Archiv für Februar 2012

Zielona Góra

Ich freu mich auf den Gig. Einerseits wegen dem guten Zweck, andererseits weil es mal wieder ein richtiges Berlinska Dróha – Konzert sein wird. Kein Stress mit der Zeit und ausserdem unplugged, was wir am besten können.

„Jetzt aufräumen mit den „Häuserkämpfern“"

Flugblätter mit diesem schönen Titel, hat „Pro Deutschland“ in den letzten Tagen im Samariterkiez verteilt.

Nachdem ich vohin einen spitzenmässigen satirischen Beitrag dazu geschrieben und versehentlich gelöscht habe, ist mir nun irgendwie die Lust vergangen irgendetwas über die, die mich aufräumen wollen zu schreiben. Das hat ja auch schon Andreas Potzlow gemacht. Stattdessen ein passender uralter Song von einem längst verstorbenen Kollegen:

Achso – die letzte Forderung von „Pro Köln“ finde ich übrigens gut. Kein Bonus für Polit-Spinner! Und ganz in diesem Sinne, möchte ich den Damen und Herren von „Pro Deutschland“ noch einen Ratschlag mit auf den Weg gebe: Nehmt eure eigenen Slogans ernst und verschwindet!

Eine alte Frage…

…die, bezogen auf die Situation in Griechenland, ziemlich aktuell ist.

Auch in Berlin gibts Leute, die diese Frage stellen. Treffen kann man sie zum Beispiel hier (gut auch, dass es da diese Veranstaltungsankündigung gibt, kommt ja im Lied nicht vor). Trotzdem ein großer Song, geschrieben zu einer Zeit, als der Klassenkompromiss der Nachkriegszeit eingestampft und die großen Gewerkschaften in UK zerschlagen wurden.

Nicht mehr so dringend, aber trotzdem schön: Zombiesolivideo

Letztens in Dresden

Dank an kaputtgemenscht

Aus Berlin hört man ja freudige Nachrichten! Bis Morgen back in DD. Is ja auch vielversprechend.

Achtzehnter Zweiter

Es gibt so Tage, da finden gleich mehrere Sachen statt, die man gern machen würde. Geht aber nicht. Letztes Jahr hatte ich zum Beispiel mal einen Tag mit 5 Einladungen zu Konzerten in allen Teilen der Republik und musste alle absagen. Dann lange nichts. Musik machen, Konzerte spielen hat doch was gemein mit der Arbeit als Barkeeper, die ich auch ganz gut kenne: Immer kommen alle Gäste auf einmal. Dann heißt es rotieren – die darauf folgende halbe Stunde passiert gar nichts. Anschließend alles nochmal. Warum das so ist, konnte mir noch niemand plausibel erklären.

Der kommende Samstag ist mal wieder so ein Tag. Da ist zum Einen die Schokoladen – Solidemo in Potsdam Babelsberg:

Mit der Unterstützung unserer Freund*innen und Genoss*innen, den Fans des Potsdamer Fußballvereins SV Babelsberg 03 wollen wir am 18. Februar zum Haus des „Besitzers“ der Ackerstraße 169/170 in Berlin ziehen. Markus Friedrich, der am 22. Februar den Schokoladen, eines der ältesten alternativen Kultur-Projekte in Berlin-Mitte räumen lassen will, hat sein
Anwesen in unmittelbarer Nähe zum Karl-Liebknecht-Stadion. Wir möchten das Heimspiel des SV Babelsberg 03 zum Anlass nehmen um mit den Fans des SV, den Freiraum-Aktiven aus Potsdam und den Freund*innen des Schokoladens vor Friedrichs Haus in der Spitzweggasse 5 zu ziehen. Unterstützt werden wir dabei durch die Fans von Tennis Borussia Berlin. Die Familie Friedrich ist de facto ein gewinnorientiertes bundesweites Unternehmen, das eine Vielzahl Hotels, Villen und eine Fliesenmarkt-Kette ihr Eigen nennt. Angebote der Schokoladen-Bewohner*innen, das Haus über eine Stiftung zu kaufen, lehnte Friedrich immer wieder ab. Die gebotene Million Euro genügte ihm nicht. Stattdessen verlangt er 1,8 Millionen, andernfalls lässt er das Haus räumen.

Unüberhörbar, widerspenstig und kreativ werden wir unseren Protest gegen die, trotz schwebendem Verfahren, angekündigte Räumung des Schokoladens in Babelsberg auf die Straße tragen. Außerdem wollen wir ihm nahelegen eins der etwa 60 angebotenen und von ihm allesamt abgelehnten Ersatzgrundstücke anzunehmen [1].

Die Demo startet 15.30 Uhr am S-BHF Babelsberg

Daß das in Potsdam stattfindet ist ne ganz interessant, da dieses hübsche preussische Disneyland im Aufbau, das vor gar nicht so langer Zeit auch HausbesetzerInnenmetropole war, auch eigene, ziemlich drastische Gentrifizierungsprobleme hat. Aber auch in Potsdam regt sich was. Mehr dazu bei Recht auf Stadt Potsdam.

