Archiv für April 2012

„Melancholie, Wut und Leidenschaft“

Das schreiben die Kieler OrganisatorInnen vom „Tanz in den Mai“ in ihrer Ankündigung über unsere Texte. Mit uns spielen noch Esne Beltza aus dem Baskenland und die DJs vom Guerilla Kiel. Ein vielversprechender Abend, bei dem hoffentlich auch ein paar Euro für die libertäre Schule Paideia, die letztes Jahr von Faschos angegriffen wurde, in der Kasse hängen bleiben.

Chillout nach dem Kampf und Feiertag

Jut. Mal wieder eine janz einfache Konzertankündigung. Konzentriert und ohne Abschweifungen. Nun ja, nicht ganz. Denn der 2. Mai ist ja nicht nur der Tag nach dem 1. Mai:

Auch in diesem Jahr findet natürlich wieder die allseits beliebte Demonstration am internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen statt. Auch diesmal demonstrieren wir wieder gegen den Zwang zur Lohnarbeit, gegen sinnentfremdete Arbeit, gegen sinnlose Produkte, die die Menschen in die Konsumsucht und damit in die unterbezahlte Lohnarbeit treiben. Wir, das sind ein Netzwerk aus Bündnispartnern die sich durch ihre reflexiv-kritische Haltung gegenüber Arbeit, Kapitalismus und System einen. Allen Voran die Liga für Kampf und Freizeit auf deren Initiative die Demonstration 2004 zum ersten mal statt fand. Diesmal sind wir gewillt die 1000 Teilnehmer-Marke zu knacken.


Schreibt die Kampagnenseite. Einige „Autonome ArbeiterInnen“ rufen gar zum Generalstreik am 2. Mai auf und geben gleich noch Tipps zum Krankfeiern.
Die Demo geht um 13 Uhr am Senefelder Platz los.

Wenn ihr dann müde und abgekämpft seid, kommt doch gegen 21 Uhr einfach in die Kremmener Str. 9-11, trinkt ein Bier auf euren Sachbearbeiter, lehnt euch zurück und lauscht. Teds n Grog und mich kennt ihr ja. Zu Daniel von Bukahara möchte ich noch ein paar Worte verlieren. Daniel spielt auch eine 5-saitige Geige/Bratsche und er spielt sie sehr gut! Vor allem aber schreibt er auch sehr schöne Songs, die man aber nicht so oft in seiner Soloversion zu hören kriegt – ganz einfach deshalb, weil er ja meistens mit seinem Trio, das mittlerweile eigentlich ein Quartett ist, durch die Gegend fährt.
Gegen Ende des Konzerts werden Daniel und ich bestimmt noch gemeinsam was spielen. Haben wir ja schon im Winter vor der Liebig 14 gemacht. Dabei sind uns aber fast die Finger abgefroren, was in der KvU nicht passieren wird.

Wenn das keine guten Gründe sind, vorbeizuschauen, dann weiß ich auch nicht. Bis denn!

dies und das VII

Wieder so viel zu sagen. Ok; Mikrophon anschalten, Regler hochziehen und los!

Zuerst das Vergangene:

Cottbus war so wie ichs erwartet hab – eine Mucke auf einer Ausstellungseröffnung, auf der wir ein Publikum begeistert haben, das eigentlich eher untypisch für uns ist. Sehr erfreulich, wenn das außerhalb des eigenen Dunstkreises so funktioniert.
In der Schweiz hatte ich auch zwei schöne Konzerte. Allerdings war der ganze Trip ziemlich anstrengend und hat mich ein wenig an meine Grenzen gebracht. Zwei Tage Zugfahren für zwei Abende und einen Tag – irgendwie ist das zu krass. Hoffentlich kriegen wir das anders hin, wenn wir (Berlinska Droha) im Sommer nochmal in Sargans spielen.

