Archiv für Mai 2012

Kotti kostet zuviel!

Am Kottbusser Tor haben einige MieterInnen aufgehört zu bitten und sich stattdessen ein Stück Stadt genommen. Gute Sache, dachte ich mir, bin mal vorbeigeradelt, habe eine sehr aufgeräumte Bretterbude mit Kaffeemaschine, türkischer Linsensuppe und vielen Infozetteln an den Wänden vorgefunden. Vor allem aber habe ich mich auf die Bierbank davor gesetzt und ein paar Worte mit D. von der MieterInneninitiative Kotti & Co gewechselt.

Vorneweg aber ein Video vom Beginn der Aktion:

Vom Gespräch mit D. sind mir ein paar Stichpunkte in Erinnerung geblieben:

Die schier unglaublichen Mieterhöhungen in den umliegenden GSW -Häusern und die Aufforderungen sind Anlass für das Camp. Aber das Grundprobelm ist die Mietenpolitik ingsgesamt. Aber in den Häusern am Kotti ist es eben besonders akut. Immer mehr Leute bekommen die Aufforderung vom Arbeitsamt wegzuziehen und einigermassen in der Nähe gibt es einfach keine Wohnungen mehr, die das Arbeitamt bezahlen würde.
Deshalb ist der Protest auch kein studentisch geprägter, sondern wird vor allem von MieterInnen aus den GSW-Häusern getragen. Zugleich kommen unglaublich viele Leute vorbei um sich zu informieren, zu diskutieren, sich dazuzusetzen und eine Weile da zu bleiben. Der Protest verbreitert sich. Dafür braucht es aber Offenheit und Pluralität und keine homogene Subkultur – Show, die allen die Welt erklären möchte. Natürlich wird auch politisch diskutiert, aber es ist eben keine Szeneveranstaltung.
Gestern war Mieterberatung. Da war es interessant, wieviele illegale Praktiken von Vermietern auf den Tisch gebracht wurden. Morgen gibt es ein Lärmdemo und zwar um 16 Uhr am Kotti.

Andere zur Besetzung: Kotti & Co- PresseschauMietenstoppGentrificationblog

Die CamperInnen freuen sich übrigens über Besuch.

Protest auch in Potsdam

Nicht nur in Berlin sind steigende Mieten ein Problem. Auch in Potsdam gehts rund. Deshalb hat sich dort ein grösseres Bündnis gefunden, das am Samstag gegen die steigenden Mieten demonstriert. Die PotsdamerInnen schreiben unter anderem:

Immer mehr Menschen verlassen deshalb aus ökonomischen Gründen die Stadt und ziehen dorthin, wo es – im Moment noch – billiger ist. Doch die Flucht vor den hohen Mieten hat oft nur kurzzeitig Erfolg. Überall im Großraum Berlin steigen die Mieten. Und weil kaum noch sozialer Wohnungsbau stattfindet, mangelt es in allen Ballungsgebieten an bezahlbaren Wohnraum.

Das ganze ist ein Art Sternmarsch. Treffpunkte sind um 13 Uhr am S-Bahnhof Babelsberg und Kastanienallee/Geschwister-Scholl-Straße.

Mietenstopp PotsdamIndy-Artikel

Um diesen Beitrag abzuschließen, möchte ich nochmal D. vom Kreuzberger Camp zitieren – diesmal wörtlich:


Das geht so weiter, bis die Mieten gesenkt sind oder eine Kappungsgrenze eingeführt wird. Wir sind gekommen um zu bleiben!

Warten und Leipzig

Ein ziemlich altes Geigerzähler-Lied mal wieder aus den Abfällen der Live-CD Revolutionsmusik gezogen.
Warten by Geigerzaehler

Neben bestimmten (zum Teil nicht mehr existierenden) Ex- Besetzerspelunken hat das Lied auch mit Leipzig zu tun. Wie genau is mir jetzt zu kompliziert zu erklären. Müsst ihr einfach glauben. Is aber auch nicht sooo wichtig.

Jedenfalls müssen wir nicht mehr lange warten, bis wir wieder mit Čorna Krušwa zusammenspielen. In Leipzig eben, was aber wiederum nichts mit meiner alten Schnulze zu tun hat. Wie gesagt spielen wir ja immer gern mit denen, auch wenn die ihre verfluchte CD immer noch nicht draußen haben, weshalb das Konzert letzten Samstag im Badehaus auch eine Anti – Release – Party war. Immerhin hab ich sie im Badehaus mal wieder live gesehen und war überrascht, wie hart die geworden sind. Das doomt ja bisweilen richtig! Nüscht mehr mit netter Liedermacherei! Find ick spitze und freu mich auf nen gig, der mehr als Warmspielen für die gemeinsame Tour durch Polen ist, die ja auch immer näher rückt.!

