Archiv für April 2015

Schnippsel aus der Schwarzen Straße

Letztens bei Radio1: 2 Songs von unserer hübschen kleinen Mini-LP, die wir am 22. Mai im Trikster mit Sekt übergießen werden (oder so ähnlich).

13:00 Schloßplatz: Weltrevolution!

Ich werde langsam Dresden-Experte. Jetzt verbringe ich sogar den 1. Mai dort, auf jeden Fall den Abend. Die FAU Dresden organisiert eine „basisgewerkschaftliche 1. Mai – Demonstration“, was grade in Dresden eine tolle Sache ist. Es ist dringend nötig, mal wieder eigene Inhalte zu verbreiten, anstatt ausschließlich dem PEGIDA – Irrsinn hinterherzulaufen. Anschließend gibts im AZ CONNI einen schicken Ausklang unter anderem mit Atze Wellblech:

Falls in Vergessenheit geraten ist, wer oder was Atze W. nun so ist (wir haben ja in der letzten Zeit wenig Konzerte unter diesem Namen gespielt), hier noch mal eine kleine Playlist:

„Antifa auf Sorbisch“

Wie ADDN berichtet, demonstrierten am Mittwoch Abend mal wieder die Nazis Bautzen/Budyšin, genauer im eingemeindeten Niederkaina/Delnja Kina. Spontan und mit SS-Kult und Fackeln und so, was sie in der Gegend besonders zu mögen scheinen. Es fällt fast schwer, sich darüber zu erschrecken – zu sehr hat man sich an Faschodemos in der Region gewöhnt. Um so wichtiger ist es, dagegen zu halten.
Währenddessen bekommt die Region samt ihren Eigenheiten mal wieder etwas überregionale Aufmerksamkeit – wenn auch in kleinem Rahmen in der gedruckten linken Presse. Ein Artikel aus der „Analyse & Kritik“:

Antifa auf Sorbisch

In der Oberlausitz nehmen Naziübergriffe zu – Jugendliche organisieren sich

Von Christopher Fritzsche

Die zunehmenden Übergriffe auf Sorb_innen in der Oberlausitz wurden im letzten halben Jahr verstärkt öffentlich thematisiert. Das Unkenntlichmachen sorbischer Ortsschilder, die Beschädigung religiöser Symbole sowie gezielte Angriffe auf sorbisch sprechende Jugendliche durch Nazis verbreiteten eine Atmosphäre der Unsicherheit und Einschüchterung in dem größtenteils im südöstlichen Sachsen gelegenen Gebiet.
Insgesamt 15 Vorfälle wurden 2014 von der RAA Sachsen im Landkreis Bautzen registriert, wobei die Dunkelziffer insbesondere bei von tätlichen Angriffen Betroffenen weitaus höher liegen dürfte. Auch wenn Ende März die ersten Verdächtigen festgenommen wurden, ist dies noch kein Grund zur Beruhigung. Denn das zuständige Operative Abwehrzentrum des Freistaats Sachsens ordnet die jugendlichen Tatverdächtigen allesamt der organisierten Naziszene zu. Diese wird von regionalen Stellen als sehr aktiv beschrieben und fiel in den letzten Monaten beispielsweise durch Demonstrationen der NPD (August 2014) sowie der Partei Die Rechte (Januar und März 2015) in Bautzen auf.
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Organisation von Protesten gegen Unterkünfte für Geflüchtete. Das Thema ist auch in breiteren Teilen der Bevölkerung anschlussfähig. Dies zeigt sich unter anderem in der Debatte um das zur Flüchtlingsunterkunft umfunktionierte Spreehotel sowie die geplante Unterkunft im Gewerbepark Greenpark in Bautzen. Hier argumentieren und demonstrieren Neonazis an der Seite von »besorgten Bürger_innen mit Sicherheitsbedenken«, wie es auf der Homepage einer Bürgerinitiative gegen die Unterkunft heißt. Beispiele wie dieses verdeutlichen die Präsenz der Szene sowie ihre Akzeptanz in Teilen der Gesellschaft.
Trotz des polizeilichen Ermittlungserfolges und des in den letzten Wochen erfolgten Rückgangs der Übergriffe bleibt die Situation für Sorb_innen angesichts aktionsfreudiger Nazistrukturen sowie der Verbreitung deutschnationaler und autoritärer Einstellungen in der Region angespannt. Das in der Oberlausitz als Alltagssprache präsente Sorbisch macht sie zur möglichen Zielscheibe von Übergriffen. Den Versuch der Angreifenden, als sorbisch wahrgenommene Elemente wie die Sprache oder religiöse Symbole aus dem öffentlichen Raum zu verbannen oder zu stigmatisieren, nehmen viele Sorb_innen als Angriff auf ihre kulturelle Identität wahr. Gerade unter Jugendlichen wächst deshalb die Unsicherheit bezüglich ihres Auftretens in der Öffentlichkeit und der zu erwartenden Reaktionen.

