Anti-EM-Tour 2016

Bahnhof Frankfurt/Main: nach 9 Stunden Zugfahren möchten wir eine rauchen. Dringend! Also raus auf den Bahnhofsvorplatz zwischen die schwarzrotgoldenen Wimpel, die sich mit Betrunkenen mischen, wie wir sie schon lange nicht mehr auf einem Bahnhofsvorplatz gesehen haben. Irgendwie romantisch, diese Betrunkenen, die in FFM anscheinend noch in Ruhe gelassen werden. Dazwischen eine Gruppe muskulöser junger Männer die eingehüllt in polnische Fahnen mit großer Eleganz jungmännerhafte Posen zelebrieren. Daneben wir. Endlich rauchen.

Zwei U-Bahnstationen weiter: Wir suchen einen Keller in diesem 50er-Jahre Unigebäude und finden ihn nicht, bis uns Holger vom unter_bau abfängt und hineinführt. Der Protestkeller, in dem wir heute auftreten werden, ist eine interessante Mischung aus „subkulturellem Kitsch und antiquarischem Chic“ (Holger). Vor einem ebenfalls antiquarischem roten Vorhang werden wir auftreten. Vorerst ist aber noch eine Infoveranstaltung vom unter_bau und wir müssen leise sein. Wir sind gespannt, was das heute Abend werden soll so als Gegenveranstaltung zum Deutschlandspiel. Die Veranstaltung selbst ist klein aber fein. Etwa 20 Leute lauschen, wir lesen und spielen über 2 Stunden und hängen dann noch eine zweite Runde dran. Anschließend Biertinken. Schön wärs gewesen ohne die letzte Flasche. Aber lassen wir das, denn heute ist ein neuer Tag.

An diesem Tag überrascht uns nicht nur unerwartet gutes Wetter, sondern auch eine unbeschreiblich gute Kombination aus Geige, Folk, politischem Gesang, Punkt und Lesebühne!

Wer könnte politischen Gesang, Folk, Punkt und Geige besser vereinen als: Geigerzähler, eine Hälfte des sorbischen Folk-Punk-Duos „Berlinska Droha“.
Wenn das nicht schon genüg wäre, aber nein!
Sahara B. formt das ganze, mit ihren längeren u. kürzeren (Kurz-)geschichten über die Absurdität des Alltäglichen, erst zu einer gelungenen musikalischen Lesebühne.
https://www.facebook.com/events/1096091640483535/

Morgen gehts dann weiter. Und zwar nach Witzenhausen.

Aus Witzenhausen kommt folgender Text:

Lass Dir keine Geschichten erzählen.

Doch! Sahara B. und Geigerzähler kommen durch unser Städchen und bringen Kunde aus dem fernen Frankfurt am Main, wo sie die Gründung der StudiGewerkschaft unterbau.org mit ihren Gedichten, Geschichten und Liedern über alltägliche Absurditäten begleitet haben werden.

Auf ihrer Heimreise müssen Sie die Werra über unsere Brücke queren. Als Wegzoll haben sie sich bereit erklärt auch uns mit ihren Künsten zu erfreuen und so öffnen sich für Euch am Samstag ab 20:30 die Pforten des Klubs.

Bringt Kind und Kegel, seid den Beutelschneider*innen gewahr und gehabet Euch wohl.

Euer Klub
beurkundeter Verein seit 1977

Wir sind gespannt.

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