Soligedicht

Gute Nachrichten. Das kleine Gedicht ist jetzt zum Glück nur noch halb so dringend wie letzten Donnerstag, als ich es beim Kopfstand verlesen hab. Da aber grade die letzten beiden Strophen erst veralten, wenn die ganzen Justizvollzugsanstalten Steinhaufen oder Museen für die Geschichte der Repression sind, schmeiße ich es mal in das Netz:

Moabit und Bastille

In Moabit ist anscheinend noch alles beim Alten
dort wo die Schließer dein Leben verwalten
In Moabit ißt du neben dem Klo
Das Essen schmeckt nicht, doch das ist eben so.

Von weitem riechst du den Herbstwind, siehst ein fallendes Blatt
Merkst erst jetzt was man vom Draußensein hat
Wartest und wartest in Untersuchungshaft
Auf den Prozess, dann ists vielleicht geschafft

Dabei wolltest du draußen nur demonstrieren
wolltest ausnahmsweise mal nicht verlieren
Widerstand haben sie es genannt
jetzt sitzte hier und starrst an die Wand

Die Polizei, wenn sie will, die darf einfach machen
Zum Beispiel prügeln und andere Sachen
Wenn du zurückschlägst und sei’s mit ne‘m Spruch
Hast du ganz schnell mal nen Landfriedensbruch

Verzage nicht und sei niemals still
Es genügt ein Gedanke an die Bastille
Die war dann auch nur ein Trümmerhaufen
woran man sieht – es kann auch andersrum laufen

Verdammt! Wir hier draußen – wir müssen das schaffen!
Egal ob mit Worten oder mit Waffen
Wir müssen laut sein, geben keine Ruh:
FREIHEIT FÜR AARON UND BALU!

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