Archiv für Januar 2012

Ohne Schokoladen schmeckt das Leben nicht

Der Schokoladen schreibt:

+++ Schokoladen Mitte soll am 22.02.2012 um 9 Uhr geräumt werden+++

Noch nicht einmal eine Woche nach der verlorenen Verhandlung vor dem Landgericht Berlin wird die Räumung der Gewerberäume des Schokoladens für den 22.02.2012 angekündigt. Damit sind die Schokoladenkneipe, der Club der polnischen Versager, das TiSCH Theater und etliche Atelierräume akut bedroht. Dem Wohn- und Kulturprojekt soll das Herz herausgerissen werden.
Obwohl es sich um ein schwebendes Verfahren handelt und es noch wegen einiger Räumlichkeiten Unklarheiten gibt, lässt es sich der Eigentümer Markus Friedrich nicht nehmen, sofort Tatsachen zu schaffen.
Leider erweisen sich damit auch die Versprechungen der Politik, den Schokoladen retten zu wollen, als leere Worthülsen. Eigentum geht in diesem Staat vor Allgemeinwohl. Folglich liegt es an uns selbst, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese erneute Bedrohung eines Freiraumes zu kämpfen. Der Trost: wir haben wenigstens uns und darauf können wir uns auch verlassen! Solidarität ist eine Waffe(l) – Die Hoffnung stirbt zuletzt!
KOMMT ALLE am 22.2.2012 um spätestens 8 Uhr zum SCHOKOLADEN um gemeinsam eine Räumung zu verhindern!!!

Um das zu erreichen, passiert hoffentlich noch einiges in den nächsten Wochen. Der 14 – Kram könnte ein Anfang sein. Unterdessen ist ein Video zu Zombidemo und Mahnwache im Netz aufgetaucht. Mir liegt es allerdings auf der Zunge, zu erwähnen, dass die Strassenmilitanz, die in dem Video sehr betont wird, ein legitimes aber nicht das einzige und auch nicht immer effektivste Mittel ist, sich gegen Mieterhöhungen, Kündigungen und Räumungen zur Wehr zu setzen. Ich denke, dass die alltägliche Basisarbeit der Initiativen, die die Mietenstoppdemo letztes Jahr organisiert haben, letztlich wichtiger ist. Man sollte das aber nicht gegeneinander stellen. Gemeinsam bringen wir die Stadt zum Tanzen!

dies und das V

Konzert gestern war schick. Nur nach dem Konzert, die Sorgen wegen der Konservenmusik haben ein bisschen genervt. Habs aber überlebt. Sorgen mache ich mir auch um die Rigaer 94, die heute Nacht Opfer polizeilicher Eskalationsbemühungen wurde. Henkel sagt hallo, hat das jemand auf Indy kommentiert – find ich treffend.

Ein wenig Presse zu gestern Nacht: Berliner Zeitung: Kein Ende des Krawalls, , „Symbol des Widerstands“ BZ: So lief die Randale-Nacht der Chaoten, Linke Chaoten greifen Liebig 14 an Tagesspiegel: Innensenator Henkel entsetzt wegen linksextremer Randale, Polizei stürmt linkes Wohnprojekt in Friedrichshain, Demonstration gegen Polizei und Kongresse von Sicherheitsbehörden

An dieser Stelle nochmal ein altes Lied von Atze Wellblech über eine Razzia in der Liebig 14.

Anderes Thema: nachdem wir es letztens tatsächlich mal geschafft haben, unsere CD Wokoło Róžka/Um die Ecke ein wenig zu verschicken, tauchen erste Besprechungen auf, z.B. im Underdog-Fanzine, das schreibt:

Die Berliner Straße ist voll pulsierendes Leben. Paul und Uta vertrauen auf ihre kreativen Instinkte und prägen mit einem musikalisch minimalistischen Einsatz den politisch rebellischen geprägten 68er-Zeitgeist und konzipieren mit einem sorbisch-berlinischen Kulturprogramm eine antiautoritäre, emanzipatorische Bildungspolitik. Mit Violine und Piano werden kleine Geschichten erzählt. Das Duo greift Themen wie Mietwucher auf, fordert Chancengleichheit und übt Kritik an sozialer Ungleichheit, kapitalistischen Besitzverhältnissen. Nur nicht klein beigeben. Sorbischer Folk trifft Berliner Schnauze. Im Mittelpunkt stehen nachvollziehbare Geschichten, die von Andreas Michalke illustriert wurden und die Kernaussagen der Geschichten die notwendige Dramaturgie und Komik verleiht. Die Mixtur aus Kabarett und Lernziellieder sorgt für eine melancholische Zeitreise in das Kleinkunsttheater der 1920er Jahre, das Humor mit literarisch-künstlerische Avantgarde verknüpft. “Um die Ecke/Wokoło Róžka” entspricht dem Kabarett der Komik, grotesk und mit Botschaft vorgetragen, die zum Nachdenken und Mitmachen motiviert.

