Archiv für März 2014

Berlinska Droha auf multicult.fm

Kurz vor unserer Releaseparty im Badehaus waren wir bei Nellski auf multicult.fm. Hier ein Mitschnitt:

MULTICULT.FM | multicult.beats | Berlinska Dróha zu Gast bei Nellski | Vol.1 by Multicult.Fm on Mixcloud

Was soll schon sein

Neu CD is fast fertig. Und das Cover wieder ein hübscher Siebdruck (danke O…I!!!. Irgendwann mache ich auch mal so ne kleine Releaseparty in Berlin. Nicht so fett wie die von BD letztens im Badehaus. Aber anstoßen muss man ja schon irgendwann :)

Aber jetzt erstmal schnell richtung Süden. Heute Abend will ich ja in der KTS in Freiburg sein. Und dann gehts weiter:

29. 03. Basel – Off-​Bar

31. 03. – Schwyz

04. 04. Davos – Wal­hal­la

05. 04. Sar­gans – Mon­keys

Bis dann :)

Das Geld auf der Straße

Als passioniertem Straßenmusiker und Teil der von Klaus dem Geiger mitgegründeten RAK, bleibt mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als dieses wunderbare Tondokument, das dankenswerterweise von Tagtraumbomben gestreamt wurde, weiterzuverbreiten.

Zumal die Straße ja nicht nur eine große Vergangeheit, sondern auch eine wundervolle Zukunft hat. Zumindest teilweise vom CD-Verkauf zu leben, klappt jedenfalls nicht mehr. Mag sein, dass die CD ein veraltetes Medium ist. Doch was ist die Alternative?
Ein Text, der die Situation sehr eindrucksvoll beschreibt, stammt von Jean von Guts Pie Earshot, die für mich immer auch Vorbilder waren, wenn ich mich gefragt hab, wie ich von Musik leben könnte, ohne mich allzusehr zu verbiegen:

[…]wir sind einfach finanziell am ende – persönlich und als band…. und müssen uns was anderes aufbauen um persönlich leben zu können.

dass wir seit 2007 von unserer musik (über-) leben ist ja kein geheimnis, und es war ein schöner abschnitt unseres lebens.

ganz ehrlich:
es funktioniert so nicht mehr.

wir hatten lange zeit das glück, dass es zu zweit noch irgendwie zu stemmen war, wir eine tolle stabile base und unterstützung von vielen leuten hatten und haben, aber… die zeit in der wir unsere minimalgage durch kartonweise cd / lp verkäufe ausgleichen konnten, die zeit der „physikalischen“ tonträger verkäufe… ist so vorbei.

da nützen auch die durchweg positiven bis begeisterten reviews unserer neuen cd nichts… wenn die bestellungen marginal bleiben.

auch uns hat dann doch die reallität von spotify, youtube, soundcloud etc… eingeholt – davor können wir unsere augen nicht verschliessen.

dass wir selbst auch die illusion hatten den verlust über den mehrwert höherer besucher_innen zahlen wett machen zu können wenn wir alles einfach kostenlos bei soundcloud reinstellen… das hat sich nicht bewahrheitet. dafür machen wir vielleicht zu spezielle musik.

und so haben wir einen haufen schulden bei unserem label, und die desillusion der digitalen blase.

inmitten von angeblichen erfolgstories nach amerikanischem strickmuster (der tellerwäscher mythos) dank youtube oder so jetzt gross rauszukommen … zweifeln wir mehr und mehr die vielfältigkeit dessen an und konstatieren eine selbstzensur und inszenierungszwang auch sehr befreundeter bands wie auch bei uns.

längst gehorchen die plattformen ja kapitalistisch auswertbaren parametern. und so ist ein wettstreit zwischen den bands entbrannt welche strategie sich auf diesen plattformen am besten bewährt in der hoffnung auf klicks und eine erfolgstory.

das geld bleibt aber dann bei den plattfformen… die letztendlich ja google, amazon, facebook oder apple sind.

es tut so gut das aussprechen zu können, und sich mal den durchhalteparolen und den selbstbeweihräucherungen auf der suche nach klicks und kicks zu verweigern.
in einer zeit in der sich jeder selbst castet, das netz von selfies platzt, fühlen wir uns fremd weil wir weiterhin authentisch bleiben wollen – und das nicht angesagt ist.