Bürgerliche Wohltätigkeit

Schönes Gedicht aus einer vergangen Krise und immer noch ganz passend zur Jetzigen. Viel Spass mit meiner Interpretation (live in St. Ingbert):

Bürgerliche Wohltätigkeit (Tucholsky) by Geigerzaehler

By the way: Die Tage kommt ein Track, den ich grade gemeinsam mit Nicorus aufgenommen hab: Zur Krise jetzt und heute.

Heute Abend:

Angeblich spielen heute Atze Wellblech im La Casa. Steht jedenfalls auf diversen Flyers und so. Falls irgendwer wegen uns dahingeht um uns zu sehen… seid bitte nicht sauer. Hans hat auch schon vor Wochen folgenden Text über den Facebookaccount von Atze Wellblech gepostet:

DAS ÜBLICHE ORGACHAOS … Richtigstellung:

Auf folgender Veranstaltung spielt ATZE WELLBLECH leider NICHT:
Liedermacherabend „80 Jahre antifaschistische Aktion“ am 25.5. im La Casa, Wurzener Straße, Berlin.
Da steht „Atze Wellblech“ auf dem Flyer – warum weiß eigentlich niemand. Wir finden den Anlaß toll, haben unserem Kontaktmann aber gleich gesagt, daß wir keine Zeit haben!
Immerhin gibt es ja noch Kummerland, Klampfattacke und Occupy Stage. Also Leute, greift zu und genießt, aber seid nicht sauer wenn Atze Wellblech nicht da ist …
(Vielleicht ist es ja auch einen anderer Topact, der irrtümlich unter unserem Namen angekündigt wurde)

Dafür gibt es am Tag danach, nämlich am 26.5., ein Konzert im Ka6 in Zerbst mit Berlinska Droha, dem AW-Bassmann Hans und PunkrockMC. Rock The Pampa!

Oder halt nachts im Badehaus. Vielleicht aber auch schon tagsüber. Konsumierend auf dem Karneval der Subkulturen, den ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte.

By the way: Jemand hat ein wenig Strassenmusik auf dem Boxi gefilmt: Atze W. zum Beispiel:

Ein stressiger Abend

Letztes Wochenende hätte ich mich ja gern mal wieder aufgespalten. In drei Teile. Ein Teil wäre nach Spanien gefahren, hätte auf einem privaten Anlass gegeigt und dann noch drei kleine Konzerte in Barcelona gespielt. Die zwei verbliebenen Drittel wären mit dem Zug langsam nach Süddeutschland gefahren. Die eine Hälfte davon hätte ein paar Lieder auf dem RAK-Treffen in Saalfeld gespielt und sich kräftig an den ganzen Diskussionen beteiligt. Der verbliebene Teil wäre weiter gefahren und hätte der Polizei zugeschaut, wie sich Frankfurt in eine Geisterstadt verwandelt.
Doch die technischen Möglichkeiten sind begrenzt – über Spanien gibts vielleicht noch nen Reisebericht, falls ich mir nicht noch überlege, dass es davon schon zuviele gibt.

Hier soll es jedoch um das kommende Wochenende, genauer um den Samstag gehen. Das wird ein stressiger Tag für Berlinska Droha, weil wir etwas tun, von dem wir eigentlich mal gesagt haben, daß wirs nicht mehr machen wollen: Auf zwei Hochzeiten tanzen.

In de hübschen Kleinstadt Zerbst is leider nicht jedes Wochenene so ein Zeckengig. Aber grade das ist ein Grund dorthin zu fahren. Schliesslich ist es sehr erfreulich, wenn sich noch etwas anderes tut als Großraumdisko oder Onkelz-Party. Kommt pünktlich, denn wir müssen ja weiter. Was der Party keinen Abbruch tun wird, denn Hanz von Atze Wellblech hat auch ein tolles Solo-Programm. Und zum Schluss bringt PunkrockMC die Wände zum wackeln und den Mob zum toben.

Uta und ich werden derweil wieder im Auto sitzen und durch malerische brandenburgische Alleen heizen um zur CD – Relaese-Party von unseren Freunden von Čorna Krušwa. Da sind wir dann so gegen eins, hüpfen auf die Bühne und spielen allein und mit den Schwarzen Birnen zusammen. Mal sehen was wird. Bin sehr gespannt. Schön wars ja immer mit den Kollegen. Auf unserer Releaseparty im Lovelite, den beiden Touren in Polen und inna KvU vor 2 Monaten.
Das Ganze findet im Badehaus auf dem RAW – Gelände statt. Und irgendwann vor uns, nach uns, ich weiß nich, spielen noch „kalimocho sounds“,“diese band“ sowie dj’s „otto manic and freak ass e“ und „carlson two“.

Jaja, ein stressiger Abend! Aber wenigstens keine Langeweile:

Langeweile by Geigerzaehler