Archiv für Oktober 2015

Kopfstand Nr. 8

Wie immer am 1. Donnerstag im Monat in der Baiz.

Pegida zum Geburtstag

Leider noch die alte hektisch aufgenommene Version. Schnickschnackversion kommt die Tage,

19. 11. Supamolly

Es spielen:

✩ Bernd Köhler & Blandine Bonjour (Mannheim)
✩ Atze Wellblech (Berlin)
✩ The Overall Brigade (Köln)
✩ Sons of Hanzo (Salt Lake City)
✩ G-Town Johnny (Göttingen)

Am 11. 9. um 19:00 gibts da auch ne kleine Radiosendung auf PI Radio zum 100. Todestag von Joe Hill, der Gefangenengewerkschaft und dem Konzert.

Weitere Infos hier: http://joe-hill-aint-dead.org/

Glanz und Elend

Beats und Aufnahme von TAPETE, den ihr beim nächsten Kopfstand am 5. 11. auch live in der Baiz bewundern könnt.

Zum Lied selbst stimmt immer noch, was ich vor ein paar Monaten zur Liveversion geschrieben habe: Vor etwa 25 Jahren schwappte eine große Welle von Hausbesetzungen durch ein Ostberlin, in dem die Ostbullen paralysiert und die Westbullen noch nicht da waren. Mittlerweile gibt es Bildbände darüber, die meist von Leuten gemacht sind, die ausgehend von der Besetzungserfahrung ihren gesellschaftlichen Aufstieg organisiert haben. Das sei ihnen gegönnt. Ich hab aber mal ein Lied geschrieben, das sich 3 Leuten widmet, die in den Bildbänden nur am Rande vorkommen.

Kurz vor der Grenze


Seit längerem mal wieder in Frankfurt und zum ersten Mal im FForst. Auf dem Weg nach Warszawa.

„Am Mittwoch kommen uns Berlińska Dróha besuchen!!! Wir müssen also nicht nach Berlin oder Warschau fahren, um zu ihrem Punk-Chanson dahinzuschmelzen bzw. drauflos zu pogen : ) Genau das richtige bei dem Wetter! Dazu laden wir Euch alle fförstlich ein!! Übrigens hat Berlińska Droha auch einen kleinen Film zu ihrer Belarus-Reise im Gepäck. Wir zeigen ihn pünktlich um 8, vor dem Konzert!“

Schöne Ankündigung. Danke!

Geburtstagsständchen und Pegidistan

Vor einer knappen Woche hab ich beim Geburtstag von Piradio ein paar Lieder gespielt. Zwei unveröffentlichtlichte Lieder („Sollbruchstellen“, „Das Land, daß es nicht mehr gibt“) sowie eine Textimpro auf Entscheidungen.

Wo ich mit dem Land, daß es mich mehr gibt, so tief im Osten angekommen bin, fällt mir ein, daß diese Pegida-Scheiße demnächst auch Geburtstag hat. Wäre schön, wenn man wenigstens das etwas versauen könnte. Bei Indymedia Linksunten, hab ich dazu einen schönen Text gefunden.

[…] Dann komm nach Sachsen! Hier gibt es noch waschechte Deutsche – Nazis würde man sie woanders nennen – die sich ohne lange Diskussion als das outen, was sie sind: knallharte Rassist_innen. Während anderenorts noch darüber diskutiert wird ob nun VeKü, VoKü, KüfA oder EfA die politisch korrekte Abkürzung für solidarisches Kochen ist, erwarten dich in Sachsen Nebenwidersprüche ganz besonderer Art: sind es noch besorgte Bürger, deutsche Patrioten oder schon knallharte Nazihools den du gegenüber stehen wirst? Eigentlich auch egal, denn schließlich geht es darum den Gegner zu treffen und Handgemenge lohnt die Differenzierung nicht.[…]


Wenn alles klappt, kommt vom Nellski, Robert und mir die Tage auch noch mal ein vergifteter Geburtagsgruß an die rassistischen Arschlöcher. Das Lied hab ich vor einem knappen Jahr ziemlich schnell geschrieben und in der Hoffnung, dass es sich schnell überleben würde hastig aufgenommen. Leider hat sich das nicht bestätigt, weshalb es das am Wochenende noch mal in besserer Tonqualität, mit Beats und Filmchen geben wird.

Apropos Dresden. Da kann man ja schon depressiv werden. Gegenaktivitäten und Musik helfen manchmal darüber hinweg. Ich selber spiele jedenfalls am 6. 11. in der Chemiefabrik, was mich aus mehreren Gründen freut: Zum einen weil ich mit den sehr geschätzten KollegInnen vom „OPTION WEG“ die Bühne teilen werde und gleichzeitig recht neugierig auf „LES PÜNKS“ bin.
Andererseits freue ich mich auf die Chemo, die ich schon lange nicht mehr von innen gesehen habe., obwohl ich sie schon seit ihren Anfängen kenne und eines meiner allerersten Solokonzerte nach der Auflösung von KÖTERKACKE dort gespielt habe.