Genug zurückgeschaut:

Am Freitag den 27. 4. spiele ich 2-3 Lieder auf der Auftaktkundgebung einer Demonstration gegen weitere Gentrifizierung im Prenzlauer Berg. Diese wird zwischen 15:30 und 17:30 vor der Wabe stattfinden. Hier der Aufruf und das Plakat:

Ebenfalls auf Indymedia ist gestern noch ein weiterer interessanter Text zum Thema erschienen, der einen Blick auf die MieterInnenbewegung der letzten 2 Jahre wirft und Gegenveranstaltungen zu Lobbyevents der Immobilienwirtschaft bewirbt. Mehr dazu vor allem auf keinerenditemitdermiete.blogsport.de/

Am Samstag, den 28. 4. gehts dann mit Berlinska Dróha nach Potsdam in die Olga. Hierfür gibts bisher gar kein Plakat, und auf Inforiot und Rotes Potsdam stehts, wenn überhaupt, auch erst morgen. Macht aber alles nüscht, denn das wird locker durch einen längeren Artikel von Lars Grothe in der MAZ ersetzt. Über das Entstehen von Berlinska Dróha schreibt er zum Beispiel:


Paul trat auf im Oderbruch, 2007, er an der Geige, ein Freund am Kontrabass, zehn Kilometer vor Frankfurt (Oder). Sie spielten auf der kleinen Bühne eines Festivals, vor der sich plötzlich alle Leute drängten, weil der Strom ausfiel und auf den großen Bühnen all die elektrischen Gitarren mundtot in der Ecke standen. Kontrabass und Geige aber brauchen keinen Strom, so rückten sie ins Zentrum des Interesses. Paul stimmte ein „sorbisches Sauflied“ an, wie er es nennt, und Uta traf das wie der Schlag, „fernab der Heimat“ diese Melodie zu hören. Sie stimmte ein, sang kräftig mit, nach dem Auftritt hatte sie Paul angesprochen. Sie trafen sich beim ihm, er wohnt noch heute im Berliner Friedrichshain, in einem ehemals besetzten Haus. Sie improvisierten, spielten sorbische Lieder, es klappte. Und es klappt immer noch. Die beiden musizieren miteinander unter dem Namen Berlinska Dróha.


Ein wenig schade finde ich aber, daß Texte über sorbische Themen anscheinend nicht ohne „Heimat“, „heimatlich“ „Verwurzelung“ usw. auskommen, wovon wir uns mit „Ja njewěm“ ja eher abgrenzen. Schon der Name Berlinska Dróha (Berliner Straße) steht ja für etwas jenseits des Heimatgefühls, welches ich eher für eine Sackgasse halte. Zum Einen, weil es impliziert, dass die Minderheit das Althergebrachte gewissermassen als Rechtfertigung für ihre Existenz bräuchte. Andererseits, weil das Althergebrachte nicht unbedingt gut ist. Zum Teil ist es sogar so schlimm, daß ich es gern hinwegfegen würde – das Verhältnis des katholischen Klerus zu Homosexualität, Abtreibung und Kondomen etwa. Vielleicht ist das Althergebrachte aber auch gar nicht so wichtig für eine Zukunft, die eben auch in sorbischer Sprache geplant werden kann?
Warum sollte nicht auch auf sorbisch darüber geredet werden, wie der Naziaufmarsch am 1. Mai in Bautzen verhindert werden kann? Oder darüber, was nach dem kriselnden Kapitalismus kommen könnte? Anarchie? Sozialismus? Beides zusammen? Oder ist eher ein Rechtsruck wie in Ungarn zu befürchten? Was dagegen tun? Fragen über Fragen!*

Aber das nur am Rande, denn insgesamt habe ich mich über den Artikel gefreut und bin gespannt, was in der Olga passiert. Kommt jetzt ein ganz anderes Publikum als in den letzten Jahren? Findet jetzt die typische MAZ – Leser*in den Weg in Potsdams verrauchtes Szeneparadies oder bleibt alles beim Alten? Wir werden sehen.

