In einer Woche in der Zukunft…

Der 28. Kopfstand…

…wird romantisch (würden die Einen sagen) und kitschig (würden die Anderen sagen). Aber nicht nur das. Es wird geheiratet, gestritten, gekündigt, geklagt, gemordet, gekokst, gewerkschaftet, gewirtschaftet, geplant, gestürmt, geplündert und… an dieser Stelle nicht weiter gespoilert.
Reden werden gehalten und über Haltungen wird geredet, dazwischen, davor und danach gibt es: Handlung, Handlung, Handlung! Aber führt sie auch zu einem Ergebnis?

Bei Fragen und Anmerkungen wählen Sie 110 (suchen Sie dazu die letzte Telefonzelle Friedrichshains auf).

Falls Sie dort keine Antwort erhalten, kommen Sie am Donnerstag, den 1.2. 2018 um 20:00h ins Supamolly.

Stehen auch Sie Kopf mit Geigerzähler, der Papst, seine Frau und sein Porsche und Sahara b.

Dieser Kopfstand wird besucht von: A Thousand Yellow Daisies
-> https://www.facebook.com/A_Thousand_Yellow_Daisies-280218621994689

Jahreswechsel, Kopfstände, Revolution

Schönes Neues allerseits

Hoffentlich ein Jahr, in dem die antiautoritäre Linke, die anarchistische und syndikalistische Bewegung Terrain zurückgewinnt! Lasst uns daran arbeiten.

Ein kleines Stückchen mag der Kulturscheiß, in dem ich so aktiv bin, beitragen. Nicht nur in der Kultur- und Mediensektion der FAU Berlin, die sich jetzt reaktiviert hat, was ich sehr schön finde und in der ich mich gerne mit vielen KollegInnen organisieren täte, mit denen ich bisher vor allem Bühnen geteilt habe. Kommt vorbei.
https://berlin.fau.org/strukturen/medien

Aber eben auch mit der Kultur selbst – zum Beispiel mit dem KOPFSTAND Nr. 27, der morgen – wie immer am 1. Donnerstag im Monat – 20:00 im SUPAMOLLY stattfinden wird.
Wir haben auch einen Gast: Merle*, die ganz toll Cello spielt und dazu traurige Lieder singt.
https://soundcloud.com/merlecello

Ansonsten noch empfehlenswert: Falls Ihr Euch für linke und ArbeiterInnenbewegungsgeschichte interessiert, solltet Ihr am 6. um 13:00 zur Straßenbahnhaltestelle am Friedrichshain kommen. Dort startet ein Rundgang dazu, auf dem ich auch ein paar Lieder von Brecht, Tucholsky, Mühsam und anderen spielen werde. http://fightandremember.blogsport.eu/76/sa-06-01-rundgang-das-rote-berlin/

Tags drauf wäre es dann schön, wenn wir alle nach Dessau fahren.
http://antifa-nordost.org/6809/7-januar-2018-berlin-faehrt-zur-oury-jalloh-gedenkdemo-nach-dessau/

Bis die Tage!

Kopfstand 27

Kaum ist der Neujahrskater auskuriert, lungern 3 bescheuerte Kleinkünstler in Berlin, Brandenburg und Sachsen vor ihren Rechnern und hecken einen neuen Kopfstand aus. Werden die universalen Blitze der Erleuchtung sie Erleuchten. Zerfällt der Vorhang zu Staub?

Schaunwama!

Immerhin wissen wir, dass wir einen wunderbaren Gast haben werden: Merle*

Donnerstag, 4. Januar 2018 im SUPAMOLLY

22. 12. TWH

Hab meine Termine aktualisiert. Nichts besonderes. Ein bisschen Cottbus, ein bisschen Dresden und dann kurz vor Weihnachten das fette Antirepressionskonzert im Tommyhaus. Bis dann.

und natürlich jede Menge Kopfstände

Sorge und Kopfstände

Es ist spät nachts und die Seifenoper entwickelt sich langsam aber stetig. Die LÜGENFRESSE ist fast fertig und unsere Plakate hängen sogar in der Sorge – Str.. Nur Indoor, aber immerhin.

Wichtiger ist aber, dass wir einen Gast haben: Konny!

