Archiv für März 2014

Letztes Ber­lin­s­ka Dróha – Konzert bei Berlin vor der Frühlingspause

Ber­lin­s­ka Dróha macht ein bisschen Pause. Vorher spielen wir aber noch in der Uhlandstr. 24 in Potsdam Babelsberg und machen anschließend eine kleine Tour mit unseren belorussischen Kollegen von Dzieciuki. Eine schöne Gelegenheit für alle, die die Releaseparty und Supamolly verpasst haben (oder noch nicht genug haben) uns noch mal in gemütlicher Atmosphäre zu sehen. Is ein bisschen ab vom Schuss in einer sehr ruhigen potsdamer Gegend. Man kommt aber mit der S-Bahn auch aus Berlin ganz gut hin und auch bis 01:00 wieder weg. Und da es ein Mittwoch ist, fangen wir auch recht früh und pünktlich an.

Das ist Punk!

Bin bisschen spät dran mit dem Eingebette. Trotzdem muss das eingebettet werden. Mehr Punk geht nicht!

Apropos Putin: das der Putinismus reaktionär und eklig ist wissen wir ja. Es ist allerdings wohlfeil, wenn wir hierzulande auf Putin eindreschen und nichts zur deutschen, europäischen und amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik sagen. Was die Ukraine betrifft, sollte eine linke/anarchistische Bewegung nicht in die Falle tappen, sich in diesem imperialen Machtkampf auf eine Seite stellen zu wollen. Das kann nur schiefgehen.

Wenn wir stattdessen die ukrainischen Linken unterstützen wollen, wirds aber auch kompliziert. Die hauen sich grade Texte um die Ohren, daß es nur so kracht (Avtonom und Borotba). Vom beschaulichen Berlin aus frage ich mich, ob das sein muss, wo doch die Slogans hinter den Polemiken beinahe gleich sind: No gods, no masters, no nations, no borders! Workers of all countries – unite! sagt die Autonome Union der Arbeiter; No Pasaran! No gods, no masters, no nations, no borders! Workers of all countries – unite! schreibt Borotba. Aber wer weiß – vielleicht muss es ja.

Wie dem auch sei: Die Rote Hilfe macht währenddessen eine Spendenkampagne und ARAB und NaO eine Veranstaltung am Freitag. Könnte spannend werden. Im Netz gibts auch Interessantes. Schon etwas älter sind dieses Interview mit jemandem von der Autonomen Union der Arbeiter und dieser Artikel über die Situation der jüdischen Community in der Haaretz. Bei beiden Artikeln blicken wir von zwei sehr verschiedenen Perspektiven auf die Widersprüche und Verwirrungen. Vorgestern hat das „Lower Class Magazine“ nachgelegt, und ein Interview mit Dmitry Kolesnik veröffentlicht. Der Blog „Form & Wahn“ hat eine kommentierte Linksammlung gebastelt, die sehr gut zum weiterlesen ist und täglich aktualisiert wird…

Nachtrag: Das es auch anders geht, zeigt übrigens aktuell das Beispiel Bosnien. Hier ein Artikel aus der Wildcat vom 11. Februar.

Daten, Termine und so weiter…

Nachdem ich hier jetzt so viel über die Welt gesagt hab, ist es Zeit, dass ich mich mal wieder der Konzertplanung widme. Zur Welt hier aber noch mal ein uraltes, leicht verzweifeltes Lied, das vor etwa 10 Jahren live in der Kalkbreite in Zureich aufgenommen wurde: Soldaten aller Länder desertiert!

Jetzt aber Termine:

07. 03. – Berlin
– K9 – Soliparty für den AKJ

12. 03. – Potsdam Uhlandstr. 24 – gemeinsames Konzert von Berlinska Dróha und Dzieciuki aus Belarus. Damit beginnt eine kleine gemeinsame Tour. Und die geht weiter in:

13.03 – Zielona Gora

14.03 – Lodz Facebook – Event

15.03 – Warsaw Facebook – Veranstaltung

16.03 – Warsaw (Geigerzaehler und Dzieciuki)

22. 03. Berlin – Solikonzert für die Rote Hilfe im Rauchhaus

28. 03. Freiburg – Solo in der KTS. Es folgt eine kleine Solotour mit dann hoffentlich fertiggestellter Solo – CD.

29. 03. Basel – Off-Bar


31. 03. – Schwyz

04. 04. Davos – Walhalla

05. 04. Sargans – Monkeys

27. 04. Rohne/Rowno (solo auf einem gemütlichen Hoffest gegen die Abbaggerung)

30. 04. Potsdam – solo in der Olga

08. 05. Berlin
– zum Punkfilmfest im Movimento

29. 05. Rostock – RAK – Treffen

31. 05. Nürnberg Fight Back – Festival

07. 06. bei Neuruppin Jugendcamp

12. 7. Berlin Erich Mühsam Fest

13. – 24. 08.
Polen und Belarus Tour von Berlinska Dróha und Čorna kruŠwa

„Deklaration von InternationalistInnen gegen den Krieg in der Ukraine“

Krieg dem Krieg! Nicht ein Tropfen Blut für die „Nation“!

