Home, sweet home…

… oder doch eher bitter?

Mal wieder möchten Nazis durch meine Geburtsstadt Budyšin marschieren. Diesmal zum sogenannten „Tag der nationalen Arbeit“. Das tun sie ja in letzter Zeit öfter. Mal spontan, wie nach dem gescheiterten dresdner Spektakel letztes Jahr, mal im Mummenschanz ihrer „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ – Scheiße.
Was ich so vom Alltag höre, ist auch nicht unbedingt toll. Z.B. erzählten mir vor ner Weile sorbische Jugendliche, daß sie Angst haben, in die Disko zu gehen, weil da Nazis „Sorben klatschen“. Oder die Geschichte von einer überfallenen Veranstaltung im Gesundbrunnen, die an die frühen Neunziger erinnert. Wäre ich öfter da, bekäme ich sicher noch viel mehr davon zu hören.
Sagt mir, daß sich die Arschlöcher verdammt sicher dabei fühlen, Angst und Schrecken zu verbreiten. Anscheinend gibt es zu wenig Gegenwind! Daß Antifa.de die Grünen verlinkt, was die Gegenaktivitäten am 1. Mai betrifft, spricht eigentlich für sich. Und wenn ich nach Antifa-Websites aus der schönen Stadt mit den vielen Türmen suche finde ich eine, die vor 3 Jahren das letzte mal aktualisiert wurde. Bei der Antifa Lausitz, die immerhin aktualisiert ist, gibts auch nichts zum Naziaufmarsch vor der Haustür. Schade!

Vielleicht ist aber doch nicht alles vollkommen deprimierend. Hoffen lässt mich nicht so sehr der bei solchen Anlässen übliche „Aufruf zur Zivilcourage“. Der läuft – so ist zu befürchten – darauf hinaus, daß PolitikerInnen aller Parteien mit bunten Luftballons auf dem Kornmarkt herumstehen und sich gegenseitig ihre Couragiertheit versichern. Das war schon immer unfassbar öde! Couragiert wäre, sich auf die Strasse zu setzen. Und dazu wird auch aufgerufen. Bei Indymedia Linksunten sowieso, aber auch im Blog „Lauter Bautzener“:

Blockiert werden soll das ganze Spektakel natürlich auch. Hier wurde erfreulicherweise schon recht gründlich vorbereitet. Neben der zentralen Kundgebung auf dem Kornmarkt, sind laut SZ weitere 9 Veranstaltungen geplant. Die werden sich allerdings allem Anschein nach, in der unmittelbaren Nähe zur Innenstadt befinden. Sollten sich die Rechten eher peripher, also auf der zweiten Route bewegen, müssen es wohl mobile Blockiertrupps richten. weiter

Das lässt zumindest hoffen. Vielleicht kann ja doch an die Erfolge von Dresden angeknüpft werden? Ich wünsche es mir von ganzem Herzen!

By the way: Grade lausitzer Nazis sei noch einmal die traurige Geschichte von Karsten Končak empfohlen. Wollt ihr wirklich so enden?

Koncak (berlinska droha) by Geigerzaehler

Nachtrag: Mittlerweile rufen auch die Antifa Lausitz und die Autonome Antifa Radeberg zu Gegenaktivitäten auf. Und auch bei Abgefuckt is die Sache Thema.
Bei Julijan Nyča steht schon seit längerem ein Artikel gegen den geplanten Naziaufmarsch. Jetzt hat er noch mal nachgelegt.
Weitere Links von Bedeutung: Twitteraccount von BZ-Nazifrei+++die mutmaßliche Naziroute+++Aufruf „Bautzen bleibt bunt“ in deutsch und Sorbisch+++„Bautzen liebt bunt“ auf Facebook

Presse: Lausitzer Rundschau vom 25. 4.+++Alles-Lausitz.de vom 24. 4.+++
Allgemeine Artikel, zum 1. Mai bundesweit finden sich z.B. in der Jungen Welt und der Jungle World.

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1 Antwort auf „Home, sweet home…“


  1. 1 Lesung »Verfolgt. Vertrieben. Ermordet.« - Ihr letzter Weg Pingback am 02. November 2013 um 21:35 Uhr
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