es tut gut den druck rauszunehmen mithalten zu wollen in dem zwang hip und erfolgreich sein zu müssen für ein paar klicks mehr, die immer virtuell bleiben werden. wir können uns davon kein brot kaufen, keine instrumente, keine miete bezahlen.

die downloadzahlen und verkäufe bei den online plattformen hören sich gut an für eine undergroundband- als cd oder platte verkauft könnte man sogar ein bisschen seine alltagskosten bestreiten, aber… verdienen tun einfach andere daran.
nicht wir.

der traum als diy indi-underground band mit so wenig anbiederung an den mainstream wie möglich weiterhin davon leben können ist ausgeträumt.
da hilft auch kein crowdfunding, und keine mega bezahl-postings auf facebook und wir wollen nicht unsere eigene struktur auspressen. [… den ganzen Text gibts auf der Facebookseite]

Interessant ist auch, daß der Text mit einem Link zu einem Artikel aus der De:Bug mit dem schönen Titel „Streaming ins Nichts“ verbunden war, und Facebook sich geweigert hat, den Link weiterzuverbreiten – ganz als wollten sie hinzufügen, dass die im Artikel vorhergesagte Monopolisierung nicht nur das Geld, sondern auch die Inhalte betrifft:

[…]Die Auswege? Bundles mit Handyverträgen und Userdaten verkaufen was das Zeug hält. Aber selbst das dürfte kaum reichen. Und dann? Die großen vier, oder drei (Google, Apple, vielleicht Facebook, für Amazon könnte das schon fast zu teuer werden) übernehmen. Nicht nur sieht Vielfalt anders aus (eigentlich ist sie gar nicht mehr vergleichbar) sondern die aus einer solchen Konsolidierung entstehende Marktmacht eben auch gegenüber der Musikindustrie ist im Gegensatz zum Jetzt-Zustand eine pure Katastrophe.

Warum betrifft uns das überhaupt? Wir sind doch die guten, der Underground, die kleinen Fische mit den besseren Ideen! Weil alles jenseits eines völligen Kollaps der Musikindustrie nur dazu führen wird, dass sich die vielgerühmte Schere zwischen Millionsellern und Nixnagern nur noch weiter öffnet und die Zwangsverkäufe nichtsnutziger Musik selbst das letzte Hindernis von Zwischenmedien in eure Hosentaschen komplett überwunden haben.[…alles lesen]

Was heißt das am Ende? Sehen wir uns alle auf der Wilmersdorfer wieder und prügeln uns nicht mehr mit der Polizei, sondern untereinander um die besten Plätze? Oder entwickeln wir irgendwie eine solidarische Gegenkultur? Die müssten wir allerdings neu erfinden.

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für lösungsvorschläge gerne die kommentarfunktion nutzen…

Lob vom Wahrschauer

Die erste Rezension der neuen Berlinska Droha – CD. Da heißt es unter anderem:

[…]Die Zutaten sind weitestgehend die gleichen geblieben, allerdings haben Uta Šwejdzic (Gesang, Klavier) und Paul Geigerzähler (Gesang, Geige) diesmal für meinen Geschmack noch ausgewogener gewürzt, um uns ein Festmahl zu kredenzen, das sich wie gehabt irgendwo zwischen Kabarett, Chanson, Folk und Punkrock bewegt. Also wie die DRESDEN DOLLS, nur ganz anders. Gesungen wird teils deutsch, teils sorbisch, sodass die Mehrheit der Hörer einschließlich des Rezensenten die meisten Texte leider nicht verstehen kann. Weil die deutschen Texte ziemlich intelligent sind, ist das einerseits schade, weil man die sorbischen auch gern verstehen würde, andererseits aber auch herzlich egal, weil die Musik auch so wunderbar funktioniert. […alles lesen]

Sowas hört man gern :)

Sachbearbeiter und Subkultur

Ein Lied von meiner neuen Solo – CD, die grade im Presswerk ist. Aufgenommen von Thomas aus Winterthur.