Zum Schluss noch ein paar Vorankündigungen: Am 30. April spielen wir mit BD in Kiel beim „Tanz in den Mai“. Am 2. Mai spiele ich mal wieder solo in der KvU – diesmal zur Abwechslung Soli für Repressionskosten.. Und am 11. Mai im Vetomat. Auch wieder solo und auch soli – diemal für das Solikommitee für Angelika-Maria Konietzko. Mehr zu diesen Konzerten in den nächsten Tagen.

*leider ist mein Sorbisch so schlecht, dass ich solchen Diskussionen nicht folgen könnte, was sehr schade ist, denn ich würde gern mal in dieser schönen Sprache über solch komplizierte Dinge diskutieren, statt immer nur Bier zu bestellen und Kippen oder Feuer zu schnorren

Home, sweet home…

… oder doch eher bitter?

Mal wieder möchten Nazis durch meine Geburtsstadt Budyšin marschieren. Diesmal zum sogenannten „Tag der nationalen Arbeit“. Das tun sie ja in letzter Zeit öfter. Mal spontan, wie nach dem gescheiterten dresdner Spektakel letztes Jahr, mal im Mummenschanz ihrer „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ – Scheiße.
Was ich so vom Alltag höre, ist auch nicht unbedingt toll. Z.B. erzählten mir vor ner Weile sorbische Jugendliche, daß sie Angst haben, in die Disko zu gehen, weil da Nazis „Sorben klatschen“. Oder die Geschichte von einer überfallenen Veranstaltung im Gesundbrunnen, die an die frühen Neunziger erinnert. Wäre ich öfter da, bekäme ich sicher noch viel mehr davon zu hören.
Sagt mir, daß sich die Arschlöcher verdammt sicher dabei fühlen, Angst und Schrecken zu verbreiten. Anscheinend gibt es zu wenig Gegenwind! Daß Antifa.de die Grünen verlinkt, was die Gegenaktivitäten am 1. Mai betrifft, spricht eigentlich für sich. Und wenn ich nach Antifa-Websites aus der schönen Stadt mit den vielen Türmen suche finde ich eine, die vor 3 Jahren das letzte mal aktualisiert wurde. Bei der Antifa Lausitz, die immerhin aktualisiert ist, gibts auch nichts zum Naziaufmarsch vor der Haustür. Schade!

Vielleicht ist aber doch nicht alles vollkommen deprimierend. Hoffen lässt mich nicht so sehr der bei solchen Anlässen übliche „Aufruf zur Zivilcourage“. Der läuft – so ist zu befürchten – darauf hinaus, daß PolitikerInnen aller Parteien mit bunten Luftballons auf dem Kornmarkt herumstehen und sich gegenseitig ihre Couragiertheit versichern. Das war schon immer unfassbar öde! Couragiert wäre, sich auf die Strasse zu setzen. Und dazu wird auch aufgerufen. Bei Indymedia Linksunten sowieso, aber auch im Blog „Lauter Bautzener“:

Blockiert werden soll das ganze Spektakel natürlich auch. Hier wurde erfreulicherweise schon recht gründlich vorbereitet. Neben der zentralen Kundgebung auf dem Kornmarkt, sind laut SZ weitere 9 Veranstaltungen geplant. Die werden sich allerdings allem Anschein nach, in der unmittelbaren Nähe zur Innenstadt befinden. Sollten sich die Rechten eher peripher, also auf der zweiten Route bewegen, müssen es wohl mobile Blockiertrupps richten. weiter

Das lässt zumindest hoffen. Vielleicht kann ja doch an die Erfolge von Dresden angeknüpft werden? Ich wünsche es mir von ganzem Herzen!

By the way: Grade lausitzer Nazis sei noch einmal die traurige Geschichte von Karsten Končak empfohlen. Wollt ihr wirklich so enden?