Passend dazu ein bekannter ostdeutscher Schlager in der Interpretation von Atze W.

Abends spielen dann unsere Freunde von Čorna Krušwa im Antje Öklesund in der Rigaer (gegenüber vom Lidl). Und mit ihnen spielt so ne Frühpunk/NDW – Kapelle namens Brausepöter. Man weiß nun nicht genau, ob es gut ist wenn sich Leute 30 Jahre später noch mal treffen – kann auch total schrecklich sein. Extrem spannend geht aber auch. Die Beschreibung klingt jedenfalls vielversprechend, die Frühpunk-Songs, die ich mir angehört hab auch.

[…]1980 erscheint die erste Single auf dem legendären Hamburger Zick-Zack-Label. Die ARD dreht 1981 für ein New-Wave-Special mit der Band einen Videoclip zu „Bundeswehr“. Dieser Clip wird fast 30 Jahre später zum YouTube-Hit und der Song vom New Yorker Label „Wild Isle“ auf Single gepresst. Zahlreiche unabhängige amerikanische DJs entdecken die Aufnahmen, vor allem auf dem Radiosender WFMU werden Brausepöter heftigst gespielt. […]

Ich bin neugierig, habe aber beschlossen, nicht darüber nachzudenken, weil ich ja gar nicht in Berlin bin. Schliesslich gibt es in Dresden eine Antifa-Demo zu bespielen, die sich in erster Linie gegen den repressiven Umgang des Freistaats Sachsen mit antifaschistischen Blockaden richtet. Dazu schreibt „No Pasaran“:

[…]Am 18. Februar müssen wir auch deshalb eine starke Präsenz in Dresden zeigen, damit die Stadt Dresden nicht in der Öffentlichkeit behaupten kann den Naziaufmarsch mit „Händchen-halten“ in der Menschenkette oder womöglich der diesjährigen „Kundgebung in Hör- und Sichtweite“ verhindert zu haben, so wie sie es bereits 2010 versucht hat. Machen wir deutlich wer gegen alle Widerstände den Naziaufmarsch blockiert hat!

Eine radikale Linke deren Antifa-Politik aus mehr als „Gegen Nazis“ besteht, muss in einer solchen Situation nachsetzen. Falls die Nazis am 18. Februar nicht in Dresden aufmarschieren, findet an diesem Tag eine große antifaschistische Demonstration statt. Hausdurchsuchungen sowohl am 19. Februar selber gegen das Bündnis „Dresden Nazifrei“ als auch später gegen AntifaschistInnen, die Einrichtung einer Sonderkommission, Ermittlungen nach §129, Verfahren gegen Blockierer, Funkzellenüberwachung, IMSI-Catcher, Immunitätsaufhebungen – der sächsische Staat versuchte und versucht sich am großen Rundumschlag gegen die politische Linke. Gleichzeitig können in Sachsen, dem Land mit einer der infrastrukturell und politisch stärksten Naziszenen Deutschlands, jahrelang unbehelligt die RechtsterroristInnen der NSU untertauchen. Gleichzeitig bezeichnen sächsische Richter Nazis als „schützenswerte Minderheit“ während der sächsische Innenminister zu wissen glaubt, das Antifaschismus „keine Lösung“ sei. Die Repression der letzten Monate geht über Sachsen hinaus und trifft viele, die letztes Jahr in Dresden waren. Sie geht uns alle an. Gehen wir eine autoritäre Staatlichkeit dort an, wo sie eine Vorreiterrolle einnimmt: in Sachsen. Die Antwort auf die Repression der letzten Monate muss eine bundesweite Antifa-Demo am 18. Februar in Dresden sein. Verteidigen wir gemeinsam unser Projekt der letzten Jahre und linke Politik im Allgemeinen. Verhindern wir gemeinsam, dass „sächsische Verhältnisse“ Schule machen![…]

Seh ich genauso. Und am Abend um 10 gibts ja noch ein kleines süsses Konzert mit „Atze Wellblech“ in der kleinen süßen Kneipe „Trotzdem“in der Alaunstr. in der Neustadt.
Und da die Nazis ja grade so traurig sind, kommt hier noch eine Version eines schönen deutschen Schlagers, der extra für sie geschrieben wurde.

Stalino TV

Oh mein Gott! (Wenn ich sowas ausrufe, ohne gläubig zu sein, muss es wirklich schlimm um mich stehen). Ich hab heute für eine kleine Glosse in einem randständigen Blatt ein wenig herumgegoogelt! Und was hab ich gesehen? Stalinisten! Oh mein Gott im Himmel, in der Hölle und nirgendwo! Was für eine ekelhafte Scheiße!

