Rückschauen, Vorschauen, Kopfstände

Gestern war ein schöner Kopfstand. Nächste Ausgabe kommt dann am 2. Januar. Unterdessen AbDafür eine Übersicht mit den Aktivitäten der KollegInnen veröffentlicht. An gleicher Stelle gibte auch einen Bericht von YOK zu Releaseparty in der KvU. Der wiederum hat letztens auch mein neues Album besprochen.

Beim Titelsong (Deutscher Wald für deutsche Rehe) klingt es fast ein bisschen nach Brecht und Eisler. Monumental wird es durch eine Pauke, die auf jede vierte Eins donnert. Anklagender zynischer Gesang. Begriffe wie „die deutsche Maus“ übersteigern die Satire aufs Lustigste. Im Kontrast dazu immer wieder das sehr ernstgemeinte „…und mir ist kalt“…Eine interessante Mischung zweier Vortragsgenres, die sich hier aber gut ineinanderfügen. Hinten raus noch eine etwas verzwirbelte klassische Volksmusikgeige und der Track ist rund.

Heißt es da z.B. über meinen Titelsong.

Musik wie ein Schnellzug, der aber immer wieder an den kleinen Bahnhöfen hält.

Über „Leben und Sterben im Spätkapitalismus“. Soundbeispiel:

Und sonst so, dieses Jahr?

Nichts besonderes eigentlich. Nun ja, ich bin am 18. 12. noch mal im Radio und stelle mein Album vor und zwar auf 88,4 MHz. Die Sendung beginnt 19:00. Wir holen uns den Kiez zurück, heißt die Sendereihe, die sich ansonsten meist mit steigenden Mieten und dem Widerstand dagegen beschäftigt.

Kopfstand Nr. 43

Ein ehemaliger Auftragskiller wird über dem Wattenmeer zum Riesenbaby und bleibt es auch, als das Meer wiederkommt. Auftragskiller-Mama würde mit dem entführten Jet gerne einen Looping fliegen, aber das gibt die klapprige Kiste nicht her.
Das ist zum Heulen, doch bei einer guten Lesebühne gibt es ja immer gleich mehrere Gründe zum Weinen:
Jürgen hängt zum Beispiel in einem Paralleluniversum fest, in dem alle Menschen Tentakeln auf dem Rücken haben. Sabine hingegen wurde ins Jahr 1989 katapultiert und traf im tiefsten Sachsen auf den jungen Jan. Anja hat eine komische Ledertasche in ihrer Wohnung entdeckt. Und Peter Eskobach ist nur noch amöbengroß.
Doch all das ist natürlich noch gar nichts gegen das ewige Plenum.

Gast: Die Diebin

Nach der Zone in der KvU


Der kurze Sommer der Anarchie

Die Zeit zwischen dem Mauerfall im November 1989 und der Wiedervereinigung im Oktober 1990 wird in der Literatur rückblickend häufig als der kurze Sommer der Anarchie bezeichnet. Vieles, wenn nicht gar alles, schien möglich zu sein. Häuser wurden besetzt, illegale Clubs entstanden und auf dem Kollwitzplatz wurde die Autonome Republik Utopia ausgerufen. In einer Podiumsdiskussion wird die Zeit rückblickend mit den Protagonist*innen Julia Dimitroff (Pi-Radio, Autonome Republik Utopia), Jolly (Kirche von Unten), Reiner Morgenroth (u.a. 1000 Tonnen Obst, In Extremo) und Robert Mießner (Journalist) diskutiert. Für die musikalische Untermalung sorgt der Berliner Musiker Geigerzähler


https://www.facebook.com/events/kvu-kirche-von-unten/der-kurze-sommer-der-anarchie/755574864897043/

Passend dazu:

Nächste Konzerte

18. 10. Berlin Lichtenberg – Containerbahnhof mit Feuershow

23. 10. Hamburg – Rote Flora

26. 10. Berlin Kreuzberg – Reichenberger Str gegen Verdrängung

01. 11. Hoyerswerda/Wojerecy – Kulturfabrik

07. 11. Berlin Friedrichshain – Kopfstand in der Supamolly

Deutscher Wald für deutsche Rehe

Mit der Axt im deutschen Wald

„Die Deutschen haben eine ganz besondere Beziehung zu ihren Wäldern“ Karsten Hilse, AfD

Mit Fluppe in Höckes Fichten

AbDafür!
Labelkonzert
& Releaseparty des Albums „Deutscher Wald für deutsche Rehe“ von „Geigerzähler“

28. 9. in der KvU
Start 20:00

Es spielen:

Fartuuna (Ukulismus und Poesie)
Merle (Gesang und Cello)
Konny (Linkspolitisches Wanderakkordeon)
Wunstra (Waschbär mit Beats)
Safety First (Onehumangitarrenpoesieband)
Geigerzähler (Raucher und Geiger)
Mogli (Lieder mit Zorn)
SongX (Filetstücke aus dem Mülleimer)
MisterKnister (Feuer und Show)
Meas (Lyrik und Revolution)

Wir solidarisieren uns mit den TUMALWAT Aktionstagen. Ein Teil der Einnahmen der Veranstaltung geht an die räumungsbedrohte Liebig34.