Koncak (berlinska droha) by Geigerzaehler

Nachtrag: Mittlerweile rufen auch die Antifa Lausitz und die Autonome Antifa Radeberg zu Gegenaktivitäten auf. Und auch bei Abgefuckt is die Sache Thema.
Bei Julijan Nyča steht schon seit längerem ein Artikel gegen den geplanten Naziaufmarsch. Jetzt hat er noch mal nachgelegt.
Weitere Links von Bedeutung: Twitteraccount von BZ-Nazifrei+++die mutmaßliche Naziroute+++Aufruf „Bautzen bleibt bunt“ in deutsch und Sorbisch+++„Bautzen liebt bunt“ auf Facebook

Presse: Lausitzer Rundschau vom 25. 4.+++Alles-Lausitz.de vom 24. 4.+++
Allgemeine Artikel, zum 1. Mai bundesweit finden sich z.B. in der Jungen Welt und der Jungle World.

Solo in Bremen

Vor ner Woche Sologig im ://About Blank (der übrigens super war und toll organisiert – dank nochmal an die Veranstalter_innen), heute Sologig im Kurzschluss in Bremen. Auch mal wieder ganz schön, weil ich solo nur auf mich selbst achten muss und jeden Quatsch machen kann, der mir grade einfällt. Zu zweit is Improvisation ja immer mit viel Kommunikation verbunden. Auch ne schöne Sache, aber ganz anders.
Hoffe, dass heute viel Raum für Impro und Quatsch bleibt – der kleine Laden is spitze und dass ich den Abend alleine bestreite und deshalb alle Zeit der Welt habe, spricht auch dafür. Bis denne vielleicht.

Revolutionsmusik

Vor etwa 4 Jahren spielte ich im schönen Saarland. Da wo Erich Honnecker geboren wurde, Lafontaine Ministerpräsident war und die CDU grade die Wahlen gewonnen hat. Und zwar in St. Ingbert, einer CDU – regierten, verschlafenen Stadt mit hübscher schwarz/roter Stadtfahne und einem der ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Deutschlands.
War ein sehr nettes Konzert und was noch netter war, dass Lukas vom Soundkomplott anbot, das Konzert aufzunehmen und später abzumischen. So ist die CD Revolutionsmusik entstanden. Produziert und vertrieben hab ich sie zusammen mit Falling Down Records aus Münster. Die meisten Tonträger sind aber bei den Konzerten weg gegangen. Jellokid hat das Cover und das Plakat für die Releaseparty im Drugstore gemalt. Auch allen anderen Beteiligten hier noch mal einen weiteren (späten) Dank!

Die CD ist seit geraumer Zeit nicht mehr zu haben. Grund genug sie mal selber ins Netz zu stellen und wieder zugänglich zu machen, ohne den Umweg über dubiose Runterladepages.

+++ intro - revolutionsmusik Ibester kumpelmoabitdeine firmadrugstorepunkaliebeherzkerkerlumpenliedtrinepositives liebesliedtruppen von morgen - a las barricadaswie dünn der lack doch manchmal istder fightertrautes heimstagnationstammtischrevolutionrevolutionsmusik II +++

Rezensionen zur CD gab es auch verschiedentlich. Hier das, was ich jetzt auf die Schnelle gefunden hab:

+++ oxwahrschauerdirekte aktionzeitpunkt kulturmagazin+++

Ich hoffe, ihr habt Spaß mit meinem Tonträger. Hoffe, dass ichs dieses Jahr schaffe, mal wieder eine Solo-CD zu basteln! Material ist da.

Katerstimmung

Verdammt! Schon 3 Tage her und immer noch Kater! Und Fragen, die ich hier und jetzt aber weder zu Ende stellen, geschweige denn beantworten kann. Wie auch immer – von „einer Aktion mit vielfältigem und offenem Charakter, die über die Kreise der Aktivsten_innen hinaus vermittelbar ist“ (Demo – FAQ), kann nur sehr bedingt gesprochen werden. Und das ärgert mich maßlos!
Viele Nachbereitungs- und Presselinks zum M31 gibts hier.

Weiter gehts dann mit Blockupy. Ich spiele jetzt aber erstmal auf Antirepressionssolikonzerten. Kommenden Freitag zum Beispiel.

Und Peter sagte…

Und Peter sagte… by Geigerzaehler