Archiv für Mai 2014

Freilichtbühne Weißensee

Manchmal passieren auch gute Sachen. Zum Beispiel, daß die Freilichtbühne Weißensee jetzt von einem sehr sympathischen Kollektiv betrieben wird. Und daß ich da spiele und zwar am 6. Juni. Wenn jetzt das Wetter noch gut wird…

„Der Singende Tresen…

…kommt zurück und spielt zusammen mit „Atze Wellblech“ ein schönes Konzert. Zur Hälfte Soli für ein linkes Festival in Sachsen-Anhalt.“

So stehts im Stressi und ich freu mich auf den 13. 6. im Fischladen. Falls ihr den „Singenden Tresen“ noch nicht kennt, könnt ihr zum Beispiel dieses unangenehm aktuelle Lied hören:

Den Text hat Erich Mühsam geschrieben. Ein guter Moment, auch noch mal auf das Erich Mühsam Fest am 12. Juli im „Zukunft Ostkreuz“ hinzuweisen, mit dem an den wunderbaren anarchistischen Dichter erinnert werden soll.

Termine, Daten und so Quatsch

14. 5. Berlin 17:00 Zionskirchstr 4 (Kundgebung gegen den AfD – Sumpf)

RostockRAK – Treffen.

Ich werde auf dem Rak-Treffen, sein, auf der Gala aber nicht spielen. siehe nächster Termin.

31. 05. Nürnberg Fight Back – Festival


Leider ausverkauft.

06. 06. Berlin Freilichtbühne Weißensee

07. 06. bei Neuruppin Linkes Pfingstcamp

21. 06. Magdeburg steht noch nicht ganz fest…

12. 7. Berlin Erich Mühsam Fest

27. 07. Berlin Tintenwolf Releaseparty auf der Lohmühle

13. – 24. 08.
Polen und Belarus Tour von Berlinska Dróha und Čorna kruŠwa

06. 09. Cottbus
Mal wieder ein Konzert mit/als Atze Wellblech

Der AfD auf die Pelle rücken

Ich werde da auch ein paar Töne spielen. Unter anderem ein nagelneues Lied gegen diese widerliche Melange aus Nationalismus und Hardcoreneoliberalismus. Bis dann.

Mi. 21.05.2014 | 17.00 Uhr | Büro der Zivilen Koalition e.V. | Zionskirchstr. 3. | Mitte (nahe Rosenthaler Platz)

Die neue rechtspopulistische Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) ist Ergebnis eines langen Vernetzungsprozesses von Familienunternehmen, rechten Ideologie-Schmieden und zahlreichen konservativen Miniparteien und Vereinen. Hierzu zählt unter anderem die „Zivile Koalition e. V.“ deren Büroräume in einer Privatwohnung in Mitte (Zionskirchstraße 3) untergebracht sind.
Dieser gemeinnützige Verein stellt für die Partei eine wichtige Unterstützungsstruktur mitten in Berlin dar. Über dessen Onlineplattform “Freie Welt”, die von Sven von Storch betrieben wird, wirbt der Verein unverhohlen für die AfD. Der Vereinssprecherin und AfD-Europakandidatin Beatrix von Storch dient der Verein als Ausgangspunkt für ihren Wahlkampf. Storch und ihr Verein treten u.a. für ein Abtreibungsverbot ein, zudem fordern sie den Einfluss einer vermeintlichen “Schwulen-Lobby” einzuschränken. Die von Storchs sind der rechte Rand der ohnehin schon rechten AfD.
Die Zivile Koalition ist keineswegs ein breiter Zusammenschluss verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, wie der Name glauben machen soll. Es ist eine winzige und hermetisch geschlossene Gruppe, in deren Zentrum das – trotz Kinderlosigkeit in der Familienpolitik vehement auftretende – Ehepaar Beatrix und Sven von Storch steht. Ihr Verein propagiert über Initiativen und Kampagnen marktradikale Positionen, rechtspopulistische Auffassungen und erzkonservative Wertvorstellungen. Sie und der mit ihr kooperierende BürgerKonvent (u.a. Hans Olaf Henkel) können getrost als deutsche “Tea Party” bezeichnet werden.
Auf der Kundgebung soll nicht nur über das Treiben des Vereins als Strukturgeber der AfD aufgeklärt werden. Seit Anfang Mai läuft ein Anti-AfD-Plakatwettbewerb (http://no-afd.tumblr.com), der sich kreativ mit der visuellen Kommunikation der AfD im Wahlkampf auseinandersetzt. Auf der Kundgebung werden die besten der über 50 Einsendungen prämiert.
Keine Ruhe für die AfD!