Explizit antifaschistische Mobilisierung schwierig

Aktivist_innen vor Ort versuchen daher, Antworten auf die Entwicklungen der letzten Monate zu finden. Ihre Bemühungen bewegen sich dabei in einem anspruchsvollen Spannungsfeld: Auf der einen Seite ist es wichtig, sorbische Lebensräume und -weisen selbstbewusst zu repräsentieren und sichtbar zu machen. Gleichzeitig soll diese Dynamik nicht in eine identitär aufgeladene Abgrenzung umschlagen.
Eine besondere Eigenheit der Situation ist dabei auch, dass in der sorbischen Region zwischen Budyšin, Kamjenc und Wojerecy in der Oberlausitz (auch katholisches Dreieck genannt) ohnehin eine relativ homogene sorbische Identität existiert, die sich historisch bedingt stark über ein katholisches Selbstverständnis definiert. In diesem Kontext ist als politisch verstandenes Engagement nicht besonders stark ausgeprägt und grenzt sich von als »rechts« oder »links« zu bezeichnenden inhaltlichen Tendenzen gleichermaßen ab. Vor diesem Hintergrund ist eine explizit antifaschistische Mobilisierung schwierig. Sie muss sich umsichtig an den Gegebenheiten vor Ort orientieren.
Stellvertretend für diese Bemühungen steht die Planung eines antifaschistischen Festivals mit Bands aus der Region und dem Umland, welches am 16. Mai in Bautzen stattfinden wird. Die in der Region verankerten Organisator_innen verstehen die Veranstaltung als den Versuch, eine kulturelle Antwort auf die Übergriffe und das durch sie erzeugte Klima der Unsicherheit zu geben.
Angedacht ist das Ganze als ein offensiver Ausdruck sorbischer Selbstbehauptung, der gleichzeitig auch auf andere von Diskriminierung betroffene Menschen in der Oberlausitz aufmerksam machen will. Neben Gesprächsrunden, welche die Möglichkeiten sorbischer Selbstorganisation diskutieren, ist daher geplant, Geflüchtete aus den umliegenden Städten in das Programm des Festivals miteinzubeziehen. So soll die rassistische Stimmungsmache in Dresden, Zittau, Görlitz und an anderen Orten thematisiert werden.

Christopher Fritzsche schrieb zuletzt in ak 603 über den Arbeitskampf der FAU Berlin an der Mall of Berlin.

Infokasten:

Antifa-Festival Bautzen
Unter dem Motto »Wočiń woči – zhromadnje přećiwo rasizmej a fašizmej!« (Augen auf – gemeinsam gegen Rassismus und Faschismus!) findet das Festival am 16. Mai 2015 im Kulturzentrum Steinhaus in Bautzen statt. Nähere Infos gibt es unter www.facebook.com/events/752702248162280/.

Die AK gibts übrigens in den Bahnhofsbuchhandlungen. Gutes Mittel gegen Langeweile bei längeren Fahrten.

Olga

Recht spontan diesmal, aber generell sehr traditionell. Falls ihr nach den ganzen Vorabenddemonstrationen und Straßenfesten noch den Kopf frei habt, kommt doch nach Potsdam in die Charlottenstraße. Wird ein hübsches kleines Solokonzert.

Kopfstand trifft Zeit der Kirschen

Noch knapp einen Monat bis zum G7-Gipfel im beschaulichen Bayern. Anlass genug für zwei Kulturbühnen sich zusammenzuschließen im Kampf gegen die und in der Auseinandersetzung mit den „bedeutendsten Industrienationen der Welt“. Neben einer Mischung aus Gelesenem, Gesungenem, anderweitig Gesprochenem und Improvisiertem wird auch die Antwort auf die zwei wichtigsten Fragen des Monats beantwortet… oder wenigstens gesucht:
Werden JÜRGEN und MARTINA nach Elmau fahren? Und falls ja: Werden sie sich auf den Barrikaden endlich näher kennenlernen?
Mit: Paul Geigerzähler, Der Papst, seine Frau und sein Porsche, Tintenwolf, Sahara B. und Überraschungsgästen.