Alle Klarheiten beseitigt in der Subkultur
Die gestern noch voll auf der Antischiene fuhr
Subversion ist ja so marktkonform
und das Anderssein – schon fast die Norm
junge Hipster in Party-Disneyland
rasten aus zu einer Hardcore-Band
auf der BWL-Party läuft jetzt richtig Punkrock
und mein Sachbearbeiter…

…liest meinen Blog

Vielleicht war die Subkultur ja auch nur ein Hirngespinst
Das manchmal noch höhnisch um die Ecke grinst
so unglaublich anders und so wunderbar frei
versinkt alles im Einerlei
im Disneyland tanzen die Hipster jetzt
zu fettem Elektro, ja der Beat der fetzt
ich tanze bisschen mit, denn ich hab grad Bock
Und mein Sachbearbeiter…

…liests in meinem Blog

Die Taxis spucken noch Zerfeierte aus
verdammt, es ist spät und ich muss jetzt hier raus
morgen steh ich wieder in dieser Schlange
und wenn ich daran denke ja dann wird mir leicht bange
gestern dachte ich noch ich wäre unerkannt
heute steh ich aufm Amt mit dem Rücken zur Wand
krieg ich jetzt Kohle oder krieg ich nen Schock?
denn mein Sachbearbeiter…

…liest meinen Blog.

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ps: beste Gruesse in die Dutschkestr.

22. März – Aktionstag gegen Repression

Mit der Repression ist das so ne Sache. Die meisten Menschen – mich eingeschlossen – neigen dazu, sie zu verdrängen. Dabei ist es essentiell, unsere Genoss_Innen im Knast nicht zu vergessen. Gibt es zu wenig Solidarität für sie, traut sich draußen auch keine_r mehr was. Insofern ist es wichtig, dass es Organisationen wie Anarchist Black Cross oder die Rote Hilfe gibt. Und deshalb ist es mir auch eine Freude, kommenden Sonnabend mit vielen tollen Kolleg_innen auf der auf die Demo folgenden Soliparty gegen Repression im Rauchhaus zu spielen.

Die Bühne teile ich mit folgenden Liveacts: Tapete (HipHop) | Ein gutes Pferd (Emo Punkrock) | Raubkopie (Punkrockklassiker)
Und DJ’s: Chrysalice (Krachtigall) | Wachtelei (Minimal)

Zurück in Berlin

Schöne kleine Tour mit den Kollegen von Dzieciuki aus Grodno in Belarus. Vier stimmungsvolle Konzerte und sehr tolle Kollegen. Ein bisschen schade war, dass die jeweiligen Sprachkenntnisse nicht ausgereicht haben um komplexere Diskussionen zu führen. Wäre wahrscheinlich für alle Seiten sehr spannend gewesen, auch und vielleicht grade weil wir durchaus unterschiedliche Sichtweisen auf die Ereignisse in der Ukraine haben. Verbinden die Grodnoer Kollegen damit vor allem Hoffnungen auf ein Ende der Lukaschenko-Diktatur und des Systems Putins (das aus ihrer Sicht Elemente von Faschismus und Stalinismus mit einer kapitalistischen Wirtschaftsweise verbindet – so hab ich sie jedenfalls verstanden), überwiegt bei mir der Schreck über die Stärke ukrainischer Nationalisten, die direkt an die ukrainische Version des europäischen Faschismus anknüpfen und das Misstrauen gegenüber deutschen, westeuropäischen und Nato – Interessen (was ja auch alles auf dubiose Weise mitspielt). Aber so ist das ja mit diesen Ereignissen: Jede_r betrachtet sie durch die Brille die er/sie sich aufgesetzt hat, betrachtet sie vor dem Hintergrund der eigenen Lebensumstände und der eigenen Geschichte. Und das wäre auch mit perfekten Sprachkenntnissen kompliziert.

In Baut­zen/Budyšin ist währenddessen der Reichenturm nicht umgefallen. Statt dessen gab es ganz ordentliche Proteste gegen den Aufmarsch von Nazis und Rassisten. Der „Laute Bautzner“ schreibt:

Gestern fand sie also statt, die lang angekündigte Demonstration gegen „Asylmissbrauch“ im Allgemeinen und gegen die Entstehung eines Flüchtlingsheims in Bautzen im Speziellen. Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich am späten Samstagnachmittag am Postplatz in Bautzen um auf dem anschließenden Marsch durch die Kreisstadt ihre diskriminierenden Parolen in den Oberlausitzer Abendhimmel zu rufen. Flankiert von mehr als 500 Polizisten, einem Hubschrauber, einer Reiter- und Motorradstaffel wurde der alters- und geschlechtermäßig gemischte Aufzug von zahlreichen Protestkundgebungen lautstark begleitet. Neben den vielen stationären Demokratieständen von Parteien und Gewerkschaften zog eine rund 120 Teilnehmer/innen starke Antira-/Antifa-Demo unter dem Motto „Veto – Gegen jeden Rassismus“ (initiiert vom Bündnis refugees welcome) vom Bahnhof zum Kornmarkt. Insgesamt positionierten sich demnach mehr als 1.000 Menschen gegen die menschenverachtenden Losungen der Asylgegner. Ein durchaus erfreulicher Tatbestand, lies doch Hagel, Schnee und Sturm ein wesentlich geringeres Interesse befürchten. [weiter]