Ein später Morgen

[Auf dem 25. Kopfstand ist Anja spät aufgestanden und hat die Gelegenheit genutzt, Musik zu hören, zu lesen zund nachzudenken. Nicht zuletzt über Antifa in Ostdeutschland bzw ostdeuitsche Verhältnisse, was ja im Kopfstand nicht zum ersten Mal passiert ist. ]

Mist! Schon fast wieder dunkel. Kein Küchengeklapper mehr, kein Stimmchen von Carola. Anja schob die Bettdecke weg, setzte Teewasser auf und legte ihren neuesten Flohmarkterwerb auf den Plattenspieler. Warum hatte sie jetzt Wolf Biermann gekauft? Jetzt so schlecht beleumdet von der Konkret bis zur Jungen Welt, von der Jungle World bis zur Graswurzelrevolution. Anja hatte von den Kassetten gehört, die als rauschender Samisdat von Sassnitz bis Bautzen, von Suhl bis Wismar kreisten, noch mal überspielt wurden und noch mehr rauschten. Ihre Erinnerung war ja eher Erzählung der Eltern. Für die war die Biermannausweisung der Moment gewesen, endgültig jede Hoffnung in den „Ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden“ fahren zu lassen. Anja hatte eine ostdeutsche Wohnzimmeraufnahme in westdeutscher Pressung erworben:

Aus der Platte sprüht Phantasie, heute in den Nebeln der Vergangenheit verschwundene Hoffnung auf einen besseren Sozialismus, aber auch Verzweiflung über den Zustand des Landes, dass Biermann damals, in den 70ern noch für das bessere Deutschland hielt. Kann man es ihm vorwerfen, dass die Verzweiflung des glühenden Kommunisten irgendwann in Antikommunismus umschlug und am Kamin mit der CSU endete? Täte eine heutige Linke nicht besser daran zu fragen, wie das passieren konnte?

Das Teewasser kochte. Anja goss den Tee auf. Biermann währenddessen:

„Wartet nicht auf bessre Zeiten
wartet nicht mit eurem Mut
Gleich dem Tor der Tag für Tag
An des Flusses Ufer wartet
bis die Wasser abgeflossen
die doch ewig fliessen“

Die Plattenspielerarm hob sich mit knackendem Geräusch in die Höhe. Anja drehte die Platte nicht noch einmal um. „Musik mit deutschen Texten ist der Feind der Lesenden“, dachte sie, setzte sich in Martinas Lehnstuhl, stellte eine Tasse dampfenden Tee auf das Tischchen neben sich und nahm noch einmal das Buch zur Hand, dass sie vor ein paar Tagen gekauft und alles andere vergessend in einem Stück durchgelesen hatte. „ALS ICH MIT HITLER SCHNAPSKIRSCHEN Aß.“

Hatte sie auch mit Hitler Schnapskirschen gegessen, damals in ihrer Kindheit in Budyšin, das Hitler sicher lieber Bautzen nennen würde? Nein, sie kannte keinen Hitler, aber sie hatte mit Rene geschaukelt und mit Maik Hopse gespielt. Die waren ganz genauso wie HITLER, nur dass sie oberlausitzer Deutsch sprachen. Auch Hitler war schließlich nur ein Junge namens Oliver gewesen, mit dem man an der Havel herumhängen konnte oder eben Schnapskirschen klauen.
Anja erinnert sich an diesen Abend im Fischladen in der Rigaer Straße. Keine Ahnung warum sie Montags dahingekommen war, wo der Fischladen doch gar nicht offen hatte. Trotzdem saßen da Micha und Kerstin und luden sie ein. Micha kam aus Magdeburg und konnte sehr genau beschreiben, wie es klingt, wenn Baseballkeulen auf Köpfe krachen. Er war 14 gewesen, als die Nazis die Party überfallen hatten, hatte sich im Schrank versteckt. Er hatte alles mithören müssen und schliesslich, als die Nazis nach getaner Arbeit die Party verließen, hatte er versucht die blutüberströmten Freunde zu verartzten. Einer war dann im Krankenhaus gestorben. Kerstin erzählte ganz ähnliche Geschichten aus Neubrandenburg und Anja schämte sich fast, dass sie nur auf dem Schulhof verprügelt worden war. Wegen ihren Eltern, die „Rote Säue“ wären, obwohl sie doch gestern noch das kleinstädtische NEUE FORUM mitgegründet hatten. Es war überall die selbe Scheiße gewesen und da war es schön, das mal in einem Buch zu lesen.