Am 19. Dezember bin ich dann noch mal im schönen Elbflorenz (bzw Pegidistan – je nach Sichtweise). Da spielen wir mit Berlinska Droha im AZ CONNI, was auch ein Laden ist, den ich sehr schätze und von dem wichtige Impulse für die dresdner linke Bewegung ausgehen. Schade finde ich allerdings, dass ich das Konzert wahrscheinlich nicht mit YOK spielen könnte, selbst wenn er Zeit hätte:

Es ist im letzten viertel Jahrhundert nicht allzu oft passiert, dass mich Menschen wegen Zeilen aus dem Lied TU WAS kritisiert haben. Ist ja auch lange her, ich spiele und veröffentliche ihn auch seit fast 25 Jahren nicht mehr und das ist bekannt. Mir ist bewußt, wie der Song und speziell die Palästinastrophe aus heutiger Sicht gelesen werden kann. Deshalb habe ich schon vor langer Zeit Abstand von diesem Song genommen. Wenn Kritik kam, dann meist in anonymisierter Form im Internet. Mit mir persönlich wollte sich in dieser Zeit eigentlich niemand wirklich auseinandersetzen, jedenfalls niemand, den/die ich nicht auch irgendwie kannte. So war es denn auch vor etwa 2 Jahren als ich eine Lesung im AZ Conni in Dresden machen wollte. Im Vorfeld gab es offenbar Stimmen, die nicht wollten, dass ich dort lese wegen meinen (ihrer Meinung nach) antisemitischen Zeilen aus dem Jahr 1989. Das wiederholte sich dann noch einmal vor meinem letzten Konzert im AZ Conni, welches ich im November 2013 spielte. Es wurde gefordert, dass ich da nicht auftreten soll, aber offenbar hatte(n) die Leute(?)/der eine Mensch keinerlei Lobby und ich habe also ein fettes ausverkauftes Konzert gespielt, bei dem ich auch meinen Unmut darüber zum Ausdruck brachte, dass ich es zum Kotzen finde, dass Leute ihre Kritik an so einem Punkt nicht offen zum Ausdruck bringen. Das war dann offenbar Aufforderung genug, dass ich etwa 10 Tage später eine Mail bekam von genau dem Menschen, der meine Palästinastrophe als antisemitisch einstuft und deshalb nicht möchte, dass ich dort auftrete. Ich habe demjenigen 2x ausführlich geantwortet und meine Position dargelegt. Dann fing das Plenum an, sich dafür zu interessieren. Das vorläufige Ende der Geschichte ist, dass ich im AZ CONNI faktisch nicht mehr auftreten kann/soll. Wer nachlesen möchte, wie das genau zustande kam, bzw. wie mein Standing zu dem ganzen Thema ist, geht hier auf meiner Seite auf „Liedtexte“ und klickt dann TU WAS 2015 an oder klickt direkt hier:


Etwas mehr linker Pluralismus täte gut – grade wenns am Horizont nicht eben heller wird.

„Zwischen BRD und Polen…“

„…da wurde ein Land gestohlen“. Zum 66. Geburtstag… Hm. Nun ja. Da sollte doch das Leben erst anfangen. Sagte ein gewisser… Aber der is ja auch schon tot.

Wenn ihr was wirklich skurriles sehen wollt, müsst Ihr bei der „Kommunistischen Initiative“ schauen. Stalinisten eben.
Noch skurriler (und ekliger) ist ein Text eines ehemaligen Funktionärs der Blockpartei CDU und IM, der 1990 Staatssekretär in der letzten DDR – Regierung war. Kersten Radzimanowski heißt er und ist heute bei meiner Lieblingsnazipartei, wo auch sein Werk zu finden ist. Ich mag es nicht verlinken – das wäre zuviel der Ehre.

Was anfangen kann ich hingegen mit diesem Text von Classless Kulla. Sehr plastisch wird die Stimmung in der DDR im Oktober 89 in diesem wundervollen Feature von Jenz Steiner auf Soundcloud. Der dürfte auch etwa genauso alt gewesen sein wie ich. Nur dass ich die Zeit noch im Bezirk Dresden verbracht habe.

Ein Jahr später, zur „Wiedervereinigung“ (bzw. Anschluss der DDR, was treffender ist) gab es Radio P. in Ostberlin. Sehr aufschlussreich, heute diese Sendung zu hören.

Trailer fürs Weißkohlraumschiff

TRAILER // Weißkohlraumschiff – Eine Reise ins Ungewisse (Kapuściany statek kosmiczny) // polish subs from R.E. on Vimeo.