Mehr Infos: http://no-afd.info/

Auf der Reichsflugscheibe zum Frieden

Auf der Reichsflugscheibe zum Frieden – mit Olaf Henkel zur Gerechtigkeit
Chemtrails zeigen die Richtung – bald ist es soweit!

wir sind so erleuchtet, wir sind so aufgewacht
wenn du jetzt weiter schlafen willst, dann wirst du niedergemacht.
hast du es noch nicht begriffen, Deutschland, GmbH, FED an allem Schuld
Dann bist du Teil der Verschwörung, bezahlt vom CIA, uns reißt langsam die Geduld

wir schreiben die schönsten Hass – Kommentare
natürlich für das Gute, Richtige und Wahre
So wundervolle Lyrik, wir sollten Preise dafür kriegen
Doch der Mainstream lässt uns einfach liegen
was wieder sehr deutlich beweist – habt ihrs jetzt endlich gecheckt?
wer jetzt wirklich, wirklich und in echt – dahinter steckt!

Die Reptilienmenschen mit den Wucherzinsen
und die Illuminaten, die höhnisch grinsen
Alles dreht sich im Kreis und ich bin nicht mehr sicher,
was die FED jetzt so macht, plötzlich hör ich Gekicher
Halt die Schnauze! Du altes Chemtrail Reptil!
Ich dreh dir gleich den Hals um, weil ich es will
weil ich es will und weil ich es kann
und jetzt fängt alles von vorne an…

Auf der Reichsflugscheibe zum Frieden…

Dank ans Dirty Ragga Squad fürs aufnehmen!

Blockupy

Falls ihr für den Sonntag noch nichts geplant habt: Bockupy is ne gute Sache. Und wird hoffentlich auch groß. 12:00 Oranienplatz.
Mehr Infos hier: http://berlin.blockupy-frankfurt.org/

„Gegen die Ignoranz gegenüber dem rechten Terror in der Ukraine!“

Ein längerer Text zur Situation in der Ukraine und zum Verhältnis der antiautoritären Linken in Deutschland dazu. Ein meiner Meinung nach sehr wichtiger Versuch einer Positionsbestimmung, weshalb ich das hier dokumentiere möchte. Von „Antiautoritären Linken gegen Faschismus und Krieg“.

„Wir sind keine machtvolle politische Organisation, kein kontinuierlicher Zusammenhang, nur ein paar Leute, die in den 90er Jahren in Ostdeutschland politisiert wurden, für die die Wende, linksradikale/emanzipatorische Bewegungen der Wende- und unmittelbaren Nachwendezeit und Antifaerfahrungen biographische und politische Bezugspunkte sind. In den letzten Jahren haben wir immer wieder Zeit in den Nachwende-Gesellschaften Osteuropas verbracht. Wir wenden uns mit diesem Text an eine Öffentlichkeit, von der wir nicht wissen, ob es sie noch gibt, weil wir uns und alles was wir bisher erlebt und getan haben verraten würden, wenn wir nichts täten.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass sich in der Ukraine der Alptraum ostdeutscher 90er-Jahre-Antifas realisiert hat. Uns fehlen sicher viele Details, aber bisher stellt sich die Lage für uns so da: Auf dem Maidan fand ein Aufstand gegen die Repräsentanten der staatlichen Hülle einer längst in konkurrierende Banden/Klientelsysteme u.ä. zerfallenen Gesellschaft, gegen einen Teil der Eliten der heutigen ukrainischen Plünderungsökonomie statt. Dieser war wahrscheinlich weniger durch den Mangel an staatsbürgerlichen Freiheiten als durch das Schicksal eben nicht BürgerIn sondern nur Objekt einer hochmafiösen Plünderungsökonomie zu sein motiviert. In diesem Aufstand haben FaschistInnen und NationalsozialistInnen eine qualitativ herausragende Rolle gespielt. In dem durch den Aufstand entstandenen Machtvakuum hat sich eine Regierung an die Macht geputscht in der neben ProtagonistInnen des „oligarchischen Systems“ FaschistInnen und NationalsozialistInnen eine bedeutende Rolle spielen. Es wird um die Armee, deren Loyalität und Kampfeswillen, deren Bürgerkriegseignung fraglich erscheint, zu ersetzen/ergänzen eine Nationalgarde aufgebaut, in der sich vor allem NationalistInnen, FaschistInnen und NationalsozialistInnen militärisch organisieren.