Ich muss aber gestehen, dass ich nicht so recht weiß, was ein „Lernziellied“ ist. Egal! Eine andere Besprechung erschien schon vor ner Weile im „Neuen Deutschland“. Da wird zwar der Text von „Entscheidungen“ nicht ganz richtig zitiert, macht aber nüscht! Ansonsten kann man sich ja sehr drüber freuen!

Weg von der Mucke, zurück auf die Strasse: In der Jungle World ist ein kurzes Interview mit einem Ex-Bewohner der Liebig 14 erschienen, auf Indymedia 2 Artikel 1 2. Wenn ihr wollt, kann man da lustigen Kommentarschlachten nachgehen. Kann man aber auch lassen. Es gibt aber einen Hinweis zu einer Sache, die wirklich schade ist: Nämlich dass sich die Zombie-Demo beinahe mit einer Solikundgebung mit Leonard Peltier überschneidet, die um 14 Uhr vor der US-Botschaft stattfindet. Wäre auf jeden Fall nicht verkehrt, wenn es ein paar Leute gibt, die beides mitnehmen. Möglich isses.

Last Minute Infos

KvU übermorgen: Die macht oben schon um 20:00 auf und dann gibts Vokü. Wir freuen uns, wenn wir pünktlich 21:00 anfangen können, da wir für Live-Musik mit Schlagzeug nur bis 00:00 Uhr Zeit haben. Danach aber wie gesagt noch spitzenmässige Tanzmusik vom Band mit Alusie (Punk, Wave, Indie).
Noch eine Nachricht die mir von der L14 zu Ohren gekommen ist. Es gibt jetzt jede Menge Plakate und Flyer für die Räumungsjahrestagsaktionen – Aktionen, die im Infoladen „daneben“ in der Liebigstr. 34 abgeholt werden können.

Die FAU Berlin hat unterdessen auch einen kleinen Aufruf zur Zombiedemo auf ihre Seite gestellt – mit ausgesprochen hübscher Illustration, die ich mir gleich klauen musste. Bis übermorgen und nich vergessen: You cannot kill the undead.

is das schon ein jahr her?

Geburtstagsplakat und Fischladen

Achso, ja, am 2. 2. auf dem Dorfplatz spiele ich bei den „Kleinschmidts“ mit und bestimmt auch mal ein paar Lieder solo. Wann genau hab ich noch keine Ahnung, denn das Spektakel geht ja ziemlich lange. Aber vielleicht sehen wir uns ja schon morgen im Fischladen, wo ausser mir noch „Alex“ (Anarchistisches Liedermaching), „Das LariFari“ (Akustik-Rock) und „Folk Wisdom“ (Spektakel) spielen. Anschliessend könnt ihr zu von Cable Street Beat aufgelegten Platten tanzen. Klingt doch nach nem runden Abend.

Zur Feier des Tages und weils hier in diesem Blog ja eigentlich vor allem um Musik gehen soll, verlinke ich nochmal einen passenden Song, in dem ein freundlicher Kollege Suitbert Beulkers besungen wird: Herr Krug.