Hilfe, Hilfe!

Der Reichenturm fällt um! Da sollen ein paar Flüchtlinge in Bautzen/Budyšin wohnen! Brave Bürger gründen Bürgerinitiativen und wollen demonstrieren. Nein, nicht gegen staatliche Schickane, die die Flüchtlinge in Heimen zusammenpfercht und an den Landkreis fesselt, nicht gegen die alltägliche Ausbeutung von Illegalisierten, nicht gegen Krieg und Armut. Nein, gegen die Flüchtlinge.

Unter dem Titel „Rassisten wollen in Bautzen demonstrieren“ scheibt der Blog „Lauter Bautzner“ dazu:

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich „besorgte“ Menschen auch in Bautzen gegen das entstehende Asylbewerberheim öffentlich, also auf der Straße, erzürnen. Eine entspreche Veranstaltung wurde nun von Unbekannt für den 15. März, 18 Uhr, auf dem Bautzener Postplatz angemeldet.

Begleitende Aktionen gegen diesen rassistischen Aufzug wird es allerdings ebenso geben, das teilten die Initiatoren von „Bautzen bleibt bunt – Budyšin wostanje pisany“ auf ihrer Facebookseite mit.

Auch bei der „klassischen“ Antifa regt sich was. Die „Undogmatische radikale Antifa“ aus Dresden ruft dazu auf, nach Bautzen/Budyšin zu fahren und den Rechten den Tag zu vermiesen:

Am 15.03.2014 soll nun auch in Bautzen eine rassistische Demonstration stattfinden. Damit folgt die Stadt dem aktuellen Trend im Bundesgebiet. Vielerorts gründen sich tatsächliche oder vermeintliche Bürgerinitiativen, um unter diesem Label, meist auf Facebook, gegen Asylsuchende zu hetzen und Vorurteile zu verbreiten. Oftmals geschieht dies unter Federführung oder Mitwirkung von NPD-Kadern und aktiven (Neo-) Nazis, wie z.b. auch in Schneeberg oder Berlin Hellersdorf. So mobilisiert hier das Bündnis “Bautzen wehrt sich gegen Asylmissbrauch”, um mit plakativer Stimmungsmache gegen die Unterbringung von Asylsuchenden und den Bau eines Flüchtlingsheimes in Bautzen zu demonstrieren.
Bautzen hatte, wie fast jede säschsische (Klein-)stadt, schon immer ein Problem mit (Neo-) Nazis und Alltagsrassist*innen. Strukturen, die sich diesem Treiben entgegenstellen sind marginal. Deshalb liegt es an allen couragierten Menschen am 15.03.2014 mit uns in das nur ca. 40 Minuten entfernte Bautzen zu fahren und dem rassistischen Treiben einen klaren Konter zu geben!!!

Steigt deswegen gemeinsam mit euren Bezugsgruppen in den Zug nach Bautzen. Lasst uns dem rassistischen Mob von Beginn an klarmachen, was wir von ihrer menschenverachtenden Scheiße halten.

15.03.2014 um 14:15Uhr hinter dem Bahnhof Dresden-Neustadt im Park ist Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise. Sagt allen Bescheid!!!
Kein Fussbreit den Rassist*innen!

Łódź

Die Klubokawiarnia Granda haben wir ja in guter Erinnerung. Das letzte Konzert da war zwar klein aber fein. Außerdem is da ne hübsche Aufnahme entstanden und die anschließenende Besichtigung der Industrieruinen von Łódź war war auch großartig. Bin gespannt, was als nächstes kommt…

Facebook – Veranstaltung

Zielona Góra

Diesmal kein Laden und Hausprojekt am Boxi, sondern eine Stadt in Westpolen.

Facebook – Veranstaltung