Nicht erst seit dem Aufstand auf dem Maidan interveniert Deutschland politisch, versucht sich die Ereignisse im Rahmen des Ausbaus und der Sicherung seiner Vormachtstellung im östlichen Europa, mindestens bis an die russische Grenze, nutzbar zu machen. Dabei gibt es keine Hemmungen mit FaschistInnen und NationalsozialistInnen zusammenzuarbeiten. Die derzeitige Regierung wird durch Deutschland politisch und militärisch (z.B. durch den Einsatz von Bundeswehroffizieren als Militäraufklärer) in der Ukraine unterstützt.

Die innenpolitischen Auseinandersetzungen in der Ukraine werden überlagert von internationalen Konflikten zwischen Russland und der Ukraine, Russland und der EU/Nato, zwischen Europa/Deutschland und den USA.

Von dem bis hier Geschriebenen ist vieles These, grob umrissen, der ausgefeilteren empirischen und theoretischen Analyse bedürftig, eines scheint uns sicher:

In Odessa hat ein barbarisches Pogrom stattgefunden! Egal welche Aktionen in dieser Situation von den „prorussischen DemonstrantInnen“ (und/oder von ProvokateurInnen in wessen Auftrag auch immer) ausgingen: In der Art und Weise der Ermordung der im und vor dem Gewerkschaftshaus Getöteten offenbart sich ein Vernichtungswille der charakteristisch für ein Pogrom ist. VertreterInnen der derzeitigen ukrainischen Regierung, bzw. der sie tragenden politischen Parteien und Gruppierungen, haben das Pogrom unverhohlen begrüßt und den TäterInnen gedankt. Um ein Schlagwort aus den 90ern zu bemühen: das „Bündnis von Mob und Elite“ steht und es verfügt über Möglichkeiten der Gewaltausübung im Vergleich zu denen die Ereignisse in Ostdeutschland in den 90er Jahren als marginale Zwischenfälle erscheinen.

Täglich erreichen uns außerdem Nachrichten darüber, dass in der Ukraine FaschistInnen und NationalsozialistInnen ihre GegnerInnen verfolgen, foltern und ermorden. Viele dieser Nachrichten können wir nicht verifizieren. Aber unsere politischen Erfahrungen der letzten 25 Jahre in den „Transformationsgesellschaften“ östlich der Elbe, von Rostock-Lichtenhagen bis zu den Morden an russischen Antifas legen uns nahe, davon auszugehen, dass es noch viel schlimmer ist, als es die Nachrichtenschnipsel, die uns erreichen andeuten.

Die Reaktionen der deutschen Linken? Von wenigen Ausnahmen abgesehen: niente. Und wenn es doch mal einen Solidaritätsaufruf oder eine -demo für ukrainische Linke gibt, dann sind es eher traditionslinke Strömungen, die sich äußern und verhalten. Der emanzipatorische Widerstand gegen die deutsche Großmachtpolitik in Osteuropa scheint völlig zusammengebrochen.

Auffällig ist vor allem eines: Bei den verschiedenen Strömungen der antiautoritären und antinationalen Linken ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – das große Schweigen angesagt. Eine politische Position, die Solidarität mit den Opfern und GegnerInnen des rechten Terrors in der Ukraine ausdrückt und die die deutsche Politik in der Ukraine kritisiert ohne dabei in Apologie autoritärer Herrschaft in Russland zu verfallen, ist öffentlich faktisch nicht wahrnehmbar.

Nicht nur, dass es keine praktischen Aktionen gibt, was angesichts der eigenen globalen Wirkungsunmächtigkeit oder der Ratlosigkeit darüber, was man tun soll verständlich wäre. Nein, es findet auch wenig Bemühung um Analyse statt. Abgesehen von kleinen Zirkeln und marginalen Medien findet keine systematische Bemühung und Diskussion statt mit dem Ziel zu verstehen, was in der Ukraine passiert, was das mit den derzeitigen globalen Krisenerscheinungen, mit uns und unserem Leben hier zu tun hat. Bestenfalls lädt man sich ein paar ukrainische AnarchistInnen ein und erhofft sich, dass diese einem die Mühe abnehmen, zu verstehen was dort geschieht.

Der rechte Terror in der Ukraine, die Morde und der beginnende Bürgerkrieg werden mit einer gewissen Nonchalance zur Kenntnis genommen. In Kneipengesprächen wird bei Spiegel-Online Erlesenen wiedergekäut. Man denkt Bescheid zu wissen, weil man weiß dass es eine Spaltung zwischen der West- und Ostukraine gibt und Putin ein krasser Kunde ist.