Vom Dorfplatz in die Dörfer

Hab grade noch mal alten Liebig-14 Kram angeschaut und bin sehr geflasht von dem Festival-Veranstaltungsplan von vor 2 Jahren. Das Programm war viel größer, als ich es in Erinnerung habe – wahrscheinlich weil es sowieso unmöglich war, alle Veranstaltungen zu besuchen. Und ich kann mich an einen großartigen Gig mit Berlinska Dróha am Eröffnungstag erinnern. Die „Taz“ schrieb damals:

Wenigstens in einem Lied geht alles gut aus. Als am Donnerstagabend zur Eröffnung des Antiräumungsfestivals im Hausprojekt Liebigstraße 14 in Friedrichshain das Duo Berlinska Droha spielt, fragt Sänger Paul nach drei Worten für das nächste Lied. „Drehkolbenpumpe“, kommt aus dem Publikum, „Plastikrecycling“ und – natürlich – „Räumung“. Paul dichtet ein Lied davon, wie eine Anwohnerin die Räumung der Liebigstraße 14 mit einer Drehkolbenpumpe verhindert. Die Zuhörer klatschen. Quelle

Mit Atze Wellblech hatten wir ein tolles Konzert in der Galiläa-Kirche. Der Abend in der Galiläa-Kirche war sowieso irre. Ich war nach unserem Konzert ne Weile unterwegs und als ich wiederkam, stand ein DJ auf der Kanzel, warf diabolische Schatten an die Decke, während unten die Massen tanzten.

Warum ich das jetzt alles schreibe? Die jetzigen Aktivitäten zum Jahrestag werden wahrscheinlich nicht an das Festival und an die direkten Anträumungsaktionen heranreichen. Wahrscheinlich – denn so sicher wie vor einer Woche bin ich mir dessen nicht mehr. Denn wenn man sich umschaut im Friedrichshain, merkt man, dass der Kiez darüber redet und vor allem: er redet nicht nur. Bin schwer gespannt, was noch passiert.

Unter dessen steht ein wenig mehr von dem Programm für den 2. 2. und fliegt als E-Mail durch den Kiez:

10:00 Mahnwache!
Den ganzen Tag Performances, Musik und warme Suppe
unter anderem mit den Kleinschmidts, Zaugäste, .Čorna Krušwa, Mary Ocher und meine Wenigkeit.

19:00 Konzert im Jugend[widerstands]museum Galiläakirche (Rigaerstr. 9)
mit Road Kill Zombies, Levitations, Zerfall & Sandy Bird

Ausserdem gibt es seit neuestem eine Soundcloud-Gruppe „Liebig 14 – The Return Of The Living Dead“. Noch ist da nicht soooooviel los. Aber wenn ihr MusikerInnen seid und einen Soundcloud-Account habt, ist das ne gute Möglichkeit mit wenig Aufwand Solidarität zu zeigen.

Themawechsel: Von der Großstadt in die sorbischen Dörfer. Da sollen demnächst wieder welche von Vattenfall weggebaggert werden, was angenehmerweise nicht ohne Protest abläuft. Mehr Infos findet ihr z.B. hier. Und es gibt auch ne Unterschriftenliste zum Ausdrucken und Verbreiten.

Interessant an den Dörfern, die jetzt weggebaggert werden ist neben den Umweltproblemen und der Tatsache, dass es überhaupt eine Schweinerei ist, wenn Menschen ihr Zuhause für eine verfehlte Energiepolitik verlieren, dass diese Dörfer ein sehr spezieller Teil sorbischer Kultur sind: Mit eigenem Dialekt und vor allem einer sehr speziellen Musiktradition. Ein solches Lied haben wir vor ner Weile mit Berlinska Dróha gecovert. Sehr schöne Melodie mit krassem Text, in dem unter anderem eine Eberesche vorkommt, die den Liebsten erschlägt. Hier isses nochmal – nicht ganz authentisch, denn in der Gegend gibt es auch einen krassen Gesangsstil:
Schilia jo se by Geigerzaehler

Auf Papier viel schöner: KvU – Konzertplakat


Und noch ein Link zu einem Text zum Laden und zum Konzert, den ich letztens geschrieben habe: Berlinska Dróha in den heiligen Hallen der KvU. Schön ist auch, dass wir jetzt wissen, wer nach uns auflegt: Nämlich Alusie ausm Fischladen und ausm Duncker, der vor allen Wave, Punk und Indie dabeihaben wird.

dies und das IV

Erstmal was Sinnvolles: Das Plakat zur Demo zum Jahrestag der Räumung der Liebig 14. Kommt alle! Die Wut über die Räumung ist noch lange nicht verflogen und wird mit jeder Mieterhöhung aufgefrischt!

