Jürgen aus dem Kopfstand denkt über seinen letzten Job nach…

Jürgen, der sich in der vorherigen Kopfstandfolge vorübergehend als Andreas Meier versteckt hat, meditiert über seinen letzten Job:

Es ist 3 Uhr nachts. Jürgen macht Feierabend und setzt sich in den Monbijoupark. Nachdem er jetzt schon einen Monat bei dieser Bar am Hackeschen Markt gearbeitet hat, hält er endlich einen Umschlag mit Geld in der Hand. Nun ja, ungewöhnlich – in bar. Aber da er eine nicht existierende Person ist, kommt ihm das gerade recht. Er zählt nach und zückt sein Telefon um nachzurechnen. Jürgen hatte 6 Tage die Woche 10 Stunden gearbeitet. Und während er rechnet merkt er, dass er nur 5 Tage die Woche 8 Stunden bezahlt bekommen hat. Měrćin hatte also recht! Der hatte vor zwei Wochen gekündigt und vorher noch versucht, Jürgen zum Eintritt in die Gewerkschaft zu bewegen. Jürgen hätte das gern getan, aber was sollte er als nicht existierende Person in der Gewerkschaft? Jürgen wirft wütend einen Stein in die Spree. Vielleicht hätte er sich doch dieser Gewerkschaft anschließen sollen? Das waren doch diese Anarchisten von der FAU. Sollte Anarchistinnen eigentlich die offizielle Existenz oder Nichtexistenz von Personen kömmern?
Jürgen erinnerte sich an den Trouble im Restaurant, als diese FAU dann eine Kundgebung vor dem Laden machte. Wie der Chef dermaßen ausflippte, dass sogar die Ratten in der Küche aufhörten die herumstehenden Essensvorräte anzuknabbern und sich stattdessen erschrocken in den hintersten Winkeln verkrochen. Apropos Ratten. Das muss man mal öffentlich machen! Der Chef hatte dann Měrćin und die FAU verklagt. Herausgekommen war eine einstweilige Verfügung. Diese Arschlöcher! Austeilen, aber nicht einstecken können! Jürgen wurde immer wütender, warf weitere Steine in die Spree und murmelte Flüche vor sich hin.

Měrćin hatte recht! Der hatte ihm gestern dieses Flugblatt zugesteckt, daß die FAU am 4. Juni demonstrieren würde. Vom Hackeschen Markt zur Mall of Shame. Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz! Klingt altbacken, aber es stimmt doch auch! Was hat irgendeiner der Kellner dieser Bar denn für eine Chance ganz allein den fehlenden Lohn einzuklagen? Aber der Chef kann lustig mit einstweilgen Verfügungen um sich werfen. Jürgen steht auf. Sein Oberkörper strafft sich. Scheiß auf die Mafia! Schluss mit Andreas Meier. Noch heute würde er zu Martina und Anja gehen und sich entschuldigen. Und morgen zur FAU. Jürgen läuft los.

Die Kopfstand-Soap von Sahara B., Der Papst, seine Frau und sein Porsche und mir gibt es immer am ersten Donnerstag im Monat um 20:00 in der BAIZ. Hin und wieder haben wir auch Gäste dabei. Nächste Folge am 2. Juni.

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