#WannWennNichtJetzt in Budyšin

Ich freue mich auf den kommenden Sonnabend. Da hab ich nämlich die Ehre, bei der #Wannwennichtjetzt – Veranstaltung in Budyšin/Bautzen zu spielen. Und zwar gegen 14:00 am Kornmarkt.

Warum tun wir das?

Nicht erst mit den anstehenden Landtagswahlen und der Gefahr schwarz-blauer Landesregierungen werden soziale und politische Rechte in Ostdeutschland offen angegriffen und ein Klima der Angst und des Hasses nach Unten geschürt. Auch sind Rassismus und soziale Spaltung nicht nur ein Problem des Ostens, doch Geflüchteten, Linken oder LGBTIQ* begegnet hier besonders häufig die offene Gewalt auf der Straße.

Wir treten der menschenverachtenden, rassistischen und autoritären Politik der AfD, die jeglicher emanzipatorischer gesellschaftlicher Veränderung im Wege steht, entschieden entgegen. Ebenso verurteilen wir den gesamtgesellschaftlichen Rassismus und richten unsere Kritik an all jene Parteien und Institution, die in den letzten 30 Jahren vor allem neoliberale Wirtschaftspolitik gestärkt und progressive gesellschaftliche Arbeit geschwächt haben. Eine solche politische Linie zeigt sich für uns u.a. im Blockieren von Jugendarbeit, in mangelnder Förderung kultureller Angebote und in der Kriminalisierung des Engagements gegen (extrem) rechte und ihre Strukturen. Diese Politik trägt eine Mitverantwortung für das Wiedererstarken der gesellschaftlichen Rechten auf der Straße, in zivilgesellschaftlichen Strukturen, sowie in zahlreichen staatlichen Institutionen. Diese Kritik betrifft insbesondere, aber nicht ausschließlich, die sächsische CDU.

Mit der Marktplatz- und Konzerttour senden wir ein Signal, dass wir uns den öffentlichen Raum nicht nehmen lassen. Wir wollen eine offene und solidarische Gesellschaft, in der:

– du deine Nachbar*innen unterstützt, wenn sie aus ihrer Wohnung geschmissen werden sollen

– niemand Angst haben muss, aufgrund von Aussehen oder Kleidung diskriminiert zu werden

– Menschen mit 40-Stunden-Woche am Ende des Monats keine Geldsorgen haben müssen

– Jugendliche keine Angst vor der Zukunft haben müssen und Rentner*innen in Würde leben können

Gemeinsam wollen wir emanzipatorische Gesellschaftsentwürfe erarbeiten und uns nicht nur an rechten Strukturen abarbeiten. Wir machen lokale soziale Problemlagen zum Thema und finden progressive Antworten darauf, z.B. in den Bereichen Jugendarbeit, Kunst und Kultur, Gestaltung und Belebung des öffentlichen Raums, Strukturwandel und Infrastruktur, solidarische Strukturen in der Nachbarschaft und für geflüchtete Menschen. Wir thematisieren die ungerechte Chancen- und Vermögensverteilung in unserer Gesellschaft, die auf maßloser kapitalistischer Ausbeutung von Menschen und Natur beruht. Wir sind überzeugt, dass es neue und gemeinschaftliche Formen des Wirtschaftens braucht, um die Umwelt zu retten und allen Menschen auf dieser Welt ein Leben in Würde zu ermöglichen.

2019 jährt sich zudem das Ende der DDR 1989 zum dreißigsten Mal. Aus diesem Anlass wollen wir einen Fokus auf die emanzipatorischen und progressiven Kräfte der DDR-Opposition legen. Wir unterstützen Initiativen und Gruppen, die die Nachwendezeit und den Treuhand-Komplex kritisch aufarbeiten wollen. Wir überlassen dieses Thema nicht der politischen Rechten, die versucht, ihn zu instrumentalisieren.

Gespräche in der Ostblueshöhle

Letztens hab ich in Speiches Rock und Blueskneipe fürs Rockradio gespielt und geredet. Schön wars und interessant. Hab mich gefreut mal in die Reste dieser in der DDR wichtigen Gegenkultur einzutauchen. Das ist auch filmisch festgehalten worden.

Die Leere

Seit einer Weile mache ich hin und wieder unter der Spree Straßen-, nein! Tunnelmusik. Normalerweise spiele ich da immer eher sphärische Sounds. So etwa (mit meinem Kollegen E. an der Gitarre).
Letztens hab ich aber alte Freunde getroffen, die diesen kleinen Youtubekanal machen. Da ist mir dann ein recht neues Lied eingefallen, das wie für diesen Tunnel geschrieben ist:

Wombats Nachlese

Letztens mal wieder zur Unterstützung eines Arbeitskampfes gespielt. Alles weitere und ein bisschen Geigerzähler im folgenden Video:



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