Und nun aus aktuellem Anlass ein alter Song einer längst verflossenen Punkband – von mir gecovert und auf die CD „Revolutionsmusik“ gepresst.. Da ich ja jetzt ein „Antideutscher faschistischer Provokateur, der mit der Polizei zusammenarbeitet“ bin, kann ichs mir auch leisten, provokative Songs ins Netz zu stellen.
Truppen von morgen by Geigerzaehler

Das ärgerlichste ist, dass diese widerwärtigen Stalinisten grad so viel Platz in meinem Kopf einnehmen, Platz der dringend für sinnvollere Dinge gebraucht wird, als für ein paar hundert Gegner der Emanzipation. Schön wäre es zum Beispiel einen flammenden musikalischen Aufruf für die Blockaden zu schreiben, die die verdammten Naziaufmärsche in Dresden hoffentlich bald Geschichte werden lassen. Ok: Atze Wellblech hat mit „Heul doch, Nazi“ einen spitzenmässigen Song dafür, aber warum nicht noch einen schreiben? Man könnte sich auch der Alltagsrealität in vielen kleineren Städten widmen, in der es sich die Nazis gemütlich eingerichtet haben und ungestraft Angst und Schrecken verbeiten. Oder man könnte überlegen, wie denn nun ein Ersatzobjekt für die Liebig 14 doch noch erkämpft werden könnte – die York59 hats ja auch geschafft. Man könnte auch einen Mietstreik, den Generalstreik, die Revolution… Man könnte, aber… [KRACH]

Die LL“L“ – Demo (was hat Lenin da eigentlich zu suchen?) hat erwartungsgemäß kleine Kommentarschlachten bei Indymedia bewirkt. jedenfalls bei dem Bericht über die lustigen Vorfälle. Beim Selbstbejubelungsbericht der ARAB wird weniger diskutiert. Interessanter ist es aber bei Indymedia Linksunten. Hier hab ich auch ein Textschnippsel von Rosa Luxemburg digitalisiert wiedergefunden:

“Schon seit vie­len Jahren fin­den am Jahrestag des Heldentodes von Kunicki, Bardowski, Ossowski und Pietrusiński an den Gräbern derer, die für den inter­na­tio­na­len Sozialismus gefal­len sind, sozial-patriotische Plänkeleien statt, die das Andenken der Gründer der ers­ten sozia­lis­ti­schen Partei in Polen ver­let­zen.
Wir den­ken hier an die all­jähr­li­chen Festlichkeiten, die beson­ders im Ausland durch die “Polnische Sozialistische Partei” ver­an­stal­tet wer­den. Ihr Ziel ist es, die Vergangenheit der pol­ni­schen Arbeiterbewegung zuguns­ten des heu­ti­gen Nationalismus, der sich unter der Tarnkappe des Sozialismus ver­birgt, zu usur­pie­ren. Wir den­ken an die auf­dring­li­chen Huldigungen jener poli­ti­schen Richtung, für deren Programm und poli­ti­sche Ethik Leben und Tätigkeit der Gefallenen nur ver­dam­mens­wert waren. (…) Wir wol­len das Andenken der Helden des “Proletariat” weder mono­po­li­sie­ren noch in engem par­tei­li­chem Interesse darum kämp­fen wie um den Leichnam des Patrokles.
Aber wenn die Ehrung des Andenkens der Gehenkten zu einem gedan­ken­lo­sen und lau­ten Sport wird, wenn sie zur gewöhn­li­chen Reklame ernied­rigt wird, zum Aushängeschild einer poli­ti­schen Gruppe, mehr noch, wenn zu die­sem nied­ri­gen Zweck die eige­nen Ideen und Taten der “Proletarier”, für die sie in den Tod gegan­gen sind, vor den Augen des Volkes miß­braucht und miß­deu­tet wer­den, dann ist es ein­fach die Pflicht derer, die dem Geiste ihrer Grundsätze nach die direk­ten Erben der revo­lu­tio­nä­ren Tradition des “Proletariat” sind, laut zu pro­tes­tie­ren. Wir sind keine Freunde jener regel­mä­ßi­gen all­jähr­li­chen Feierlichkeiten zum Andenken revo­lu­tio­nä­rer Traditionen, die schon durch ihre mecha­ni­sche Regelmäßigkeit all­täg­lich wer­den und, wie alles, was tra­di­tio­nell ist – ziem­lich banal.””

