Archiv für Februar 2014

Nachher: Demo in Dresden

Soli-Erklärung Dresdner Gruppen

Seit dem 31.01.2014 befinden sich 3 Mitarbeiter_innen der Dresdner Kneipe „Trotzdem“im Streik. Ihnen wurde eine Kündigung seitens der Inhaberin des Lokals ausgesprochen. Bereits im Mai 2013 haben sich die Mitarbeiter_innen dazu entschlossen, eine Lohnerhöhung durchzusetzen sowie eine Betriebsgruppe im Gastronomiebereich zu gründen. Nun halten seit dem Streikbeginn die Mitglieder der FAU und ihre Unterstützer_innen täglich von 20 bis 24 Uhr einen Streikposten vor dem Ĺokal. Mit dieser Erklärung unterstützen wir den Arbeitskampf der Streikenden.
Nachdem zunächst „betriebswirtschaftliche“ Gründe und die geplante Einstellung eines Freundes der Familie für die Kündigungen genannt wurden, schiebt die Besitzerin des „Trotzdem“ nun (angeblich) stattgefundene Diebstähle vor und betreibt damit Sippenhaft.
So oder so sind die Kündigungen nicht einfach hinzunehmen. Entlassungen aufgrund von „Eigenbedarf“ oder auf Grundlage von Unterstellungen sind nicht mal mit dem geltenden Arbeitsrecht vereinbar. Diese Form der Entlassungen in einem Lokal, dass unter einem linksalternativen Label geführt wird, betrachten wir als Zynismus.

Generell gilt: Alle Betriebe, die auf diese Art und Weise mit ihren Angestellten umgehen, gehören bestreikt. Wenn Arbeitgeber_innen , auf Grundlage von Mutmaßungen, händeringend nach Gründen für eine Kündigung organisierter Mitarbeiter_innen suchen, ist es erforderlich, solidarisch mit den Betroffenen zu sein. Somit wünschen wir den Streikenden viel Kraft und einen langen Atem.

Unterstützt die Streik-Kundgebungen der FAU, täglich von 20 bis 24 Uhr, vor dem Lokal in der Dresdner Neustadt.

Get organized! Soziale Kämpfe zusammenführen!

Check: www.trotzdemunbequem.blogsport.de | www.fau.org/dresden

Unterstützer_innen:
Gruppe Polar, Ausser Kontrolle Dresden, URA Dresden, Rote Hilfe OG Dresden, Kampagne 129ev

Vom Regen in die Traufe?

Wie ein Kaninchen auf die Schlange starre ich auf den Bildschirm und verfolge die letzten Entwicklungen in der Ukraine. Es ist noch nicht so lange her, da habe ich recht uninformiert und naiv in der Westukraine gespielt. Damals musste ich lernen, dass diese dort ziemlich präsenten längsgestreiften schwarz/roten Fahnen nicht Hoffnung und Emanzipation ausdrücken, sondern Fahnen der Faschisten sind, die mit den deutschen Nazis in die Ukraine einmarschierten und unter anderem Pogrome gegen Juden und Polen zu verantworten hatten.
Heute wehen diese Fahnen überall. Die „Swoboda“ sitzt in der Regierung und der „Rechte Block“ beherrscht die Straßen in Kiew und der Westukraine. Wenn es das ist, was Janukowics Kleptokratie ersetzt? Wo geht das hin? Ich bin glaube ich nicht der Einzige, der einigermassen ratlos ist. Statt jetzt lange öffentlich hin und her überlegen, ist jemand vom „Lower Class Magazine“ einfach hingefahren, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Das ist schon mal ein interessanter Ansatz – denn mit den Folgen von all dem werden wir uns womöglich noch länger beschäftigen müssen. Und das heißt anscheinend nichts Gutes:

[…] Faschismus ist hier kein politisches Projekt einer kleinen versoffenen Minderheit wie in der ostdeutschen Einöde. Die rechten Kräfte sind die präsenteste Kraft. Wie die Mehrheit der Bevölkerung – egal ob Opposition oder Regierungslager – denkt, darüber können wir noch nicht urteilen. Aber was die Sichtbarkeit hier im Zentrum Kiews angeht, ist hier wenig Interpretationsspielraum. Noch öfter als die Nationalfahne mit diversen Aufschriften wie „Ehre der Ukraine“ oder „Swoboda“ ist die schwarz-rote Fahne der Ukrainischen Aufständischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg Zehntausende Juden, Polen und Kommunisten ermordete. Runen, Keltenkreuze, Bilder des Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera.[…]

Nachtrag: Auch die Zeitschrift „Hintergrund“ hat recherchiert: Die Tragödie-vom Maidan. Einen ganz interessanten Artikel gibts auch in der aktuellen Jungle World.