Donnerstag, 07.05. 20:00 in der BAIZ

Den Druck erhöhen

In den nächsten Tagen: Aufenthaltsrechtsverschärfung stoppen! Und am Sonnabend in Frankfurt am Main: Hände weg vom Streikrecht! Und ne Woche später: Es muss doch möglich sein, diesen scheiß Frettchenschläger mal dazu zu zwingen, die Bauarbeiter zu bezahlen, oder? Wir sehen uns auf den Straßen!

…den letzten Halbsatz finde ich irgendwie doof. Klingt, als hätte man positive aber leider enttäuschte Erwartungen an die Politik. Is aber vermutlich nicht so gemeint. Aber nach „aussitzen“ ein Punkt wäre irgendwie hübscher gewesen. Egal! Hauptsache, die Arschlöcher kotzen!

Keine Verschärfung des Aufenthaltsgesetzes!

Am 16. 4. um 14:00 (also am kommenden Donnerstag) spiele ich am Pariser Platz zur Unterstützung der Mahnwache gegen die drohende Verschärfung des Aufenthaltsrechts. Hier der Aufruf:

Mahnwache 10. – 17. April 2015 Pariser Platz täglich 14-19 Uhr

Nach der Ausweitung der sicheren Herkunftsstaaten-Regelung im Herbst 2014 wird jetzt eine weitere Verschärfung des Aufenthaltsrecht geplant, welche fast jede_n Asylsuchende_n automatisch zum/ zur Gesetzes- brecher_in macht. Während sich die Regierung mit großen Worten von den rassistischen Pegida Demonstrationen distanziert, kommt sie mit diesem Gesetzentwurf einigen der Forderungen von Pegida entgegen.

Abschiebungen sollen in Zukunft schneller und konsequenter durchgeführt werden, unter anderem durch eine massive Ausweitung der Abschiebehaft. Zusätzlich können Einreise- und Aufenthalts- verboten deutlich häufiger verhängt werden. Insbesondere Geduldete und Geflüchtete im Dublinverfahren sind von diesem Verschärfungen betroffen.

Wir wenden uns gegen den Gesetzentwurf, der im Juni 2015 in Kraft treten soll. Mit unserer Mahnwache wollen wir das Thema sichtbarer machen. Diese Gesetzesverschärfung bedarf mehr als einer Demo. Durch tägliche Präsenz, Workshops, kulturelle Beiträge und Infos für Passant_innen wollen wir deutlich machen, dass diese Gesetzes- verschärfung das Leben vieler Geflüchteter deutlich erschwert!

Damit unsere Aktion erfolgreich wird, brauchen wir eure Unterstützung! Kommt vorbei! Übernehmt Schichten, bietet Workshops an, macht ein Konzert, spielt Theater, usw.!

NEIN zum neuen Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung“! Flucht ist kein Verbrechen!

Für ein solidarisches Miteinander statt Ausgrenzung!

Informationen zur Mahnwache und ein genaues Programm gibt es bald unter: corasol.blogsport.de

Wenn ihr etwas zum Programm beisteuern wollt, meldet euch unter: corasol@web.de

Genauere Informationen zum Gesetz und zur Aktionswoche: https://www.asylrechtsverschaerfung-stoppen.de/.

Und das Kulturprogramm:

Mi/Mer/Wed 15.04.
15h Cello und Klavier
16h #aufstehen! Filmprojekt gegen Abschiebungen
17h Refugee Club Impulse
18h Klarinette

Do/Jeu/Thu 16.04.
Ausstellung „Auf gepackten Koffern“
exposition sur la vie avec la peur d‘etre expulsé

14h concert: Geigerzähler (Punk/Folk/Raggae auf der Geige mit Gesang)
18h concert: Afro Revolution (acoustic set)

Fr/Ven/Fri 17.04.
17h Dogmatic Loverboyz (romantic pop)
18h Yansn (female HipHop)

Wir sehen uns!

Fischladen mal wieder

Wočiń woči

16. 5. Bautzen/Budyšin




Wočiń woči – zhromadnje přećiwo rasizmej a fašizmej! Augen auf – gemeinsam gegen Rassissmus und Faschismus!

Deyzidoxs (Metal)
P.I.T.S. (Hardcore)
Čorna kruŠwa (Punk)
JKUBE (Hip Hop – LSS – Records)
Jankahanka (der hellste Stern am Himmel populärer sorbischer Musik)
Berlinska Dróha (Folk/Punk/Chanson)

Anschließend Tanzmusik mit Nellski

ab 18:00 Workshops
ab 20:00 Konzert

https://www.facebook.com/events/752702248162280/