Rosa Luxemburg, Der Partei »Proletariat« zum Gedächtnis, in: Przeglad Socialdemokratyczny, Nr. 1, Januar / Februar 1903, in: Rosa Luxemburg, Politische Schriften III, Frankfurt am Main 1968. Die genann­ten vier füh­ren­den Mitglieder des »Proletariat« waren 1886 in Warschau hin­ge­rich­tet wor­den.

Könntet ihr es besser sagen? Ich nicht! Nun ja, es gibt auch andere, die schon letztes Jahr treffendes über diese Demonstration schrieben. Die Jungle World zum Beispiel. Auch mit einem schönen Zitat – diesmal zur Abwechslung von Karl Liebknecht.
So! Schluss jetzt!

Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!

Gedenkdemo an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg: Eigentlich eine gute Sache, diesen beiden von prä-faschistischen Reaktionären ermordeten Revolutionären zu gedenken. Und sie waren ja bei weitem nicht die Einzigen, die ermordet wurden – hinzu kommen Tausende, namenlose ArbeiterInnen wie bekannte Revolutionäre.
Man wird es nun nicht mehr herausfinden, wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sich verhalten hätten, in der Sowjetunion, in einem Terrorregime mit Sozialismus als Fassade, das aber letztlich eine mörderische Modernisierungsdiktatur war, die nicht zuletzt auch die fast alle KommunistInnen beseitigt hat, um sie durch junge KarrieristInnen zu ersetzen. Ihre kritisch-solidarische Schrift „Zur russischen Revolution“ weist aber eher in die Richtung, dass sie spätestens 1936/37 entweder gleich erschossen worden oder in einem Schauprozess als Agent Deutschlands, Englands oder irgendeinem anderen Produkt der Phantasie der stalinistischen Mörder verurteilt worden wäre wie Kamenjew, Sinowjew und all die anderen (von den AnarchistInnen ganz zu schweigen – die wurden schon vorher uner Lenin dahingemordet).

Auf der LL-Demo stellen sich dann Leute hin und rufen „Lenin, Mao, Stalin – Viva, Viva, Viva“. Und wenn du dagegen bist, bezeichnen sie dich als „Konterrevolutionär“ und „Faschistischer Provokateur“. Ich weiß nicht, warum ich wie fast jedes Jahr auf diese Demo gegangen bin. Eigentlich halte ich mich fern von den stalinistischen VerteidigerInnen der Mörder der ArbeiterInnenbewegung, für die in der sowjetischen Geschichte mit Chruschtschows „Tauwetter“ der „Sozialimperialismus“ beginnt. Nun war ich also da. Freunde von mir liefen zwischen der MLPD und irgendwelchen Maoisten, weil es da so schön ruhig war. Mir war das unangenehm, aber ich konnte nicht weg, weil wir uns sonst nicht wiedergetroffen hätten.
Als dann neben der Demo ein paar Leute standen mit einem Transpi: „Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus“ hab ich mich solidarisiert und mit ihnen „Nie wieder Stalin“ gerufen.
Kurz darauf löste sich eine Gruppe aus dem Maoistischen Block und schlug mit ihren Fahnenstangen auf uns ein, entriss den TranspiträgerInnen ihr Transpi und bezeichnete uns per Megaphon als „faschistische Provokateure“, „Bullenfreunde“, „imperialistische Agenten“ und was weiß ich nicht alles. Das Gute ist, dass die StalinistInnen ihr wahres Gesicht gezeigt haben, denn hinter ihrem Gerede von Kommunismus und Befreiung steht auch heute noch ein diktatorisches und mörderisches Konzept – genau das Gegenteil einer Gesellschaft der Freien und Gleichen.

Ein würdiges Gedenken an die Ermordeten aus der ArbeiterInnenbewegung wäre nur mit einem konsequenten Ausschluss der StalinistInnen möglich!

Für den libertären Kommunismus

Nach der Demo: Köpiparty gegen Repression!

auf indymedia gefunden:

Und nicht vergessen! Bei den Protesten im Zuge der Räumung sind einige solidarische Menschen von der Pozilei und Co. bedrängt und ihrer Freiheit beraubt worden und stehen nun teilweise vor einen Berg von Anwalts- und Gerichtskosten. Um jenen Menschen zu helfen und auch sich solidarisch mit ihnen zu zeigen, findet am 4.2. eine Antirepressionskonzert und -party in der Köpi statt (s. Flyer).