Eine Beispielgeschichte, die denen, die die 90er in Ostdeutschland als Linke, Punks, irgendwie Nichtrechte erlebt hatte, noch einmal Anlass bietet, in die Hölle ihrer eigenen Biographie zu schauen und – im besten Fall – dabei Kraft zu schöpfen um stark zu sein gegen die Hölle von jetzt. Denn die HITLERS von damals sind die BACHMANNS von heute und ihr Anhang, der rechte Mainstream der Jugendkultur der 90er, wählt heute AfD. Das Buch von Manja Präkels, die manche bereits von ihrer Band „Der Singende Tresen“ kennen, ist aber mehr als eine Wiederkehr der Gespenster der Wendezeit. Darüber hinaus erzählt es mit tiefgründiger Naivität vom Alltag einer Gesellschaft, deren Zeit abgelaufen war, die das aber noch nicht begriffen hatte, von unverdauter Geschichte und unerfüllten Illusionen, von feindlicher Übernahme und sozialen Katastrophen beiderseis des Herbstes 89.

Schönes Buch, dachte Anja. Lese ich noch mal.

Da lag noch ein anderes Buch auf dem Tisch. „30 JAHRE ANTIFA IN OSTDEUTSCHLAND“. Das hatte Anja mit viel Interesse aber weniger Genuss gelesen. Anja hatte sich mehr Bewegungsgeschichte, mehr Ansätze fürs Hier und Jetzt versprochen und etwas weniger Soziologenslang.

Ärgerlich, dass sich Teile des Buches lesen wie Abschlussarbeiten für die Uni. Schade, dass es schwer werden wird, das Buch an Leute weiterzugeben, die sich nicht ohnehin schon für das Thema interessieren. Kennt man die Geschichte in Ansätzen, ist das Buch interessant und führt durch die Entwicklung der schon in den späten 80er Jahren aus dem oppositionellen Milieu entstandenen ersten Antifagruppen, die dann im Umfeld der besetzten Häuser und dem Zwang zur Selbstverteidigung mehr und größer wurden. Auch die kulturelle Fremdheit und die damit einhergehenden Zerwürfnisse zwischen Ost und West – Antifagruppen lassen sich mit Hilfe des Buches noch einmal rekapitulieren. Und es gibt interessante Erklärungsansätze für die Frage, warum sich gerade die Antifaszene vieler ostdeutscher Städte zu einer Hochburg der Antideutschen entwickelte.
Alles in Allem ein wichtiges Buch, auch wenn es schöner gewesen wäre, wenn einige der AutorInnen populärer geschrieben hätten.

Es war schon dunkel geworden. Scheiß Herbst! Anja legte ihren zweiten Flohmarkterwerb auf den Plattenspieler.

Kopfstand 26

Ein Elch feiert sich als Teil der Berliner Techno-Szene. Der Chef ihn als billige Arbeitskraft. Kleinkünstler essen Steine, Auftragskiller wandern durchs Watt gen Sylt. Ameise 2458 wird von der Ameisengewerkschaft durch den Tagebau gejagt. Ein ehemaliger Hausbesitzer bewohnt die einzige Sozialwohnung der Rigaer Straße. Zwei Menschen sind schwer verliebt. Wie ätzend für alle anderen. Eine in Vergessenheit geratene Kopfstand-Figur taucht wieder auf, eine andere taucht ab und eine Dritte arbeitet als Wachhund auf einer 3000Hektar großen Baustelle.

Zu viel des Guten! Das Ministerium für Schafs-Sicherheit (Schasi) schaltet sich ein. Verspätet, aber besser als nie.

Und zu allem Überfluss ist auch noch Weihnachten.

07.12.17
Einlass 20 Uhr – Beginn 20:30
Supamolly

Konzerte und wichtigere Dinge…

Schön wars gestern mit „Dzieciuki“. Ein kleines Konzert mit vielen lieben Leuten, eine gerissene Saite bei einem Abschlusssong mit Uta als Gast. Trotz der Saite irgendwie das Lied weitergespielt. Eigentlich hätte es so klingen sollen:

Dann die Kollegen, die auch ein sehr schickes Konzert gespielt haben. Und schließlich noch mal alle zusammen: Revolutionsmusik.
Jaja, schön wars! Fast wie an einem mährischen Stausee.