Ich bin immer wieder überrascht, was das Gruselkabinett der Stechschrittkommunisten so zu bieten hat und weil es so schön ist, stelle ich gleich mal was vor. Da ist zum Beispiel die „Kommunistische Initiative“, die Assad und Ghadafi voll super findet. Einer von ihnen läuft gar mit einer grünen Fahne auf der LL“L“-Demo herum und wird stolz in einem Video präsentiert. Toll ist auch die „DDR – Konferenz“ dieser Vereinigung, wo ich gern Mäuschen gespielt hätte, denn leider schreiben sie nicht viel. Aber was sie schreiben reicht schon:

Die Konferenz war ein großer Erfolg! Zu ihrem 60. Geburtstag wurde die DDR als die größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterklasse gewürdigt.

Schick was? Da passt der Videonachruf auf Kim Jong Il ausgezeichnet dazu. Ein anderes Video von 2010 zeigt „Junge Kommunisten“ bei der mittlerweile fast traditionellen Schändung des Gedenksteins für die Opfer des Stalinismus beim Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Daß es in der stalinistischen Sowjetunion eine Abweichung mit dem schönen Namen „Luxemburgismus“ gab, wegen der KommunistInnen erschossen wurden, ficht diese Leute nicht an. Ihr größter Traum scheint zu sein, endlich selbst Liquidieren zu dürfen.
Richtig fassungslos hat mich übrigens dieses Video über Trotzki gemacht. So blütenreinen Stalinismus hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Darin diese antisemitischen Untertöne – fast hätte ich auf meinen Bildschirm gebrochen! Ich hab es auch nicht geschafft, es zuende zu schauen, so sehr hab ich mich geekelt.
Und dafür muss ich Trotzki, der die Matrosen von Kronstadt „wie die Rebhühner“ erschiessen ließ und zusammen mit Lenin die Grundlagen des Stalinismus überhaupt erst geschaffen hat, noch nicht einmal mögen.

Uuuuaaaaaarrrrrrrrrrrrrrgh!

Warum ich mir soetwas antue in diesen Zeiten?

In Zeiten, in denen diese Arschgesichter zum Glück weit davon entfernt sind, mich im Lubjanka – Keller zu erschießen, was mir einer von ihnen schon mal mündlich angedroht hat, gibts ja dringendere Sachen.
Zum Beispiel endlich über Ländergrenzen hinweg Anworten auf die Krise zu finden. Oder der Sächsischen Demokratie, wo penetrant von „Extremisten von Links und Rechts“ die Rede ist, entgegenzutreten.

Und ist es nicht Wasser auf die Mühlen all dieser konservativen TotalitarismustheoretikerInnen und eine gefährliche Spaltung der Linken, wenn Stalinisten gebasht werden?

Im Gegenteil: Eine Bewegung, die sich die Emanzipation, den Klassenkampf und die Sozialisierung der Produktionsmittel auf die Fahnen schreibt, ist gradezu verpflichtet, sich glaubwürdig und ernsthaft mit den alptraumhaften „Sozialismusversuchen“ und den kaum fassbaren Verbrechen stalinistischer Regimes auseinanderzusetzen. Nicht um den konservativen TotalitarismustheoretikerInnen einen Gefallen zu tun, sondern um emanzipatorische Alternativen zum Kapitalismus überhaupt wieder faßbar zu machen.

Siehe auch: Nein, Nein, das ist nicht der Kommunismus und Dies und Das IV

Nochmal KvU letztes Jahr

Lieber Müllmann nimm mich mit

Soviele politische Texte hier verdammt nochmal! Dabei solls doch in diesem Blog vor allem um Mugge gehen. Also los! Ein Lied aus einer Zeit, in der vor allem Punk für mich zählte (was auch immer das ist – ich hatte genauere Vorstellungen damals). Live in einer relativ leeren KvU bei einem seltsamen Revival.

Ich hab

Komische Idee vorm Kapitalismus wegzurennen und sich in einer Mülltonne zu verstecken. Zu dumm, dass der Kapitalismus, totalitär wie er is, auch in der Mülltonne wartet und mehr oder weniger freundlich sagt: Ich bin schon da!

Ich hab übrigens meine Terminseite aktualisiert. Da stehen jetzt wieder jede Menge Konzerte in schicken Konzertsäälen mit goldenem Stuck und so weiter. Ihr seid natürlich eingeladen vorbeizukommen und all euer Geld in den Hut zu werfen, damit ich mein Leben in Saus und Braus in meinem gigantischen Palast noch prächtiger und noch opulenter führen kann. Ansonsten bis die Tage in Dresden.

Schokoladen Bleibt

„Immobilien – News und Info“ über die Zombiedemo:

Zu befürchten ist, dass diese Demonstrationen erst den Auftakt im Feldzug gegen die Gentrifizierung darstellen. So hatte man die Teilnehmer dazu ermuntert, auch gegen die Räumung des Clubs „Schokoladen“ in der Ackerstraße in Berlin Mitte auf die Straße zu gehen. Diese soll am 22. Februar vonstattengehen.

Ok, meine Damen und Herren! Los gehts!

Mehr Aufrufe und Informationen gibts jetzt auch auf dem SCHOKOLADEN-BLOG.