Abbruch und Neubeginn

Letztens in der KvU. Die vorletzte Vokü in den alten Räumen. Alles schon ein bisschen verrümpelt und die Stimmung auch dementsprechend. Irgendwie zu spüren, dass das trotz der neuen Räume auch eine Niederlage ist. Die letzte Vokü findet wohl heute statt. Ich werde nicht da sein, weil ich Teil des letzten Konzerts in der alten Baiz bin. Zusammen mit Miąższ, die gestern schon ein wundervolles Konzert im Fischladen gespielt haben. Und ich freue mich, dass ich mich von dieser schönen kleinen Bühne verabschieden kann, auf der ich schon ein paar schöne Stunden verbracht habe.

Zum Glück ist da nicht nur Abschied, sondern auch Neubeginn. Und bei der Baiz gibts ne Umzugsparty der besonderen Art:

Am Sonntag, 23.02. zieht die Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ von der Torstraße in die Schönhauser Allee (Ecke Wörther Straße). Für den Umzug werden etwa 300 Menschen benötigt, die eine Kette entlang dieser 1.000 m bilden. Mit dieser Kette sollen nicht nur Stühle, Tische und Barhocker transportiert, sondern auch ein öffentliches Zeichen gesetzt und auf die fortschreitende Gentrifizierung aufmerksam gemacht werden. Der Wegzug des BAIZ bedeutet den Verlust der letzten alternativkulturellen Einrichtung auf der Torstraße. Zwar kann die Kultur- und Schankwirtschaft an einem anderen Ort in der Nähe weiterleben, zu viele andere kulturelle Einrichtungen und Bewohner/innen hatten und haben diese Chance jedoch nicht. Freiräume gehen weiter verloren.
Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass verschwindet, was den Kiez auszeichnet und lebenswert macht. Wir bleiben alle! Und das zeigen wir mit einer Menschen-Umzugs-Kette!

Wann: Sonntag, 23.02.2014, 15:00 Uhr
Wo: BAIZ, Christinenstraße, Schwedter Str.
Schönhauser Allee bis zur 26A, neues BAIZ

P.S. Für Heißgetränke wird gesorgt, bitte eine Tasse mitbringen…

Ich bin gespannt, was passiert.

Atze Wellblech in der Luther33

Das 2. Konzert am 21.02. von Atze Wellblech findet 23:00 in der Martin-Luther-Straße 33 statt.

Luther33 21.02.14

Atze Wellblech vorm „Trotzdem“

Kommenden Samstag geht der dresdner Kneipenstreik in die vierte Woche (siehe unten). Das „Trotzdem“ ist eine Kneipe, in der wir schon mal ein schönes Konzert gespielt haben. Wir bedauern, dass wir nun in der Kälte spielen müssen, aber nach wie vor ist die Chefin der Bar zu keinen Zugeständnissen bereit.

Letztens hat ColoRadio in der Sendung Sellout darüber berichtet. Die Sendung bietet einen interessanten und recht neutralen Überblick über die Sache.

“ Manuel Barroso disst Deutschland, die BZ disst Manuel Barroso und wir dissen die BZ“

Hans, aka „Der Papst, seine Frau und sein Porsche“ hat ein Lied veröffentlicht, die ihr hören solltet:

Equipment: Kontrabass, Plastiktüte, Flöte, Effekte

Ich hatte schon bessere Döner gegessen. Der hier schmeckte wie Pappkarton, der zu lange im Regen gelegen hat. Der Kaffee war ganz ok, aber vielleicht war das auch nur weil ich gerade dringend einen brauchte. Ich aß den Döner und trank den Kaffee und las die BZ. Die BZ lag auf dem Tisch. In der BZ stand MANUEL BARROSO DISST DEUTSCHLAND. Ich hatte schon mal was davon gehört. Manuel Barroso ist ein EU Typ der Deutschland WHO THE FUCK IS DEUTSCHLAND wegen AUSSENHANDELSÜBERSCHUSS ein BUSSGELD abziehen will. Hihihi! DEUTSCHLAND DU OPFER. Außenhandelsüberschuß ist wenn man mehr Geld verdient als man ausgibt. Das stand in der BZ. Deutschland verdient mehr Geld als es ausgibt. Stand auch in der BZ. Ich bin also offensichtlich nicht Deutschland. Ich finde, die Leute, die meinen, daß sie Deutschland sind, könnten ruhig mal einen Gang runterschalten, dann können auch die anderen mal was verdienen. Das war auch der Vorschlag von Manuel Barroso. Die BZ-Leute sahen das aber nicht ein. Die hatten einen von den WIRTSCHAFTSWEISEN da. Das ist so’ne ganz schräge Sekte. Für die ist das 11.Gebot: DU SOLLST DEN HALS NICHT VOLLKRIEGEN. Der machte WÄÄÄH! VOLL GEMEIN! und der Kommentator sagte VERKEHRTE WELT. Das sind sie nicht gewöhnt. SELBER SCHULD IHR SCHEISS STREBER. Deutschland WHO THE FUCK IS DEUTSCHLAND verscheuert seinen Krempel nach überall und scheffelt Geld. und macht HARHAR. Das Geld muß irgendwo herkommen, das wächst ja nicht auf Bäumen. Wenn Deutschland WHO THE FUCK IS DEUTSCHLAND mal Geld ausgeben soll, sagen die Leute, die meinen, dass sie Deutschland sind: „Das brauchen wir für unsere Banken“. Geld ausgeben sollen besser die anderen. Leute, die meinen, daß sie Deutschland sind, machen HARHARHAR und zeigen mit dem Finger auf die Leute, die ihr Geld für Sachen ausgegeben haben, die Leute, die meinen, daß sie Deutschland sind, ihnen verkauft haben.
Ich aß noch ein Stück von dem Döner, der wie Pappkarton schmeckte, der zu lange im Regen gelegen hat. Immerhin war der Kaffee ganz ok, vielleicht aber auch nur weil ich gerade dringend einen brauchte. Ich weiß nicht wirklich wie ein Pappkarton schmeckt, der zu lange im Regen gelegen hat. Ich weiß auch nicht wer Deutschland ist, WHO THE FUCK IS ja ja, schon gut, aber ich weiß daß das Leben ohne so verkackte Streber schöner sein könnte. Der AUSSENHANDELSÜBERSCHUSS ist der Pimmel von Deutschland, und MANUEL BARROSO paßt das eben nicht. Mir übrigens auch nicht, mal so nebenbei. Ich weiß nicht viel über Manuel Barroso. Es wird sicherlich Gründe geben, Manuel Barroso scheiße zu finden, aber die Tatsache, daß er Deutschland disst, ist kein solcher Grund. Die BZ sah das natürlich anders. In der BZ stand WÄÄÄH! VOLL GEMEIN! ALLE SIND GEGEN UNS! NUR WEIL WIR BESSER SIND ALS DIE!! BZ du Opfer. Ich wollte noch einen Schluck von dem Kaffee nehmen, aber der war alle. Der Döner schmeckte immer noch genauso wie vorher, nur kalt. Ich stellte mir vor wie Manuel Barroso dem SACHVERSTÄNDIGENRAT ZUR BEGUTACHTUNG DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG die Fresse poliert, und da sah die Welt doch gleich ein bißchen besser aus.

released 14 December 2013

Was Atze Wellblech betrifft gibts auch was zu berichten. Die Vollversammlung von Atze Wellblech hat im Konsens beschlossen: Heute beginnt die Straßenmusiksaison! Zwischen 10 und 2 inna Wilmersdorfer.

Fight Back Festival in Nürnberg

Schon mal zum Vormerken – der 31. Mai is ja noch ne Weile hin. Aber es is ja auch ne größere Sache, für die sich ein wenig Fahrerei und Planung lohnt. Das Lineup kann sich jedenfalls sehen lassen. Darüber hinaus freue ich mich, mal wieder bei einem richtigen Antifafestival zu spielen. Und das in Bayern… ääh Franken!


Facebook – Veranstaltung

15. 2. Neuruppin

Miąższ in Berlin

Als wir letzten Sommer durch die Ukraine getourt sind, haben wir Miąższ kennengelernt. Tolle Band, die sehr gekonnt mit Swing, polnischem Folk und etwas sehr Eigenem jonglieren. Sehr erfreulich, dass Miąższ die Tage in Berlin spielen – zwar nur mit der Hälfte von Berlinska Droha zusammen – aber immerhin.

Das muss mal gesagt werden…

… in allen Sprachen dieser Welt. Klare Aussage. Einfach und wahr. Jetzt auch auf sorbisch und als T-Shirt oder Umhängetasche bei unseren Freunden vom Serbski Konsum zu bestellen.