rauskam. Heute baut man ja die Mauern, damit niemand reinkommt. Toll!).

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