Warum? Wir vermuten, dass es ein Bündel von Gründen gibt: Da ist die weitverbreitete Unkenntnis der aktuellen Situation in der Ukraine und der historischen Entwicklungen im sowjetischen/postsowjetischen Raum, die in der weitverbreiteten Ignoranz der deutschen Linken gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen in Osteuropa gründet. In der jetzigen Situation macht sich dramatisch bemerkbar, dass es hierzulande zu keiner kritischen Analyse der gesellschaftlichen Prozesse kam, die sich z.B. in den „Farben-Revolutionen“ im Allgemeinen und der Orangenen Revolution 2004 im Speziellen ausdrückten. Da ist die Angst als „Putinversteher“ zu gelten oder auf Propaganda des russischen Staates hereinzufallen, die sich aus dem Wissen um die autoritär-repressiven Entwicklungen in Russland (Homophobie, Rassismus, Verquickungen des Staatsapparates mit extremen Rechten, …) speist. Da ist aber auch eine gewisse Abfälligkeit gegenüber der slawischen/osteuropäischen Bevölkerung spürbar, der viel zu oft gemeinhin unterstellt wird, dass „die ja alle“ irgendwie reaktionär/zurückgeblieben/autoritär/homophob/antisemitisch etc. seien, weshalb zu allen Konfliktparteien Äquidistanz zu halten sei. Dieses Ressentiment dürfte neben der objektiven extremen Marginalität im westlichen Sinne „linker“ Strömungen in der Ukraine dazu beitragen, dass die meisten antiautoritären Linken dort kein Identifikationsobjekt finden. Am Beispiel der Ukraine wird offenbar, dass es auch für die antiautoritäre und antinationale Linke unmöglich ist, eine Position zu internationalen politischen Entwicklungen zu beziehen, wenn es vor Ort eben kein Identifikationsobjekt gibt, mit dem man bedingungslos solidarisch sein kann. Diese Unfähigkeit markiert das Scheitern aller Strömungen der Linken, die seit den 80er Jahren einen identifikatorischen Internationalismus, wie er sich in den klassischen westdeutschen linken Solibewegungen manifestierte, kritisiert haben.

In diesem Zusammenhang wird ebenfalls offenbar, dass alle Diskussionsstränge, die es in den 90er Jahren zu Jugoslawien/Kosovo gab, abgerissen sind. Das Scheitern der deutschen Linken in Anbetracht der deutschen politischen und militärischen Unterstützung für die ethnische Parzellierung des Balkans ist unaufgearbeitet und verdrängt. Und da ist vielleicht die nicht unbegründete Angst vor den Erkenntnissen, die eine analytische Beschäftigung mit den Ereignissen in der Ukraine zutage fördern könnte. Deutet sich dort doch an, dass sich die objektiven Tendenzen zur Barbarei vor unserer Haustür zu realisieren beginnen ohne dass Hoffnung auf Rettung begründet ist.

In dieser Situation fordern wir dazu auf, der Empathielosigkeit gegenüber den Opfern des rechten Terrors in der Ukraine entgegen zu wirken. Uns ist egal, ob die von ukrainischen FaschistInnen und NationalsozialistInnen Ermordeten AnarchistInnen, KommunistInnen oder „ProrussInnen“ sind. Man muss kein „guter Mensch“ sein oder politische Standards erfüllen, an denen auch die hiesige Linke oft genug scheitert, um das Recht zu haben nicht zu Tode gefoltert zu werden. Wir hätten z.B. mit Borotba oder den verschiedenen Fraktionen ukrainischer AnarchistInnen sicherlich das Eine oder Andere auszudiskutieren, sind aber überzeugt, dass das in der jetzigen Situation mindestens zweitrangig ist. Wir glauben nicht, dass es unsere Aufgabe ist, die Spaltungen der ukrainischen Linken identifikatorisch nachzuvollziehen. Aufgabe einer hiesigen progressiven Linken wäre es, mit den Opfern und GegnerInnen des rechten Terrors in der Ukraine gegen diesen solidarisch zu sein, egal ob sie Russisch oder Ukrainisch sprechen, egal ob sie Hoffnungen in den Maidan gesetzt haben oder nicht. Unser Luxus, in persönlich ungefährdeter Situation diskutieren und analysieren zu können, müsste nutzbar gemacht werden, eben um zu verstehen, was in der Ukraine passiert, was das mit den derzeitigen globalen Krisenerscheinungen, mit uns und unserem Leben hier zu tun hat.