Der Machtkampf zwischen oligarchischen Clans in der Ukraine droht in einen internationalen bewaffneten Konflikt zu eskalieren. Der russische Kapitalismus beabsichtigt die Neuverteilung der ukrainischen Staatsmacht zu nutzen, um seine anhaltenden imperialistischen und expansionistischen Bestrebungen auf der Krim und seine starken ökonomischen, finanziellen und politischen Interessen in der östlichen Ukraine, durchzusetzen.

Vor dem Hintergrund der nächsten Runde bevorstehender ökonomischer Krise in Russland, versucht das Regime den russischen Nationalismus anzuheizen um die Aufmerksamkeit von den wachsenden sozio-ökonomischen Problemen der ArbeiterInnen wegzulenken: Armutslöhne und -renten, Abbau der verfügbaren Gesundheitsversorgung, Bildung und anderer soziale Dienste. Mit dem Donner von nationalistischer und kriegerischer Rhetorik ist die Formation eines korporativen, autoritären Staates basierend auf konservativen Werten und repressiven Politiken einfacher.

In der Ukraine hat die akute ökonomische und politische Krise zu einer verstärkten Konfrontation zwischen „alten“ und „neuen“ oligarchischen Clans geführt, wobei die Ersteren ultra-rechte und ultra-nationalistische Gruppen genutzt haben, um einen Putsch in Kiew durchzuführen. Die politische Elite der Krim und der Ost-Ukraine beabsichtigt nicht ihre Macht und ihr Eigentum mit den nächsten Herrschern in Kiew zu teilen und versucht auf Hilfe der russischen Regierung zu vertrauen. Beide Seiten greifen auf eine wuchernde nationalistische Hysterie zurück: jeweils die Russische oder Ukrainische. Es gibt bewaffnete Kämpfe und Blutvergießen. Die westlichen Mächte haben ihre eignen Interessen und Bestrebungen, und ihre Intervention könnte in den dritten Weltkrieg führen.

Sich bekriegende Cliquen von Bossen zwingen, wie üblich, zu kämpfen uns, gewöhnliche Leute: LohnarbeiterInnen, Arbeitslose, Studierende, RentnerInnen … Sie machen uns zu Berauschten der nationalistischen Droge, hetzen uns gegen einander auf, führen herbei, dass wir unsere echten Bedürfnisse und Interessen vergessen: Wir wollen und können uns nicht um ihre „Nationen“ kümmern, wo uns dringlichere und grundlegendere Probleme beschäftigen – wie wir überleben in einem System, dass sie erfunden haben um uns zu versklaven und zu unterdrücken.

Wir werden der nationalistischen Vergiftung nicht erliegen. Zur Hölle mit ihrem Staat und ihren „Nationen“, ihren Flaggen und Büros! Dies ist nicht unser Krieg, und wir sollten nicht an ihm teilnehmen und mit unserem Blut ihre Paläste, Bankkonten und das Vergnügen in weichen Stühlen der Autorität zu sitzen, bezahlen. Und wenn die Bosse in Moskau, Kiew, Lwiw, Charkiw, Donetsk und Simferopol diesen Krieg beginnen, ist es unsere Pflicht sich gegen ihn mit allen verfügbaren Mitteln zu wehren!

Kein Krieg zwischen „Nationen“ – Kein Friede zwischen den Klassen!

KRAS, Russische Sektion der IAA

InternationalistInnen aus der Ukraine, Russland, Moldawien, Israel, Litauen, Rumanien und Polen

Anarchistische Föderation Moldawien

Fraktion der Revolutionären SozialistInnen (Ukraine)

Das Manifest gibts in diversen Sprachen bei der KRAS/IAA

„Fifty shades of brown“

Bei der Liveberichterstattung zur Krim kann ich nicht mithalten. Wozu auch? Statt dessen etwas Gegenöffentlichkeit:

Die ukrainische Gruppe Autonomen Union der ArbeiterInnen Kiev hat ein Statement zur Situation geschrieben. Bei Indymedia Linksunten gibts eine deutsche Übersetzung. Scheint mir eine sehr sinnvolle, leider marginalisierte Sicht auf die Dinge zu sein. Ich wünsche mir sehr, dass sie mit ihrem letzten Satz recht haben:

Wir schlagen uns im Konflikt zwischen Ukrainischen und Russischen Nationalismus auf keine Seite. Aber viele, die gegen das Regime von Janukowitsch protestiert haben, werden mit beiden unzufrieden sein; mit der habgierigen Politik der Vaterlandspartei, die die Taschen der ArbeiterInnen leeren wird und der „Nationalen Revolution“ des Rechten Sektors und Swoboda, die versuchen die Überbleibsel der Menschenrechte und Freiheiten weg zu nehmen. Es sind diese Menschen, die desinteressiert der Ulrarechten und der Systemopposition gegenüber stehen, die , “verärgerten Teile“ des Maidans,” die sich schon bald den Reihen der Linken und AnarchistInnen anschließen könnten.

Eine andere interessante Quelle sind auch die englischen Seiten der marxistisch orientierten Organisation borotba. Und die Leute vom „Lower Class Magazin“ sind zurück und haben einen gut lesbaren Bericht geschrieben.

Inzwischen hat Avtonomia auch ein Manifest zum drohenden Krieg geschrieben. Im Magazin „Hintergrund“ gibts auch eine weitere Analyse.