Archiv für Februar 2014

Kaputt!

So ein fieser Ohrwurm! Wo ich kurz davor bin, nach Dresden zu fahren, um morgen Abend 20:00 ein Openairkonzert auf einem Streiposten zu spielen, ist mir eine beinahe neue Platte einer dresdner Band ins Ohr gefallen. Und irgendwie passt dieses Lied auch:

Wo gibts eigentlich die neue CD von Berlinska Dróha?

Im Netz:

Bei unserem Label Vetoria Records könnt Ihr sie online bestellen, Daneben gobt es auch noch mehr Musik von Berlinska Dróha, Atze Wellblech und demnächst auch Geigerzähler. Bald gibts sicher weitere Möglichkeiten, die wir hier auch verlinken werden, aber das direkte Bestellen ist uns am liebsten.

Zu Fuß:

Münster: Fairdruckt ist Druckereikollektiv in der Hafenstraße 64 (im alten Güterbahnhof) „Anfang 2008 entstand aus dem Wunsch, uns dem zunehmend menschenfeindlichen Arbeitsmarkt ein Stück weit zu entziehen, das Druckereikollektiv Fairdruckt. Ein Kollektivbetrieb, der neue Arbeitsplätze schaffen, linke Strukturen vor Ort unterstützen, produktiv arbeiten und die Bedürfnisse aller Beteiligten achten soll. Bewusst entschieden wir uns bei der Gründung des Betriebes für die Rechtsform der Genossenschaft. Der Betrieb sollte eine Struktur haben, in der jede und jeder gleichermaßen beteiligt, berechtigt und verpflichtet ist. Insbesondere durch unser eigenes politisches Verständnis haben uns dafür entschieden, möglichst ökologisch zu produzieren und solidarischen Handel zu fördern. Es ist nicht einfach, unsere Ideale mit einer funktionierenden Ökonomie in Einklang zu bringen, aber mit jedem Tag lernen wir dazu. Dabei versuchen wir stets unser Ziel vor Augen zu behalten und vielleicht Beispiel für andere Betriebe zu sein. Wir versuchen daher stets, solidarische Betriebe und Initiativen zu vernetzen und Erfahrungen weiterzugeben“.

Das Don Quijote in der Nieberdingstraße 8 „ist der Versuch, einen nicht kommerziellen Freiraum zu etablieren. Die Grundzutat soll eine gesunde Mischung aus Politik von unten, (Sub-)Kultur und Treffpunkt sein. Das bedeutet allerdings auch, dass sich der Laden nur durch aktive Mitarbeit und Spenden erhält, die letztlich aber nur zur Finanzierung der Infrastruktur verwendet werden. Alle haben die Möglichkeit, sich mit ihren Gruppen zu treffen, Workshops anzubieten, Seminare abzuhalten, bei z. B. der Mittwochskneipe mitzukochen (vegan), den Laden aufzuräumen und/oder eventuell zu renovieren, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen … und so weiter und so fort.“

Potsdam: Der Buchladen Sputnik ist ein wirrklich schöner Buchladen mitten im Zentrum von Potsdam. Das Kollektiv selbst schreibt: Der Buchladen Sputnik wird von etwa zehn Menschen ehrenamtlich und kollektiv betrieben. Als Experiment im Jahre 2002 eröffnet, hat das Projekt sich schnell zu einem wichtigen Anlaufpunkt im Gefüge selbstverwalteter, kultureller und sozialer Träger kritischer Öffentlichkeit in Potsdam entwickelt. Über den „normalen“ Buchhandel hinaus, organisieren wir in Zusammenarbeit mit anderen AkteurInnen Lesungen, Ausstellungen und Veranstaltungen.
Das Kollektiv hat den Anspruch, Literatur abseits des gesellschaftlichen Mainstreams anzubieten – mit dem Ziel, inhaltliche Akzente zu setzen, ob nachdenklich oder anregend, letztlich aber stetig anstoßend. Literatur zu Politik und Philosophie, zu Kultur, Soziologie und Geschichte steht im Fokus des Ladens. Neben Themenschwerpunkten zu Gender, Fußball und Musik gehören natürlich auch die „schöne Literatur“, Biographien und Comics sowie eine Auswahl an Zeitungen, Zeitschriften und Kinderbüchern zum Sortiment. Im geräumigen und begrünten Sputnik, dem wahrscheinlich letzten Buchladen mit Holz-Ofen, kann mensch sich in Ruhe und Gemütlichkeit dem Buch der Wahl widmen.