Als Linke in Deutschland hätten wir nach der Erkenntnis, wonach der Hauptfeind das eigene Land ist zu handeln und gegen die deutsche Unterstützung für die weitere Ethnisierung und Barbarisierung Osteuropas, gegen deutsche Großmachtpolitik anzugehen und unseren Teil zu einer Internationale der Deserteure, VaterlandsverräterInnen und DefätistInnen beizutragen.“

Gegen Nationalismus und Krieg

Viel los in der nächsten Zeit. Fängt ja heute im Treptower Park an. Mit guten Bands, Kinderbespaßung, Schmalzstullen, Speck und sauren Gurken, Wodka und vielem mehr. Gerade jetzt ist es aber auch ein wichtiges Zeichen am 9. Mai zu feiern.

Nächste Woche gehts dann weiter. Die AfD macht eine Veranstaltung und es ist Zeit zu zeigen, dass neoliberale, rechtskonservative Wirtschaftsheinis uns nicht repräsentieren.

Abgesehen von homophoben, patriarchalen und nationalistischen Äußerungen und Programmatiken die aus der Ecke so kommen (und die es zu bekämpfen gilt), sollte klar sein, dass es unfassbar sinnlos ist mit Hilfe dieses Vereins sozialen Unmut kundzutun. Der Trick, den Leute wie Lucke und Henkel anwenden, ist der des Wilderers mit dem Reh auf seiner Schulter. Vom Förster gefragt was das soll, sagt der Wilderer: „Ich weiß auch nicht, wer mir das Reh über die Schulter geworfen hat“.
Genau diese Leute und ihre Version des „Ökonomischen Sachverstandes“ haben dafür gesorgt, dass HartzIV und der Niedriglohnsektor eingeführt, wärend der Spitzensteuersatz gesenkt wurde. Wegen Leuten wie ihnen kann man über die alten Vorstellungen und Versprechen nur noch böse und zynisch lachen: Unseren Kindern wird es einmal besser gehen. Wer sich Mühe gibt wird auch aufsteigen. HAHAHA!
Kein Wunder, dass sie dann laut „Haltet den Dieb!“. rufen und mit dem Finger auf rumänische Arbeitsmigranten oder die „faulen Griechen“ zeigen. Bedauerlich, dass es doch eine Menge Leute gibt, die ihnen das abnehmen anstatt zu sagen: Geht in eure Villen, macht die Türe zu und lasst Euch nie wieder blicken! Hier gibts den Aufruf und weitere Infos.

Apropos: Dass diese Leute auch auf den sogenannten „Friedensmahnwachen“ herumlaufen ist ein weiterer Grund da nicht hinzugehen und wenn dann mit Aluhut. Mit ein bisschen Glück entsteht Mittwochs eine Alternative, was ich sehr erfreulich fände. Unter anderem schreibt das Bündnis auch: „Auf die “Unterstützung” von Rechtspopulisten, nationalistischen Gruppierungen und Nazis verzichten wir ausdrücklich!“ und die Unterstützerliste ist ein breites Spektrum linker Gruppen. Von mir aus könnten sie aber noch ein bisschen am Aufruf feilen – Vokabular wie „plutokratischer Parlamentarismus“ hat einen häßlichen Beigeschmack. Wäre dennoch schön, wenn das was wird.

Wo ich grade beim Antimilitarismus bin: Es gibt Leute aus der radikalen Linken, die dafür große persönliche Risiken in Kauf nehmen (oder denen das vorgeworfen wird). Zum Beispiel Olli R., der im mg-Verfahren nach § 129 und wegen versuchter Brandstiftung an Bundeswehrfahrzeugen zu einer 3 ½ jährigen Haftstrafe verurteilt wurde und immer noch im Tegeler Knast sitzt. Dort ist am 22. Mai um 17 Uhr eine Solidaritätskundgebung. Interessant sind übrigens auch die Texte die Olli (der Mitglied der IWW ist) so schreibt…

Genug jetzt. Es hat aufgehört zu regnen und die Sonne lacht mich an. Wer nicht feiert hat verloren!

Aus meinem Laptop riecht es nach verbranntem Fleisch

Im Hausflur liegen verkohlte Leichen
hereingetrieben,
erschlagen,
erschossen –
und angezündet!

Aus meinem Laptop riecht es nach verbranntem Fleisch

Eine Tragödie schreibt die Zeitung
Ein Pogrom sagen die Überlebenden
und die Regierung ruft:
DANKE!
IHR HELDENHAFTEN KÄMPFER!

Aus meinem Laptop riecht es nach verbranntem Fleisch!