Es muss ja weitergehn! Zum Beispiel heute Abend im Urban Spree auf dem RAW – Gelände:

Auf ihrer irregulären Flugbahn durch den alltäglichen Wahnsinn gelang es den PrunX 2017 nun bereits zum zweiten Mal, bei German Shepherd Records anzudocken, um ihre künstlerische Verarbeitung der Realität in Umlauf zu bringen: vol. III im Juni und Mind Trajectory am 3. November!
Im Rendezvous mit ihren LieblingsSpaceCowboys ohne Stiefel, kurz Dirty Feetz und mit wissenschaftlicher Betreuung durch den Geigerzähler https://soundcloud.com/geigerzaehler samt blinder Passagiere kreuzen sie nun am 9. November auf der Ost-West-Achse Friedrichshains, das Landemanöver ist eingeleitet, Koordinaten Urban Spree, voraussichtliche Ankunftszeit gleich nach der Tagesschau. Ihr seid zur Begrüßung herzlich eingeladen, raumfähige Kleidung, lebenserhaltende Maßnahmen in Form von zustimmenden (Hand-)Bewegungen und Spenden bei Verlassen der Lokalität sind schwer erwünscht

…schreiben die PRUNX auf der Facebook – Veranstaltungsseite. Ich mache den Opener – also kommt nicht zu spät, wenn Ihr mich hören wollt.

Vorher gehe ich aber noch demonstrieren. Ich hoffe wir sehen uns um 17 Uhr an der Levetzowstr: Aus dem lesenswerten Aufruf:

„Erinnern heisst handeln” (Esther Bejarano, Auschwitz-Komitee) Wenn wir heute an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, heisst das, dass wir ihrer Opfer gedenken, ihnen Namen und Geschichte geben. Es heisst auch, dass wir antifaschistisch wachsam sind gegenueber einer Gesellschaft, deren autoritaere und ressentimentgeladende Tendenzen wieder offener zu Tage treten. Die Novemberpogrome stellten einen ersten Hoehepunkt der antisemitischen Verfolgung dar, aber passierten nicht aus dem Nichts heraus. Die deutsche Gesellschaft stimmte in die Vernichtungspolitik ein. „Aus der Erfahrung unseres Lebens sagen wir: Nie mehr schweigen, wegsehen, wie und wo auch immer Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Auslaenderfeindlichkeit hervortreten!“
Dies haben uns die ueberlebenden Opfer des Nationalsozialismus und lebenslange Kaempfer*innen immer wieder aufgetragen, sie haben uns begleitet, unterstuetzt und ermutigt. Sie haben uns erklaert, was es bedeutet, als Gefluechtete*r leben zu muessen, was es bedeutet, nicht mehr als Mensch betrachtet zu werden. Wir werden unsere Kaempfe bald ohne sie fuehren und eigene Worte und Wege finden muessen. Dem Gedenken an die deutschen NS-Verbrechen auch weiterhin Gehoer zu verschaffen sowie Konsequenzen daraus einzufordern, bleibt einer der wichtigsten Aufgabe fuer alle Antifaschist*innen.

Wasted in Dahlem

Wann komme ich schon mal in den fernen Westen von Berlin? Höchstens wenn ich in den Osten fahre – z.B. nach Potsdam, Brandenburg, Magdeburg…
Nun ja. Morgen bleibe ich mal hängen und spiele für die Studis. Is ja auch mal schick!

Für einen Abend verwandeln wir das Studi-Cafe Pi zum Kulturwohnzimmer. Es gibt akustische Live-Musik, Improtheater, kleine Lesungen und noch manches anders. Kommt vorbei und bringt Neugier und Entdeckungsfreunde mit. Lasst uns gemeinsam einen Abend in Dahlem verschwenden.

Line Up Paul Geigerzähler (Punk mit Geige und Gesang) https://soundcloud.com/geigerzaehler Merle* (Songwriterin) https://soundcloud.com/merlecello die impro.fabrik (Theater) http://improfabrik.berlin/ A und B (Lagerfeuerpop) https://soundcloud.com/aundb – mehr Überraschungen möglich.