Charlottenstr. 28 14467 Potsdam
Öffnungszeiten : Mo bis Fr 13.00 – 19.00 Uhr & Sa 11 – 16 Uhr

Dresden:
Der Buchladen König Kurt hat ein ganz ähnliches Profil wie der potsdamer Sputnik. Nun findet man auf der Website nicht so viel, dafür um so mehr auf dem Facebook-Profil. Auf jeden Fall ein schöner kleiner linker Buchladen, der romantisch im AZ Conni – Gelände herumsteht, so daß die Bücher und Zeitschriften nach dem Kauf stilvoll mit Kaffee oder Sternburg konsumiert werden können, wenn man sie im letzten Drittel der Öffnungszeiten erwirbt.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 15-21 Uhr
Rudolf-Leonhard-Str.39, 01097 Dresden

Bautzen
: Smolersche Buchhandlung
Das ist einer der wenigen Orte, wo es sorbische Literatur zu kaufen gibt. Die Buchhandlung selbst schreibt: Heute ist die Smoler’sche Verlagsbuchhandlung der einzige Ort in Deutschland, wo der interessierte sorbische, deutsche und ausländische Leser das gesamte Angebot an sorbischer Literatur und an Büchern über die Sorben einsehen und erwerben kann. Ein sorbisches Antiquariat komplettiert das Angebot.
Tuchmacherstr. 27 · 02625 Bautzen
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 10.00–18.00 Uhr


Hier werden noch diverse Läden dazukommen. Trotzdem wird diese Liste nie vollständig werden – schaut euch einfach um. Natürlich gibts die CD auch bei unseren Konzerten und ein paar Freunden von uns.

Berlinska Dróha im sorbischen TV

Eigen und Fremdwahrnehmung is so ne Sache. Während in meiner Wahrnehmung Berlinska Dróha nur in wenigen Songs Punk macht (obwohl wir natürlich Bindungen in diese Szene haben), sind wir für das sorbische Fernsehen wahrscheinlich für immer die Punkrock – Gruppe. Warum auch nicht? Dann sind eben Polka, Pop, Ska und sorbisches Traditional ab jetzt Punk! Ansonsten ein sehr freundlicher Beitrag in der Nachrichtensendung „Wuhladko“ vom 1. 2. 2014. über unsere Releaseparty im Badehaus. In der 25. Minute wird unser Beitrag angesagt, wobei auch die restliche Sendung einen interessanten Einblick in die sorbische Seite des Spagats von Berlinska Dróha gibt. Die Sendung hat übrigens deutsche Untertitel.

Trotzdem unbequem – Streik in Dresden

In Dresden wird gestreikt! Zwar nur in einer Kneipe, aber dennoch ist es ein Arbeitskampf, der exemplarisch für Arbeitsbedingungen in Kneipen nicht nur in der dresdner Neustadt steht:

Viele von uns kennen das. Keine Kohle – da ist es naheliegend in einer Kneipe zu jobben. Kneiper_innen in der Dresdner Neustadt werben und verdienen mit dem Label „Szeneviertel“ ganz gutes Geld. Ihre Interessen verteidigen sie schon mal mit Forderungen nach mehr Videoüberwachung und Sicherheitspartnerschaften mit der Polizei während der BRN.

Die FAU BNG macht jetzt etwas zum Thema, was schon lange auf den Tisch gehört: nämlich Geschäftsmodelle, die von vornherein darauf setzen, dass die „Szeneclubs und -kneipen“ nur funktionieren, wenn sich andere ordentlich ausbeuten lassen.

Da werden Kellner_innen auf Rechnung beschäftigt, um sich die Sozialversicherungsbeiträge zu sparen. Da werden Stundenlöhne unter 6 Euro bezahlt, mit der Ansage „Ihr habt ja noch das Trinkgeld“. Über die Gewährleistung sozialer Errungenschaften wie Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall wird noch nicht mal im Ansatz nachgedacht. Anstatt tatsächlich Arbeitsplätze zu schaffen, werden Minijobs, Scheinselbstständigkeiten und Aufstockung durch die ARGE einkalkuliert.

Die Arbeitnehmer_innen laufen im Hamsterrad. Von einem Job zum nächsten, ohne langfristige Perspektiven, ohne ausreichenden Kündigungsschutz, ohne ein festes Kollegium und gewerkschaftliche Vertretungen. Dass die Arbeitnehmer_innen die ungesunden Kellner_innenjobs nicht ewig machen können und trotzdem keinerlei Absicherung für das Alter von den Besitzer_innen der Kneipen bekommen, scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein.

Heißt es in einen Text, der den Streikenden zugesand wurde.

Es ist an uns, dafür zu sorgen, dass der Streik gewonnen wird. Wenn Ihr es irgendwie einrichten könnt, fahrt hin und unterstützt die Streikposten (immer 20 Uhr vor dem „Trotzdem“). Außerdem ist es schön, wenn viele MusikerInnen bei den Streikposten auftauchen und spielen. Ich selber werde am 10. 2. musizieren. Das hebt die Stimmung im nasskalten Februar, hat eine lange Tradition und könnte sich zum Beispiel anhören, wie die KollegInnen von der Overall Brigade in den folgenden 3 Songs:

Never rest in peace!


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